Paleo: Die Lösung für Laktoseintoleranz?

Hast du auch bereits Erfahrungen mit BauchschmerzenDurchfall und Blähungen nach dem Verzehr von Milch und weiteren laktosehaltigen Lebensmitteln? Die Symptome lassen eine Laktoseintoleranz vermuten.

Supermärkte bieten inzwischen eine breite Palette einfacher Lösung an: laktosefreie Produkte (zum Beispiel von Minus L oder Alpro). Somit ist auch die Milch im Kaffee oder die Sahne für den Kuchen augenscheinlich kein Problem mehr. Um den Abbau von Laktose im Darm zu unterstützen kann man auch das Enzym Laktase in Kapselform zu sich nehmen.

Spezielle Produkte für Unverträglichkeiten erwecken den Anschein einer schnellen und bequemen Lösung für ein Verdauungs-Problem. Doch für einige verbessern sich die Symptome trotz dieser „Hilfen“ nur ungenügend – oder kehren nach einiger Zeit zurück.

Damit stellen sich die Fragen:

Welche Rolle spielt der Milchzucker Laktose bei der Diskussion um das Gesundheitspotenzial von Milch?
Und ist Milchzucker der „Übeltäter“ bei allen Unverträglichkeiten auf Milch und Milchprodukte?

In diesem Artikel erfährst du:

  1. Warum einige Menschen weniger Milchzucker (Lactose) vertragen.
  2. Wie man mit der Unverträglichkeit umgehen und sie sogar verbessern kann.
  3. Ob und welche Milchprodukte trotz einer Unverträglichkeit Teil einer gesunden Ernährung sein können.

Die Paleo Ernährung (auch bekannt als Steinzeit Diät) schließt Milch und Milchprodukte für mindestens 30 Tage aus dem Ernährungsplan aus – anschließend ist es sinnvoll auszutesten ob und welche Milchprodukte man verträgt. Mit unseren Rezepten ist laktosefrei kochen und backen kein Problem mehr!

laktoseintoleranz und paleo

Bauchweh bei Milch und Käse? Eine Laktoseintoleranz kann verantwortlich sein.

Bevor wir das Thema der Laktoseintoleranz genauer unter die Lupe nehmen, klären wir einige Begrifflichkeiten.

Was ist Laktose?

Laktose, auch Milchzucker genannt, gehört zu den Zweifachzuckern. Diese nennt man in der Fachsprache Disaccharide. Die zugrunde liegenden Moleküle sind Galaktose und Glukose. Laktose schmeckt süß, allerdings nicht so süß wie Glucose (Traubenzucker), Fructose (Fruchtzucker) und Saccharose (welche wir als „Haushaltszucker“ kennen).

Damit im Darm die Laktose in seine Einzelbestandteile aufgespalten werden kann, wird das Enzym Laktase benötigt. Aus einem Molekül des Zweifachzucker (Disaccharid) entstehen durch den enzymatischen Abbau zwei Moleküle – die Einfachzucker (Monosaccharide) Glucose und Galactose.

Die Einfachzucker werden im Dünndarm von den Darmzellen (Enterozyten) aufgenommen – und zum Beispiel für den Energiestoffwechsel genutzt.

Probleme mit der Verstoffwechslung von Laktose können mehrere Gründe haben:

  • beeinträchtigte Bildung von Laktase – als ein Zeichen schlechter Darmgesundheit
  • ungünstige Darmbakterien-Zusammensetzung, bspw. eine Dünndarmfehlbesiedlung (DDFB, eng.: SIBO)
  • herabgesetzte Aktivität des Enzyms Laktase
  • zu hoher Laktose-Konsum auf einmal – und „damit Überforderung“ der Prozesse im Darm

Je weniger Laktose im Verdauungstrakt zu Glucose und Galactose verstoffwechselt und anschließend in den Körperkreislauf über die Darmbarriere aufgenommen werden kann, umso mehr wird der Milchzucker von Darmbakterien verstoffwechselt.

Als Stoffwechselprodukt der Darmbakterien entstehen Gase wie Methan und Stickstoff  – die oftmals als Blähbauch und durch vermehrtes Pupsen sichtbar und hörbar werden. Zu viel Laktose im Darm kann auch die osmotischen Verhältnisse ändern – der vermehrte Wassereinstrom in den Darm erklärt den Durchfall, den Einige nach dem Verzehr laktosehaltiger Produkte kennen.

Wo kommt Laktose vor?

Laktose ist in der Milch von fast allen Säugetieren (auch in der Muttermilch) enthalten. Je nach Tier-Art kann der Laktosegehalt in der Milch unterschiedlich sein.

Erhitzen der Milch ändert den Laktosegehalt nicht nennenswert. Auch der Fettgehalt (fettarm oder vollfett) hat auf den Laktosegehalt wenig Einfluss, da sich Laktose aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften in der wässrigen Phase befindet.

Viele Personen mit einer Laktoseintoleranz können bis zu 10 g Laktose (d.h. in etwa ein Glas Milch) zu sich nehmen, ohne nennenswerte Symptome zu entwickeln. Je nach Definition spricht man von einer Laktosemalabsorption.

Milchprodukte wie Sahne, Butter, Quark, Cremé Fraiche, Süßrahm, Sauerrahm und jegliches Pulver aus diesen Produkten (Milchpulver, Süßrahmpulver,…) enthalten Laktose, der Gehalt unterscheidet sich zwischen den Produkten. Geklärte Butter (Ghee) ist laktosefrei.

Auch Joghurt enthält Laktose, wird häufig aber besser vertragen – da die enthaltenen Bakterien (Probiotika) bei der Verstoffwechslung von Laktose „helfen“. Käse enthält auf Grund der Reifungs- und Fermentationsprozesse nur noch geringe Mengen Laktose und kann bei einer Laktoseintoleranz oft vertragen werden. Dies trifft insbesondere auf lang gereiften Käse wie alten Gouda zu – Weichkäse/Brie enthält hingegen höhere Anteile von Laktose. Ein gute Richtlinie um den Laktosegehalt eines Milchproduktes einzuschätzen, ist der Wassergehalt – denn Laktose ist wasserlöslich.

Laktose gewinnt man aus Süß- oder Sauermolke (ein Nebenprodukt der Käseherstellung) der Kuhmilch, welche ca. 45 Gramm Laktose pro Liter enthält. Molke ist damit ein besonders laktosereiches Milchprodukt.

Molke wird zum Beispiel wird in der Lebensmittelindustrie allgemein als Bräunungs- oder Bindemittel verwendet, zudem um Lebensmittel oder Getränke cremiger oder süßer zu machen.

Neben den offensichtlichen Quellen kommt Laktose häufig auch in versteckter Form vor. Durch verschiedene lebensmitteltechnische Schritte wird die Laktose extrahiert, um sie dann beispielsweise anderen Lebensmitteln zuzusetzen.

Milchpulver oder -produkte sind in Saucen, Suppen und Salatdressings enthalten. Laktosezugabe sorgt für eine cremige Konsistenz der Produkte. Um „versteckter“ Laktose aus dem Weg zu gehen, ist es besser Fertig-Nahrungsmittel zu meiden. Laktose wird in mindestens 20 % der Medikamente als Füllstoff verwendet.

Als laktosefrei gelten Produkte die weniger als 0,1 g Laktose pro 100 g Lebensmittel enthalten.

Laktoseintoleranz- eine Nahrungsmittelunverträglichkeit und keine Allergie

Wird der mit der Nahrung aufgenommene Milchzucker als Folge z.B. fehlender oder verminderter Produktion des Verdauungsenzyms Laktase nicht verdaut, spricht man von Laktoseintoleranz.

Dieser Begriff wird aber nur dann verwendet, wenn eine Symptomatik besteht. Treten keine Symptome auf, handelt es sich um eine Laktosemalabsorption.

Die Laktoseintoleranz ist keine Allergie, sondern eine Unverträglichkeit. Unverträglichkeiten bestehen auf Nahrungsbestandteile, die im Darm nicht gut verstoffwechselt, die nicht gut über die Darmbarriere aufgenommen werden können und/oder den Stoffwechsel der Darmbakterien beeinflussen (ähnlich wie die Unverträglichkeiten auf Fruktose, Sorbit und FODMAPs).

Bei einer Allergie sind die Auslöser oft Proteine (Eiweiße) worauf der Körper bzw. das Immunsystem mit der Bildung von Antikörpern reagiert – wie es im Falle einer Milcheiweißallergie wäre. Bei dieser Allergie handelt es sich um eine aktive Immunreaktion gegen das Kuhmilch-Eiweiß Casein.

Laktoseintoleranz verläuft bei jedem Menschen anders und kann verschiedene Ursachen haben. Während für einige Personen kleinere Laktosemengen (ca. 10 g Laktose pro Tag) noch gut verträglich sind, rufen diese wiederum bei anderen Betroffenen schon die typischen Symptome hervor. Wie sich diese äußern und wie eine Laktoseintoleranz entsteht, klärt sich wie folgt.

Primäre Laktoseintoleranz und die Symptome

Ein gesunder Säugling (bei Tier oder Mensch) produziert während der Stillzeit das Verdauungsenzym Laktase. Damit kann er die Laktose in der Muttermilch verarbeiten.

Im Laufe der Entwöhnung von der Muttermilch wird bei vielen Menschen weniger Laktase gebildet – die Enzymaktivität sinkt bis auf etwa ein Zehntel der Aktivität als zu Beginn des Lebens. Die Verwertung von Laktose wird im Laufe des Lebens schwerer und Beschwerden können auftreten. Darmbakterien im Dick-aber auch Dünndarm nutzen den Milchzucker für ihren eigenen Stoffwechsel in Form von Gärungsprozessen – die dabei entstehenden Stoffe und Gase wie Milchsäure (Laktat), Wasserstoff (H2) und Methan (CH4) können zu unangenehmen Symptomen führen.

Die Milchsäure verursacht über ihre osmotische Aktivität Durchfall, indem es zum Wassereinstrom in den Darm kommt. Wasserstoff und Methan führen zu Blähungen und Darmwinden, häufig auch Bauchdrücken oder Bauchkrämpfe, Übelkeit und Erbrechen.

Die Symptome können auch unspezifisch sein, sodass Müdigkeit, depressive Verstimmungen, innere Unruhe, Kopfschmerzen, Gliederschmerz, Erschöpfungsgefühl, Schlafstörungen oder Akne keine seltenen Begleiterscheinungen sind. Die Symptome nehmen in der Regel mit der Menge der konsumierten Laktose zu.

Langfristig gesehen können häufige Durchfälle die Darmschleimhaut reizen, so dass Entzündungsprozesse gefördert werden. Betreffen die Entzündungen den Dünndarm können Vitamine und Mineralstoffe nur noch verringert aufgenommen werden.

Wer ist davon betroffen?

In einigen Bevölkerungsgruppen (die, die bereits länger Vieh- und Milchwirtschaft betreiben) haben sich genetische Mutationen durchgesetzt, die es möglich machen auch im nach dem Säuglingsalter noch ausreichend Laktase zu produzieren.

Das Vorkommen der Laktoseverträglichkeit varriert zwischen verschiedenen Populationen der Erde. Während unter Indianern 50 % laktoseintolerant sind, sind es in Südostasien 98% der Menschen. In Deutschland ergaben Studien eine 15%ige Betroffenenrate. In Dänemark und Schweden hingegen vertragen nur 5 bzw. 2% der Einwohner den Milchzucker nicht.

Aber ist eine Laktoseintoleranz immer angeboren, oder kann man sie auch durch andere Umstände bekommen?

Eine Anmerkung: Laktosetolerante Menschen bezeichnet als laktosepersistent.

Sekundäre (erworbene) Laktoseintoleranz

Diese Form kann durch unterschiedliche Vorkommnisse im Laufe des Lebens auftreten. Ursachen können Erkrankungen des Verdauungstraktes, eine schlechte Darmgesundheit und/oder eine ungünstige Lebensweise sein. Wie sooft bei Unverträglichkeiten können die Faktoren und Ursachen vielfältig sein.

Weitere Auslöser einer Laktoseintoleranz können z.B. Mangelernährung (bzw. das Fehlen bestimmter Nährstoffe), Kurzdarmsyndrom, Zöliakie/Sprue, Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, weitere chronische Darmerkrankungen, bakterielle Gastroenteritis, virale Gastroenteritis oder Alkoholmissbrauch sein.

Die Darmgesundheit kann durch verschiedene Einflüsse beeinträchtigt sein. Jahrelange, ungünstige kohlenhydratreiche Ernährung, Aufnahme schlechter Fette, ungünstige Darmbakterien-Zusammensetzung, Stress, wenig Zeit im Freien, wenig Bewegung (sitzt du viel und vor einem Bildschirm?) können Entzündungen fördern – und zu einer sogenannten low-grade inflammation führen.

Die Vermutung liegt nahe, dass die Darmgesundheit für das Auftreten vieler Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten verantwortlich ist – verursacht durch die Lebensweise, angefangen bei einer ungünstigen Ernährung.

Laktosefreie Alternativen – lecker und einfach

Laktosefreie Milch und laktosefreie Milchprodukte sind immer mehr in den Regalen der Supermärkte vertreten. Sogar Käse, der von Natur aus sehr wenig Laktose enthält, wird extra als laktosefrei angeboten.

Um den Milchzucker abzubauen, wird Milch enzymatisch mit Lactase (bzw. genauer: beta- Glucosidasen) bearbeitet – der Verdauungsschritt im Dünndarm wird so vorweg genommen. Da Glucose eine höhere Süßkraft als Laktose hat, schmeckt laktosefreie Milch auch süßer. Auch wenn diese Milch kaum mehr  Laktose enthält, bist du dir sicherlich bereits bewusst, dass die Milch aus dem Supermarkt oft kein wertvoller Bestandteil einer gesunden Ernährung ist.

Eine Alternative zur Supermarkt-Milch sind Kokosmilch und Mandelmilch. Die laktosefreien Alternativen kann man inzwischen kaufen doch oft befinden sich in diesen Produkten unnötige Zusätze und sind zudem recht teuer. Um hier ein gutes Produkt zu finden, was seinen Preis wert ist, sieht man besser genau hin. Milchersatz aus Getreide (Hafer, Reis) empfehlen wir weniger, alleine wegen des faden Geschmacks.

Wer Lust dazu hat, kann seine KokosmilchCashewmilch und Mandelmilch selbermachen – so gehst du sicher jeglichen Zusatzstoffen aus dem Weg. Unser Tipp für den Sommer: laktosefreies Eis aus den Milchalternativen schleckt sich super!

Für Müsli kann man Kokosmilch und Co. gut verwenden. Aber auch der Kokosporridge oder eine Frühstücksbowl bieten eine willkommene Abwechslung für den Morgen. Zudem kann man sich mit Kokosjoghurt oder auch aus den Resten des Vortages ein leckeres Frühstück zaubern.

Statt Milch versuchen zu ersetzen, kann man auch daran arbeiten seine Gewohnheiten zu ändern – trinkst du gerne Kaffee mit Milch? Probier den Kaffee einmal schwarz zu trinken – oder ersetze das Ritual mit einer Tasse Knochenbrühe!

Aus Erfahrung können wir sagen: Der Gedanke, nicht auf Milch verzichten zu können, ist oftmals nur Gewohnheit.

Probiere es einfach mal 30 Tage lang aus, keine Milch und Milchprodukte zu dir zu nehmen.

Diagnose einer Laktoseintoleranz

Eine gute Methode, um herauszufinden, wie gut man Milch verträgt, ist der 30 tägige Verzicht. Wer danach Milchprodukte wieder kontrolliert einführt, kann gute Aussagen darüber treffen, ob der Körper Milch bzw. die verschiedenen Inhaltsstoffe (Laktose, Casein,…) besser oder auch weniger gut verträgt.

Sollten sich Verdauungsstörungen oder Ähnliches einstellen, gibt es weitere Methoden, um eine Laktoseintoleranz zu detektieren. Der H2 Atemtest beruht auf dem Prinzip, dass die Dickdarmbakterien Wasserstoff produzieren, wenn sie die Laktose verwerten. Ist der Wasserstoffgehalt der Atemluft hoch, deutet dies eine Laktoseintoleranz hin. Ein zweiter Test ist der Blutzuckertest. Dieses Verfahren basiert auf der Messung des Glukose-Gehalts im Blut. Je besser die Laktose in Glukose und Galaktose umgewandelt und aufgenommen wird, umso höher der Blutglukose Spiegel.

Paleo – Ja oder nein zu Milchprodukten?

Sich nach den Paleo Prinzipien zu ernähren bedeutet zu Beginn Milch vom Ernährungsplan zu streichen. Egal ob Laktose, Casein oder auch die Verarbeitung der Milch der „Übeltäter“ ist – so kann man herausfinden, ob man sich ohne Milch besser fühlt.

Wenn man Milchprodukte gut verträgt und sie wieder in den persönlichen Ernährungsplan einbauen möchte, bietet es sich an, einige wichtige Aspekte zu beachten:

  • Produkte von grasgefütterten/artgerechter gehaltenen Tieren verzehren
  • Wenn Milch, dann am besten recht unverarbeitete Milch (falls man daran gewöhnt ist und einen zertifizierten Hof in der Nähe hat: Rohmilch)
  • Verzicht auf ultrahocherhitzte (UHT) Milch, auch die Homogenisierung der Milch kann einen negativen Einfluss auf die Verträglichkeit haben
  • Milch anderer Tierarten probieren – Ziegenmilch, Schafsmilch oder auch Kamelmilch kann verträglicher sein
  • die Vollfettstufe wählen
  • Fermentierte Milchprodukte bevorzugen (Kefir, Hartkäse,…)
  • verschiedene Milch und Käseprodukte ausprobieren und indivuelle Verträglickeit ausprobieren

Ähnlich wie bei einer Fruktoseintoleranz, FODMAP-Unverträglichkeit oder auch Histamininterolanz kann sich die Laktoseintoleranz mit der Zeit und einer veränderten Lebensweise verbessern.

Du möchtest dein Wissen um eine gesündere Verdauung vertiefen und der Ursache einer Laktoseintoleranz auf den Grund gehen? Mehr hilfreiche Informationen findest du in unserem Power Guide zur gesunden Verdauung. Du möchtest erfahren, welche Nahrungsmittel für dein Unwohlsein verantwortlich sein können? Probiere gerne das Paleo Autoimmunprotokoll (AIP) aus – hier gibt es mehr Infos und mehr passende Rezepte.

Viele unserer Leser versuchen, nach 30 Tagen ohne diese wieder Milchprodukte einzuführen. Hier gibt einiges zu beachten. Unser Power Guide hilft mit Hintergrundinfos zur Laktoseintoleranz, Einkaufstipps für Milchprodukte und einem 1-wöchigem Speiseplan zur Wiedereinführung + Rezepte.

Wie haltet ihr es mit Milchprodukten? Habt ihr schon getestet, ob ihr sie gut vertragt? Teilt eure Meinungen mit uns!

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Geschrieben von Anja

Anja ist Ernährungswissenschaftlerin und beschäftigt sich schon eine Weile mit dem Paleo-Lebensstil, welcher ihr mehr als nur Energie für Alltag und Sport bringt. Sie weiß, Paleo birgt für jeden die Möglichkeit seine individuelle Ernährung zu finden - mit dem Ziel eines neuen Körpergefühls und langfristiger Gesundheit. Und genau das ist ihre Motivation ihr Wissen an andere weiterzugeben.
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11 Kommentare

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  1. Steffi //

    Achtung: Laktosefreie Milchprodukte sind nie komplett laktosefrei, es ist lediglich eine Reduktion möglich. Deshalb sind diese Produkte bei LI nicht wirklich zu empfehlen.

    Auch wenn man nach dem Essen von Lebensmitteln mit sehr geringem Laktosegehalt keine Beschwerden verspürt, so schwächen sie trotzdem den Körper, insbesondere natürlich den Darm.
    Mit LI sollte man daher nicht täglich laktosearme Lebensmittel zu sich nehmen.

    Antworten
    • Simon //

      Das mit dem geringen Restlaktosegehalt kann ich auf jeden Fall unterschreiben.

      Antworten
  2. Leon //

    Hallo Zusammen,
    erstmal möchte ich ein Lob los werden. Der Bericht ist echt klasse!

    Ich selbst habe auch eine Laktoseintoleranz und ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass meine LI schlimmer wurde als ich komplett auf laktosehaltigen Produkte verzichtet habe.

    Seit her versuche ich die laktosehaltigen Produkt einzuschränken und bei Bedarf nehme ich ein Präparat ein das mir sehr gut Hilft.
    Ich nehme Laktosolv, da mir die anderen Präparate leider nicht halfen.

    Mit dieser Methode komme ich sehr gut zurecht und meine Intoleranz hat sich seit dem auch nicht mehr verschlechtert.

    Antworten
  3. Münchner //

    Hallo,

    ich habe mal ein Frage zu Hüttenkäse, sprich Körnigen Frischkäse. Ich liebe körnigen Fischkäse. Wie auch immer, er ist sicher nich Paleo. Aber er soll nicht die negativen Eigenschaften wie Milch haben, . Z.B. Durch Milch (-produkte) wird Insulinspiegel gesteigert und die Fettverbrennung gestoppt, aber anscheinend durch krönigen Frischkäse nicht.
    Kann jemand dazu was sagen?
    Grüße aus Muc

    Antworten
    • Münchner //

      Noch ein Nachtrag aus wikepedia:
      „Pasteurisierter (Mager-)Milch werden Milchsäurebakterien, Calciumchlorid und unter 0,2 % Lab zugegeben und anschließend für 12 h (bei 22 °C) bis 4 h (bei 30 °C) dickgelegt. Ersteres Verfahren wird als Kaltsäuerung, zweites als Warmsäuerung bezeichnet. Die Milchsäurebakterien (z. B. Lactobacillus lactis ssp. lactis oder ssp. cremoris) bewirken durch eine Absenkung des pH auf ca. 4,7 in Verbindung mit dem Lab, dass sich eine Gallerte bildet. Diese Gallerte wird anschließend mit einer Käseharfe in kleine Würfel geschnitten und bei 50–55 °C für etwa 1 h gebrannt. Unter Brennen versteht man in der Fachsprache, dass sich aufgrund steigender hydrophober Wechselwirkungen das Caseinnetzwerk in Gallertwürfeln zusammenzieht und die in der Gallerte eingeschlossene Flüssigkeit – das Serum – aus der Gallerte freigesetzt wird. Der Gallertwürfel verfestigt sich dadurch und die Trockenmasse wird erhöht. Die Erwärmung auf Brenntemperatur muss langsam erfolgen, damit sich die Gallertwürfel nicht lediglich äußerlich verfestigen (d. h. innerhalb der äußeren Schicht der Gallertwürfel vernetzen sich die Caseinkomplexe zu rasch und bilden eine Haut um die Gallertwürfel – in der Fachsprache coating genannt) und damit einen weiteren Wasseraustritt verhindern. Nach dem Brennen und ausreichendem Serumaustritt werden die entstandenen Gallertkörner noch mehrmals gewaschen und so Säuren, Salze und Milchzucker aus dem Korn entfernt. In einem abschließenden Schritt werden die Körner mit einer Soße vermischt. Die Sauce besteht aus fermentierter Sahne und Salz und dient der Aromatisierung der Körner.“

      Das macht einiges klar. Körniger Frischkäse hat viel Casein und kein Milchzucker. Letzteres bestätigt meine Vermutung, dass Hüttenkäse den Insulinspiegel nicht in die Höhe treibt.
      Wenn man Casein verträgt, ist Hüttenkäse/Körniger Frischkäse eigentlich ein sau gutes Lebensmittel, auch wenn es nicht Paleo ist.

      Antworten
      • Münchner //

        Noch ein Nachtrag zu Casein ;) :
        „Durch die Erhitzung, Säurezugabe oder verstärkt durch Zugabe des Enzyms Pepsin findet ein Teilabbau des Caseins statt, was Käse und Quark leichter verdaulich macht als Rohmilch.

        Casein kann bei Menschen als Allergen wirken und sehr heftige, sogar lebensbedrohliche Reaktionen auslösen. Eine Allergie auf Casein ist recht selten zu beobachten. Diese ist nicht mit einer Laktoseintoleranz zu verwechseln, bei der es sich um eine enzymbedingte Unverträglichkeit gegenüber Milchzucker handelt.

        Die Verdauung von Casein geht sehr langsam vonstatten. Sie kann bis zu acht Stunden betragen. Diesen Vorteil machen sich Sportler (insbesondere Bodybuilder) zu eigen, um (beispielsweise über Nacht) eine Aminosäureversorgung über mehrere Stunden zu erreichen.

        Weiterhin scheint es, dass manche Menschen Casein (ebenso wie auch Gluten, d. h. Getreide-Klebereiweiß) nicht vollständig verdauen können, und dass die in diesem Fall zurückbleibenden unverdauten Peptide, auch Exorphine genannt, auf das Gehirn und Nervensystem dieser Menschen eine Opioid-artige Wirkung entfalten.“

        Sprich für Sportler sehr gut, wenn man es verträgt.

        Antworten
  4. Larissa //

    Danke für den interessanten Beitrag! Was ist mit laktosefreienmilchprodukten-ich esse nicht so gerne Fleisch, und Decke daher meinen EW Bedarf mit einem Joghurt (lactofrei)am Tag und etwas Milch oder Butter im Kaffee.Das mit den MiPros ist nämlich auch mein Problem beim Wohle 30 programm :-(
    LG
    Larissa

    Antworten
    • Anna Martin //

      Hi Larissa, danke für deinen Beitrag. Nein, laktosefreie Milchprodukte sind nicht Paleo, weil es sich hierbei um stark verarbeitete Lebensmittel handelt. Die Milch wird in den Herstellungsprozessen stark erhitzt und pasteurisiert, außerdem mit Enzymen behandelt. Wenn du an einer Laktoseintoleranz leidest und keinesfalls auf Milchprodukte verzichten willst, sind diese Produkte schon eine Option, ansonsten würden wir dir eher abraten. Falls du normale Milchprodukte in deinen Ernährungsplan integrieren willst, empfehlen wir dir, auf Rohmilchprodukte oder Fermentiertes zurückzugreifen. Die darin enthaltenen Bakterien haben ohnehin einen Großteil der Laktose in der Milch bereits umgesetzt, sodass wir nicht mehr so viel Laktase brauchen, um den Rest Laktose zu verarbeiten. Joghurt oder Kefir sind hier Beispiele. Vielleicht sind auch Schaf- oder Ziegenmilchprodukte für dich geeignet?

      Antworten
      • Aaaragorn //

        Liebe Anna, Larissa hat ja Yoghurt aufgeführt, man fragt sich ob Du vor der Antwort überhaupt ihren Beitrag gelesen hast!?
        Laktosefrei wird es ja gemacht indem Laktase – also das im Körper nicht vorhandene Enzym zugegeben wird. Nichts anderes als wenn jemand eine Lactase-Tablette dazunimmt oder von sich aus noch die Lactaseproduktion nach dem Säuglingsalter aufrecht erhalten hat.
        Von einer sonstigen Verarbeitung sagt das erstmal gar nichts aus.
        Und bei Yoghurt, Käse, etc. sagt lactosefrei nochmal weiger aus, da wie Du richtig beschreibst, durch den Herstellungsprozess schon Laktose verbraucht wird.
        Auch bei ihrer Milch oder Butter gab es keine demensprechende Information. Es könnte alles genauso gut aus Rohmilch sein und Fermentieren ist eben auch Verarbeitung.
        Meiner Meinung passt Deine Antwort nicht zu Larissas Beitrag.
        Dich stört erst ihr Joghurt und am Ende empfiehlst Du ihr Joghurt!?

        Antworten
        • Anna Martin //

          Hallo Aaragorn,
          Larissa sprach von laktosefreiem Joghurt, das heißt also, sie wollte wissen, ob laktosefreie (industriell hergestellte) Produkte Paleo-konform sind. Meine Antwort darauf war: Nein.
          Meine Empfehlung lautete deshalb, dass man am besten erst einmal auf alle Milchprodukte verzichtet und sie dann, bei Bedarf, wieder schrittweise einführt und dadurch testet, wie der Körper reagiert. Sollte man dadurch feststellen, dass die Milchprodukte keine negativen gesundheitlichen Auswirkungen haben und man mit einem dementsprechend adäquaten Pool von Laktase ausgestattet ist, ist es fortan besser, auf Rohmilchprodukte zurückzugreifen. Und ich spreche deshalb von „besser“, weil anderweitige Milchprodukte wie beispielsweise die fettarmen oder laktosefreien Produkte langen Verarbeitungsprozessen unterzogen werden, bevor sie im Supermarkt Regal landen. Du behauptest, dass eine Laktasezugabe im Zuge der industriellen Verarbeitung von Milchprodukten nicht zwangsläufig heißt, dass noch anderweitige Schritte nötig sind, als die Enzymzugabe. Das mag in seltenen Fällen stimmen (es gibt auch laktosefreie „Frischmilch“ in Biomärkten etc.), aber meistens sieht es anders aus. Denn nach der Behandlung mit dem Enzym wird die Laktase in der Regel anschließend durch Erhitzen der Milch deaktiviert und die Milch dabei gleich pasteurisiert oder ultrahocherhitzt. Ich weiß nicht, wie du das siehst, aber für mich ist das eine hochgradige Verarbeitung und widerspricht den Grundsätzen von Paleo. Ich habe Larissa Joghurt nicht „empfohlen“, wie du es nennst, sondern ihr lediglich alternative Denkansätze gegeben, sodass sie selbst nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden kann, worauf es ihr ankommt. Manche Menschen, die sich Paleo ernähren, entscheiden sich, Rohmilch zu essen, andere eben nicht. Das liegt am individuellen Ermessen.
          Falls Larissa mit meiner Antwort nicht zufrieden ist, kann sie sich gerne nochmals melden und ich werde mich bemühen, ihr noch andere Ratschläge zu geben.

          Antworten
    • joha //

      ich habe ein paar Bemerkungen zur Laktoseintoleranz
      als betroffener mußte ich feststellen,daß Käse Butter und joghurt ect.
      kein großes Problem sind.
      meißtens übeseht man, daß in Wurst,Soßenpulver,Fleischbrühpulver
      u.anderen Fertigprudukten oft extrem viel Milchzucker versteckt ist.
      Teilweise sogar in Backwaren wie Brot und Brötchen
      (natürlich kein Paleo)
      Wenn man überwigend Fertigpruduckte verzichtet,Wurst vom Metzger
      des vertauens bezieht und zu Milch 1 oder 2 Lactasetabletten nimmt
      kommt man ganz gut über die Runden.
      bei mir funtioniert es ganz gut

      mfg
      joha

      Antworten

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