Die Sucht nach Süßem – ist Zucker der Feind?

Ein normaler Tag im Büro ist gespickt mit Versuchungen – Spitzenreiter ist vor allem der Zucker. Kennst du das? Kaum ein Kollege, der nicht was zum Naschen parat hat.

Ich war handelte selbst ähnlich und dachte ohne eine Schokoladenpause den Nachmittag nicht durchstehen zu können.

Menschen: Meister im Verdrängen

schon gewusst: Auch Apfel-Rotkohl kann mit Coca-Cola mithalten

schon gewusst: Auch Apfel-Saft kann mit Coca-Cola mithalten

Wie schnell wir zu Zucker greifen, wird eigentlich erst klar, wenn wir ihn weglassen – und zwar so lange, bis er uns nicht mehr fehlt. Was dadurch noch klarer wird: Zucker ist eine Sucht, und „Aufhören“ ist gar nicht so einfach. Das haben inzwischen auch die breiten Medien aufgegriffen, unlängst war es sogar Titelthema im Spiegel.

Viele von uns haben Bilder unserer Lieblingsspeisen mit dazugehörigen Zuckerwürfel-Türmen daneben im Kopf. Trotzdem wird verdrängt was das Zeug hält.

Ein paar Beispiele:

  • Kinder Frühstücksflakes: Von wegen gesunder Start in den Tag, es handelt sich hier schlicht und einfach um eine Süßigkeit. In einer Packung Frosties stecken 51 Stück Würfelzucker
  • Ein Liter Cola enthält 40 Stück Würfelzucker
  • Ein Glas Nutella enthät 78 Stück Würfelzucker
  • Ja sogar Apfel Saft ist alles andere als gesund. Hier verstecken sich pro 400 g Glas 38 Stück Würfelzucker

Warum kommen wir mit Zucker so schlecht klar?

Wir mögen uns zwar in unserem Lebensstandard heute bedeutend von unseren Vorfahren unterscheiden, die Geschmacksrezeptoren der Zunge sind aber immer noch ähnlich. Und vor zehntausenden vor Jahren suggerierte „süß“ – das nur über Früchte aufgenommen werden konnte – eine wichtige Energiequelle. Die Zunge reagiert also sehr sensibel auf süß, denn es war früher essentiell für unser Überleben, Energie aus Zucker sofort nutzen zu können.

Deshalb wird bei Zuckerkonsum im Gehirn auch das Belohnungszentrum angeregt – der Mensch ist dazu angehalten, mehr davon zu suchen. In unserer Überflussgesellschaft sind diese Überlebenstaktiken längst unnötig geworden – wir müssen nicht mehr lange nach Zucker suchen. Er umgibt uns überall.

Unsere Instinkte haben sich leider nicht angepasst und unser Gehirn setzt nach wie vor Glückshormone frei. Das lässt natürlich schnell wieder nach und wir wollen mehr. Da wir dadurch ständig den Insulinspiegel in die Höhe treiben,  verliert Insulin seine eigentliche Bedeutung: nämlich unser Hungergefühl und den Blutzuckerspiegel zu regulieren.

Wir wissen uns wieder nur über erneute Aufnahme von Zucker zu helfen. Ein gefährlicher Kreislauf ist in Gang gesetzt der nur aus dem unnatürlichem Überangebot von Zucker resultiert.

Leben ohne Zucker?

Es ist frustrierend, wenn man versucht, dem Zucker aus dem Weg zu gehen. Und fast schon unmöglich.

Klar, für die Lebensmittelindustrie ist Zucker weißes Gold: er senkt die Produktionskosten von Lebensmitteln, und er sorgt dafür, dass wir immer mehr wollen. Deshalb findet man auch kaum Angebote für Kinder, die keinen Zucker enthalten. Wir sollten aufschreien vor Entsetzen – statt dessen versorgen wir den Nachwuchs fleißig weiter mit Eis und Kinderüberraschungseiern. Warum eigentlich? Aus Angst, dass Kinder keine gesunden Sachen essen? Klingt ziemlich verschoben.

Die Folgen werden fatal sein: Wer die ganzen Diabetes Kranken später mal behandeln soll und von welchen Krankenkassengeldern, das wird einfach übergangen. „Es wird schon nicht mich treffen“. Aber wir haben nicht nur Verantwortung uns gegenüber. Wir müssen sicherstellen, dass unsere Kinder gesund aufwachsen können. Und da ist Ernährung nunmal der Basis Grundstein.

Also ja: Ich lasse den Mohrenkopf dann doch stehen. Denn ich weiß, dass es nicht bei einem bleiben wird und dass ich immer mehr verlangen würde. Denn Zucker spricht im Gehirn dieselben Regionen an wie Drogen.

ist Stevia das neue Wunder-Süßungsmittel

süß, süßer, Stevia – 450 mal so süß wie Zucker wirkt dieser aus Kräutern gewonnene Süßungsstoff

Die Lösung könnte Stevia heißen.

Denn der daraus gewonnene Süßstoff ist rein pflanzlich und hat die bis zu 450-fache Süßkraft von Zucker, enthält aber nur halb so viel Kalorien. Inzwischen kann man sogar schon Stevia Produkte in den Supermärkten entdecken und wir werden auch das ein oder andere Kochexperiment starten und natürlich berichten!

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Geschrieben von Michaela

Michaela ist die Naschkatze im Paleo360 Team und deswegen immer auf der Suche nach Paleo-konformen Süßigkeiten. Vielleicht hat sie auch deshalb die exzellente Fähigkeit entwickelt, exotische Salate mit diversen leckeren Früchten zu kombinieren. Auch sie ist ein großer Fan von Natur und dem Münchner Alpenvorland. Michaela schläft gerne lang, weswegen ihre Blogposts wohl öfter am Nachmittag veröffentlicht werden. Michaela auf Google+
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3 Kommentare

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  1. Hannes //

    Liebes Paleo-Team,
    Gestern bin ich auf eure Webseite gestoßen und seitdem fleißig am Lesen. Seit mehreren Monaten habe ich die Prinzipien von Paleo verinnerlicht und lebe auch danach, mit allen positiven Auswirkungen, die hier beschrieben werden.
    Ab und zu, zu besonderen Anlässen, gönne ich mir allerdings auch ein Stück Kuchen, selbst gemacht, ohne Getreidemehl und Zucker. Am Anfang habe ich mit Stevia gesüßt, doch so recht überzeugt war ich davon nicht. Nach längerer Recherche bin ich dann auf finnländischen Birkenzucker gestoßen. Ein natürliches Produkt, das sich fast gar nicht auf den Insulin-Spiegel auswirkt. Oftmals auch als Xylit oder Erythrit bezeichnet, wovon letzteres ebenfalls keine Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel hat. Verarbeiten lässt sich es sich fast wie normaler Zucker. Hier meine Frage: Was haltet ihr davon? Bis jetzt konnte ich auf den Seiten nichts dazu finden? Ab und zu mal ein Stück Kuchen mit ebendiesen Zuckerersatz ist vertretbar? Stevia macht zwar süß, Honig, Kokosblütennektar auch, aber manchmal sehnt man sich doch einfach nach einem „klassischen“ Kuchen, und den hab ich mit Birkenzuckernoch am authentischsten hinbekommen.
    Liebe Grüße

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  2. Andrea //

    Hallo, liebes Paleo-Team

    finde diese Ernährungsform sehr interessant und werde es ausprobieren.
    Zu Stevia: habe es schon benutzt, als es noch nicht als Lebensmittel zugelassen war. Süsskraft ist wirklich enorm, allerdings gibt es mittlerweile so viel Stevia-Produkte, denen ich nicht trauen würde. Es gibt Mischungen mit Aspartam. Auch der Auszug Steviosid ist ja ziemlich bearbeitet, ist nach meinem Verständnis nicht so sehr geeignet. Ich verwende gern die getrockneten Blätter (im Tee oder Kaffee), die schmecken auch natürlich. Alle bearbeiteten Stevia-Produkte haben, finde ich, einen künstlichen Beigeschmack.
    Aber jeder wie er mag, oder? ;-)

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  3. Nicole //

    Habe heute mal wieder was Neues entdeckt.
    Kokosblütennektar.
    Gewonnen wird dies aus der angeschlitzen Blüte der Kokospalme.
    Gibt es in 2 verschieden Geschmacksrichtung, Amber und Blonde.
    Klingt jedenfalls nach Paleo.
    Ja, …. der Geschmack…. Lässt sich vergleich in etwa mit Zuckerrübensirup.

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