11 Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion

Wusstest du, dass die Ernährung und Schilddrüsenfunktion unmittelbar zusammen hängen können? Mit den geeigneten Zutaten auf dem Teller und Snacks in der Tasche können sich Symptome durchaus sowohl lindern als auch vermeiden lassen.

Dabei ist die Ernährung nicht der einzige Faktor der Lebensweise, der einen positiven Einfluss bei einer Schilddrüsenunterfunktion haben kann.

Anfangs ist es schwer vorstellbar, dass ein kleines Organ am Hals – die Schilddrüse – in einer Vielzahl von Vorgängen im Körper “mitmischt”.

Aber tatsächlich: Die Hormondrüse an deinem Hals steuert einen Großteil deines Stoffwechsels. Dabei kann eine Über- beziehungsweise Unterfunktion der Schilddrüse zu vielen Symptomen und ungünstigen Folgeerscheinungen führen. Grund genug, sich mit dem Einflussfaktoren des Hormonstoffwechsels genauer auseinanderzusetzen.

In diesem Artikel erfährst du

  1. Wie man eine Schilddrüsenunterfunktion erkennen und einordnen kann (inkl. wichtiger Blutwerte). 
  2. Wie du die Funktion der Schilddrüse positiv beeinflussen kannst.
  3. Warum der Mikronährstoff Jod und dessen Aufnahmemenge so kontrovers diskutiert wird.

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Schilddruesenunterfunktion 11 Symptome

Das Schmetterlingsorgan Schilddrüse

Die Schilddrüse befindet sich bei Menschen am Hals unterhalb des Kehlkopfes und hat die Form eines Schmetterlings. Sie erfüllt als Hormondrüse zudem die Aufgabe der Speicherung von Jod, welches zur Bildung der Schilddrüsenhormonen Trijodthyronin (T3) und Tetrajodthyronin (T4) benötigt wird. Die Bildung der Schilddrüsenhormone wird durch das Hormon Thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH) angeregt. TSH wird in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gebildet und ausgeschüttet.

Die Wirkungen der Schilddrüsenhormone sind vielfältig, zudem sind sie mit den Wirkungen anderer Hormone verflochten.

Zu den Prozessen, die die Schilddrüsen-Hormone regulieren, gehören:

  • die Verstoffwechselung von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen – sprich die Regulation des Energiestoffwechsels
  • der Sauerstoffverbrauch der Zellen
  • Regulation der Körpertemperatur
  • die Steuerung einiger Funktionen des Magen-Darm-Traktes
  • die Funktion des Kardiovaskulären Systems (Herz-Kreislauf-System)
  • Wachstumsvorgänge sowie Differenzierungsabläufe der Zellen
  • die geistige Entwicklung des Fötus und auch bei Kindern

Alle Aufgaben haben elementaren Charakter und können bei einer Störung der Schilddrüsenfunktion betroffen sein. Wenn eine Unterfunktion der Schilddrüse vorliegt, laufen diese Funktionen demnach nicht mehr optimal ab.

Die Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion

Die Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), können wie bei nahezu jeder Krankheit, verschiedenen Ursprungs sein.

  • Veränderung des Schilddrüsengewebes mit Funktionsverlust (beispielsweise auf Grund von Entzündungsvorgängen wie bei der Autoimmunerkrankung Hashimoto)
  • Mangel an Mikronährstoffen, wie Jod, Selen, Eisen, Vitamin D, B-Vitaminen und Zink
  • (angeborene) Störungen des Schilddrüsenhormonstoffwechsels (z.B. verringerte Sensitivität der Zellen auf die Hormone, verringerte Hormon-Produktion der Schilddrüse, verringerte TSH-Produktion der Hirnanhangdrüse
  • Behandlung einer Überfunktion mit hormonhemmenden Medikamenten (Thyreostatika) kann zur Unterfunktion führen
  • Gutartige und bösartige Geschwülste (Tumore) in der Schilddrüse
  • Operation an der Schilddrüse oder eine Strahlentherapie
  • Schädigung der kindlichen Schilddrüse während der Schwangerschaft im Mutterleib (etwa durch Jodmangel, Schilddrüsenunterfunktion der Mutter oder eine Radiojodtherapie). Bei einer angeborenen Hypothyreose folgen die Anzeichen dafür häufig erst in den ersten Lebensmonaten. Typisch sind dann eine vergrößerte Zunge, eine Trinkschwäche, eine verminderte Aktivität und Bewegungsarmut der Neugeborenen und eine verlängerte Neugeborenen-Gelbsucht. Zu spät oder gar nicht behandelt kann es zu Kleinwuchs (Entwicklungsstörungen an den Knochen) und Gehirn (Nervensystem) kommen
  • auch eine ungünstige Lebensweise, wie bspw. chronischer Stress, unerholsamer Schlaf, wenig Bewegung, … kann Einfluss auf die Schilddrüsenfunktion haben

Symptome der Schilddrüsenunterfunktion

Zu welchen Symptomen führt eine Schilddrüsenunterfunktion? Die folgende Liste typischer Auffälligkeiten macht es deutlich:

  1. Erhöhte Müdigkeit und Schläfrigkeit, sowie verminderter Antrieb und Teilnahmslosigkeit
  2. Erhöhte Empfindlichkeit gegen Kälte
  3. Depressive Verstimmung und Gedächtnisschwäche
  4. Trockene und blasse Haut
  5. Muskelschwäche und – steifheit, auch Muskelschmerzen können sich zeigen
  6. Sprödes Haar und Haarausfall sowie brüchige Nägel
  7. Erhöhung der Blutfettwerte und Gewichtszunahme
  8. Anschwellen des Unterhautgewebes (z.B. aufgeschwemmte Augenlider durch Flüssigkeitsansammlungen)
  9. Verlangsamung der Körperreflexe und des Herzschlags
  10. Libido Verlust bzw. Verminderung, unregelmäßige Periode bei Frauen;  bei Männern Potenzprobleme
  11. Unfruchtbarkeit
  12. Langsamere Sprache und eine tiefere, heisere Stimme
  13. Bildung eines Kropfs

Die Auflistung macht deutlich, dass die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion sich viele Organe und Bereiche des Körpers betreffen können. Das macht es schwerer genau zu analysieren, wo die Ursache des Problems liegen kann. Dennoch gibt es einige Blutwerte anhand dessen Ärzte abschätzen können, wie sehr die Funktion der Schilddrüse beeinträchtigt ist. Genaueres erklären wir in einem weiteren Abschnitt diesen Artikels.

Auch bei Entzündungsvorgängen (bspw. wenn man an Hashimoto erkrankt ist) geht der Mangel an Schilddrüsenhormonen eher schleichend von statten – daher bemerken viele Betroffene erst spät, dass ein Problem mit der Funktion der Schilddrüse vorliegt.

Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann auf einen Nährstoffmangel oder die Folge von Entzündungsvorgängen zurückzuführen sein. Entzündungen können zu einer “Zerstörung” des intakten Schilddrüsengewebes führen. In Bezug auf eine chronische Schilddrüsenenzündung ist die Autoimmunerkrankung Hashimoto Thyreoiditis zu erwähnen – eine chronische und bis heute nach konventioneller Medizin mit Medikamenten behandelbare, aber nicht heilbare Erkrankung.

In weiteren Artikel haben wir die Grundlagen von Hashimoto, deren Symptome-und Diagnose und wie die Ernährungsumstellung aussehen kann, genauer betrachtet. Wir zeigen dir, dass es einige Möglichkeiten gibt, die Autoimmunerkrankung zu behandeln und die Symptome zu verbessern.

Ist man von Hashimoto betroffen interpretiert der Körper die eigene Schilddrüse fälschlicherweise als fremdes Gewebe. Typischerweise werden vom Immunsystem Antikörper produziert. Die dabei ablaufende chronische Entzündung “zerstört” mit der Zeit immer mehr Zellen des Schilddrüsengewebes. Nach Wochen (manchmal auch erst nach Jahren) entwickelt sich daraus schleichend eine Schilddrüsenunterfunktion mit anfangs harmlosen, dann immer deutlicheren Beschwerden.

Nicht jede Schilddrüsenunterfunktion ist auf eine Entzündung zurückzuführen, es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass dies öfter der Fall ist, als allgemein angenommen.

Welche Blutwerte kann man überprüfen lassen?

Folgende Schilddrüsenparameter können zur Diagnostik einer Schilddrüsenunterfunktion genutzt werden:

  • TSH-Wert, T3/freies T3, T4/freies T4
  • Antikörper -Titer gegen das Enzym Thyreoperoxidase (TPO) und das Protein Thyreoglobulin (Tg)

Sowohl bei einer Schilddrüsenunterfunktion als auch Hashimoto bekommen Patienten oft Levothyroxin (Synthroid) verschrieben – ein synthetisches T4-Hormonpräparat. Patienten vertragen jedoch mitunter “bio-identische” Präparate besser, welche ein Gemisch u.a. aus T3 und T4 enthalten.

Welches Medikament sich eignet, ist sicherlich auch abhängig davon, wie viel Gewebe der Schilddrüse noch vorhanden ist und wie gut der Körper mit Nährstoffen (wie Selen und Jod) versorgt ist.

Welche Lebensstilfaktoren beeinflussen Schilddrüsenunterfunktionen?

Sowohl die Ernährung, als auch weitere Faktoren können einen Einfluss auf den Schilddrüsenstoffwechsel haben. Chronischer Stress, unerholsamer Schlaf, ungünstige Ernährung und artifizielles Licht (z.B. der relativ blaue Lichtanteil von Bildschirmen) können Hormonbalancen im Körper ungünstig beeinflussen.

Chronischer Stress kann z.B. die Cortisol-Spiegel beeinflussen, ungünstige Ernährung den Insulin-Stoffwechsel und artifizielles Licht die Melatonin-Produktion. Es ergibt Sinn, das Hormonsystem als ein Ganzes zu betrachten – denn beeinflusst man z.B. den Cortisol-Stoffwechsel wird dies auch Einfluss auf weitere Prozesse im Körper (wie den Schilddrüsenstoffwechsel) haben.

Erholsamerer Schlaf, ein entspannteres Leben mit einer gelasseneren Einstellung, mehr Bewegung und eine verbesserte Ernährung können positive Einflussfaktoren sein. Auch Kälte-Reize können den Schilddrüsenstoffwechsel wieder auf Trab bringen. Probier einmal aus regelmäßig kalt zu duschen oder kurze Spaziergänge bei kälteren Außentemperaturen mit weniger Bekleidung an, als mit der du dich im ersten Moment wohl fühlst.

Es gibt viele Möglichkeiten auszuprobieren um herauszufinden, was dir persönlich gut tut und die Funktion der Schilddrüse verbessern kann.

Was wir dir mitgeben wollen: Die Auswirkungen von Schilddrüsenunterfunktionen sind durch deinen Lebensstil beeinflussbar und du musst dich nicht nur mit einer standardmäßig verschriebenen Tablette zufrieden geben.

Stelle deinem Arzt gerne viele Fragen, einige haben wir in dem Artikel zu den Symptomen und Diagnose von Hashimoto dargestellt.

Um nun etwas genauer zu werden: Wie kann die Ernährung, als ein Lebensstil-Faktor, bei einer Schilddrüsenunterfunktion aussehen?

Ernährung bei einer Schildrüsenunterfunktion

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann zur Gewichtszunahme führen – da u.a. der Grundumsatz des Körpers sich verändert und über Essen zugeführte Energie schlechter verwertet werden kann. Aus diesem Grund kann es für einige hilfreich sein energie-reiche Mahlzeiten und Lebensmittel einzuschränken.

Zudem weisen Unterfunktionen der Schilddrüse oft auf einen Nährstoffmangel hin (Jod, Selen, Eisen, Zink, Vitamin D,..) – diesen zu beheben, kann helfen Symptome zu lindern.

Insbesondere die Ernährung bei einer Hashimoto (einer Autoimmunerkrankung, wie Zöliakie und Multipler Sklerose) kann darauf ausgelegt sein “reizärmer” als andere Ernährungspläne zu sein – um das Immunsystem nicht extra zu fordern und durch die Zufuhr mit ausreichend Nährstoffen zu unterstützen.

Die Paleo-Ernährung ist reizämer und nährstoffreicher als andere Ernährungsformen – durch dem Verzicht auf Fertigprodukte, viele Konservierungsstoffe, raffinierten Zucker, das Getreideprotein Gluten, das Milcheiweiß Casein und den Milchzucker Laktose so wie Lektinen aus Hülsenfrüchten.

Dafür bedient man sich aus der Fülle von Gemüse, Fleisch, Fisch, Obst, Nüssen, Eiern und Kräutern.

Egal ob man einer entzündungsbedingten oder “normalen” Schilddrüsenunterfunktion leidet: Für einen guten Schilddrüsenstoffwechsel sind einige Nährstoffe im ausreichenden Maß notwendig.

Jod

Bei dem Spurenelement Jod ist weder zu viel noch zu wenig gut. Jodmangel kann zur Schilddrüsenunterfunktion führen, aber auch zu viel Jod kann nachteilige Auswirkungen auf die Schilddrüse haben. Hat der Körper zu wenig Jod, kann er nicht ausreichend Schilddrüsenhormone produzieren. Zuviel Jod kann Entzündungen der Schilddrüse weiter „anheizen“, anscheinend vor allem dann, wenn gleichzeitig ein Selen-Mangel vorliegt.

Auch der häufige Verzehr sehr jodhaltiger Lebensmittel wie z.B. Algen (Sushi) und einiger Seefische können jedoch Entzündungsprozesse in der Schilddrüse fördern. Hin und wieder jodreicherere Lebensmittel können aber auch Hashimoto-Patienten genießen. Denn womöglich macht es einen Unterschied, woher das Jod in der Nahrung kommt – entweder aus natürlichen Quellen (Fisch, Algen, etc.) oder aus jodierten Salzen, bzw. Lebensmitteln die mit jodierten Salz zubereitet wurden.

Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmittelen empfehlen wir dir mit einem Arzt abzusprechen.

Vitamin D

Viele Krankheiten sind mit einem Vitamin D-Mangel assoziiert. Den Vitamin D-Spiegel anzuheben, kann sich positiv auf die Schilddrüsenfunktion auswirken. Mit Vitamin D Präparaten zu supplementieren kann sinnvoll sein, vor allem wenn man durch das Sonnenlicht und / oder die Ernährung nicht genügend bildet oder zu sich nimmt. Ein einfacher Bluttest beim Hausarzt kann den Vitamin D Status aufzeigen. Typischerweise wird dazu der Spiegel des 25-OH-Vitamin-D3 (Calcidiol) bestimmt . Sinnvoller kann es sein zusätzlich die aktive Form des Vitamins (1,25 OH) zu bestimmen.

Mit Vitamin D in Tabletten oder als Tropfen zu supplementieren ist jedoch vor allem langfristig nicht für jeden zu empfehlen. Vor allem im Sommer ist es besser sich ausreichend den UV-Strahlen der Sonne auszusetzen.

Selen

Ein Selenmangel kann einer verminderten Bildung von T3 und damit zur Entstehung einer Hypothyreose beitragen. Einige Studien haben gezeigt, dass Selen in der Lage ist, die Entzündungsreaktion der Schilddrüse abzuschwächen. Selenreiche Nahrungsmittel sind Meeresfrüchte, Fleisch, Innereien (wie Leberwurst), Fisch, Eier und Paranüsse.

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend und sind in der Lage Autoimmunprozesse beziehungsweise Entzündungsvorgänge im Körper zu dämpfen. Gute tierische Quellen sind beispielsweise Fleisch von grasgefütterten Tieren (Rind, Lamm, Ziege, Hirsch und Reh; Schwein und Huhn haben geringere Omega-3-Werte) und Fisch aus Wildfang (Lachs, Sardinen, Anchovis, Makrelen, Hering oder Forelle).

Das Omega 6 zu Omega 3 Verhältnis in den Zellmembranen der Blutzellen ist kann man diagnostisch bestimmen lassen. Um das Verhältnis zu verbessern ist der erste Schritt auf eine Omega-6 ärmere Ernährung umzusteigen. Lass das Sonnenblumenöl lieber im Regal stehen! Kokosöl, Olivenöl, Avocadoöl aber auch tierische Fette wie Rindertalg und Schweineschmalz sind die bessere Wahl.

Goitrogene Substanzen

So bezeichnet man Stoffe, die potentiell den Jodstoffwechsel beeinträchtigen und die Bildung eines Kropfes fördern können. Lange galt es, dass bei Schilddrüsenerkrankungen goitrogene Substanzen vermieden werden sollten – aber eben damit auch nährstoffreiche Lebensmittel. Überwiegen hier die Vorteile der Lebensmittel den Nachteilen?

Denn goitrogene Substanzen sind in verschiedene Kohlarten, Rettich, Senf, Spinat, Pfirsichen und Erdbeeren enthalten – diese Lebensmittel zu meiden, kann in Hinblick auf die Nährstoffversorgung und die Ballaststoffversorgung (für eine gute Darmbakterienzusammensetzung) sogar eher Nachteile als Vorteile haben.

Es ist weniger sinnvoll die Nahrungsmittel nicht mehr zu essen – nach Möglichkeit ist es aber besser, diese nicht roh bzw. nicht in hohen Mengen zu verzehren. Es ist zu erwähnen, dass das Kochen der genannten Lebensmittel die Menge an goitrogenen Substanzen vermindert und eine Fermentation sie erhöht.

Für alle biochemisch Interessierten, ein genauerer Einblick: Pflanzen können goitrogene Substanzen wie Thioglykoside oder zyanogene Glykoside enthalten. Thioglykoside hemmen die Bindung von Jod an die Aminosäure Tyrosin und verhindern so die Bildung der Schilddrüsenhormone. Zyanogene Glykoside beispielsweise aus Bittermandeln, Hirse und Bambussprossen zerfallen bei der Verdauung zu Zyanid (Blausäure), welches die Jodaufnahme in die Schilddrüse vermindert und dadurch ebenfalls die Bildung der Schilddrüsenhormone beeinträchtigt.

Hashimoto und das Autoimmunprotokoll (AIP)

Leidet man an einer Schilddrüsenunterfunktion oder an Hashimoto kann man etwas tun, um die persönliche Situation zu verbessern.

Der erste Schritt kann sein: 30 Tage Paleo ausprobieren, gerne mit unserer Unterstützung. Einen Schritt weiter geht das Paleo-Autoimmunprotokoll, in der zumindest für eine gewisse Zeit (Eliminationsphase) weitere Lebensmittel gemieden werden.

Denn Getreide, Hülsenfrüchte, Milch, Eier, Nüsse, andere Samen von Pflanzen – all diese Lebensmittel enthalten Eiweiß-Strukturen (Allergene), die das Immunsystem zusätzlich fordern können – vor allem dann, wenn die Darmgesundheit beeinträchtigt ist.

Bessern sich die Symptome mit der Ernährungsumstellung und damit mitunter die Lebensqualität, wird man diesen Schritt nicht bereuen. Eine Ernährungsumstellung kann zumindest der erste Schritt einer Lebensstil-Änderung sein, um Schilddrüsenunterfunktionen oder auch Krankheiten wie Hashimoto besser in den Griff zu bekommen.

Du hast schon deine Erfahrungen mit einer Schilddrüsenunterfunktion gemacht oder hast noch Fragen zu dem Thema? Teile uns deine Anmerkungen gerne in den Kommentaren unter dem Artikel mit.

Dein Wissensdurst ist noch nicht gestillt und du möchtest mehr erfahren? Wir haben noch mehr Informationen und auch passende Rezepte im E-Book über Hashimoto & die Schilddrüse gesammelt.

Du möchtest mit dem Paleo Autoimmunprotokoll deine Gesundheit verbessern, aber die Durchführung erscheint dir zu schwierig? Sicher dir unseren AIP Support und wir begleiten dich 12 Wochen lang – mit einem eigenen Kochbuch E-Book, wöchentlichen Ernährungsplänen, Einkaufslisten und allen wesentlichen Infos. Es wird lehrreich, lecker und lustig. Wir helfen dir beim Durchhalten.

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Geschrieben von Anna

Anna ist Ernährungswissenschaftlerin und interessiert sich sehr für den Stoffwechsel und seine vielfältigen Mechanismen. An Paleo begeistert sie vor allem die neu gewonnene Energie für Geist und Körper. In ihrer Freizeit läuft und wandert sie viel, auch das Klettern und Bergsteigen gehören zu ihren größten Hobbies. Ihr Traum ist es, einmal einen Sommer lang auf einer Alm zu arbeiten. Anna auf Google+
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30 Kommentare

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  1. Yvonne Kuefer //

    Vielen Dank für den hilfreichen Artikel! Ich habe vor einer Woche erfahren, dass ich auch an einer Unterfunktion leide. Ich will jetzt versuchen meinen Lebensstil anzupassen und bin für Tipps dankbar. Viele Grüße

    Antworten
    • Anja Wagner //

      Hallo Yvonne – der erste Schritt ist oftmal mit dem Ändern anzufangen – einfacher als anderes ist hier oft die Ernährung :) Viel Erfolg! LG, Anja

      Antworten
  2. Svenja //

    Hallo,
    bei mir wurde im Oktober 2016 eine Unterfunktion festgestellt, aber ich glaube das irgendwie nicht. Es war so:

    1. Normale Blutuntersuchung beim Hausarzt schon mit Verdacht auf UF, weil ich ein paar Anzeichen hatte.
    2. Diagnose: UF (Ein Wert lag bei 3,9, ich weiß nicht genau wie der Wert heißt…)
    3. Ich wurde nun zum Nuklearmediziner geschickt, der mir nochmals Blut abnahm. Sehr verwirrend war hier, dass der Arzt sich diese Werte vom Hausarzt angesehen hat und meinte, dass die doch völlig in Ordnung seien und die Schilddrüsenwerte sowieso. Er wisse gar nicht, was ich hier will… Trotzdem wurde Blut abgenommen und getestet.
    4. Als die Werte da waren, bin ich wieder zum Hausarzt, der mir sagte, dass der Spezialist auch eine Medikation empfiehlt. Stand wohl auf dem Bericht.

    Ich bin völlig verwirrt… Ich vertraue meinem Hausarzt eigentlich schon, er ist nämlich ein Freund von uns, aber ich habe ein ganz schlechtes Gefühl, diese Tabletten zu nehmen. An vielen Tagen, an dem ich sie nehme, habe ich ein so unangenehmes schnelles Klopfen im Hals, dass mir das Atmen schwerfällt und ich nervös werde.

    Nun habe ich sie mal ein paar Tage nicht genommen und mir geht es besser. Ich weiß, man soll die nicht einfach absetzen… Oder doch? Was sagt ihr?

    Viele Grüße
    Svenja

    Antworten
    • Anja Wagner //

      Liebe Svenja – mein Gefühl sagt mir, dass es sich lohnen kann auf das eigene Körpergefühl zu hören. Kannst du dir gegebenenfalls eine zweite Meinung einholen?
      Vielleicht findest du auf dieser Ärzte Zusammenstellung jemand Passendes:
      https://www.paleo360.de/paleo-aerzte/

      LG, Anja

      Antworten
  3. Tomasz //

    Mein Beispiel ist glaube ich ein Phänomen. Ich habe vor acht Jahren das erste Mal meine Schilddrüse untersuchen lassen. Nach Auswertung der Blutwerte durch einen Hausarzt aus Hamburg wurde bei mir eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt. Zuerst wurde mir eine kleine Dosis L-Thyroxin verschrieben. Die letzte Dosis war 125 mg war, bis dieser Arzt richtig die Medikation eingestellt hat. Ich war vor Anfang an skeptisch und unglücklich wegen der Einnahme von Medikamenten, da ich keine von diesen oben genannten Symptomen hatte. Ich hatte ein wenig Probleme mit meinem Gewicht. Dagegen habe ich auch nach vierjährigen Einnahme der Medikamente etwas unternommen. Ich habe mich auf Fleisch und Milchprodukte verzichtet. Dann bin ich aus beruflichen Gründen nach München gezogen. Dort habe ich mich auf der Suche nach einem Endokrinologe gemacht. Ich habe eine Praxis dort aufgesucht, in der die behandelte Ärztin mich neu untersucht hat. Sie hat das Blut entnommen und die komplette Schilddrüsendiagnostik durchgeführt. Als die Ergebnisse der Untersuchungen da waren, haben wir miteinander gesprochen. Sie sagte zu mir, dass ich keine Schilddrüsenunterfunktion habe / hatte. Als ich das gehört habe, war ich wirklich sprachlos. Sie sagte zu mir, dass sie keine Medikamente mehr einnehmen musste. Ich war in diesem Moment aber sauer auf den Arzt aus Hamburg, weil er vielleicht falsch meine Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert hat. Ich muss dazu sagen, dass ich mich sowieso immer gut gefühlt habe und damals an der falschen Ernährung lag. Und jetzt bin ich wieder aus privaten Gründen nach Hamburg gezogen, habe ich meine Ernährung umgestellt (vegan seit drei Jahren), mein Gewicht aus meiner Sicht seit fünf Jahren unverändert. Ich bin sportlich wieder aktiv nach einer Sportverletzung. Aber der Hammer kommt jetzt. Ich musste letzte Woche zum Arzt (derselbe Arzt von früh), dann dachte ich mir, lass dein Blut wieder untersuchen, es schadet nicht. Und sieh an, er sagt wieder, dass ich Schilddrüsenunterfunktion habe, obwohl ich mich wohl fühle und meine Ernährung umgestellt habe. Jetzt bin ich wirklich an Zweifeln und weiß es nicht mehr weiter. Kann mir jemand etwas empfehlen außer, dass ich mir noch die zweite Meinung holen werde? Ganz lieben Dank für Anregungen im Voraus.

    Ps. Das ist nur eine kurze Zusammenfassung.

    Antworten
    • Biggi //

      Hallo Tomasz,
      vergleiche doch nur mal den TSH Wert, manche Ärzte behandeln bereits bei 1,8 auf Unterfunktion und für andere gilt der alte (normale?) Toleranzwert von 2,5 – 4. Hör auf deinen Körper, jeder funktioniert anders.
      Es gibt auch eine Online-Schilddrüsen-Sprechstunde (www.forum-schilddruese.de), wo man kostenlos anrufen kann. Ich selbst habe dort erstaunliches erfahren.

      Antworten
  4. Anna //

    Vielen dank für die Informationen. Ich leide leider auch unter Schilddrüse und werde immer dicker wenn ich meine Tabletten nicht nehme und habe auch seid dem sehr straken Haarausfall.

    Antworten
    • Anja Wagner //

      Hallo Anna,

      hast du es bereits mit einer Ernährungsumstellung versucht? Spreche doch Änderungen in deiner Medikamentation mit einem Arzt ab. Gute Besserung!

      LG, Anja

      Antworten
  5. Vera //

    Habe auch eine Unterfunktion..mit L Thyroxin Tabletten habe ich meistens noch mehr zugenommen aber ohne nehme ich trotz anderer Ernährung auch nicht wirklich ab ..hat jemand irgendwelche Tipps? Hab bald einen Termin bei einem Spezialisten in einer Klinik..möchte mir gerne eine zweite Meinung einholen..

    Antworten
    • Anja Wagner //

      Hast du bereits probiert deine Ernährung etwas anzupassen? Vielleicht ist das der Weg für dich :)

      LG, Anja

      Antworten
  6. Drea //

    Hallo!
    Ich hab da auch mal eine frage, bei welchem Arzt lass ich die Schilddrüse Amnestien untersuchen, macht das der Hausarzt oder besser ein HNO?
    Um eine verlässliche Aussage zu bekommen.
    Lg

    Antworten
  7. Kristin //

    Wichtig ist, welche Werte wie hoch oder niedrig sind. Mein Hausarzt hat mir LThyroxin verschrieben, weil er meinte, ich hätte eine Unterfunktion. Nachdem ich eine 2. Meinung beim Endokrinologen eingeholt habe, meine Werte nochmal gemessen wurden und “nur” ein hoher TSH Wert festgestellt wurde, wurde mir angeraten die Tabletten wieder abzusetzen. Sie würden nur die Symptome wie Müdigkeit etc verschlimmern. Leider werden zu viele Patienten versucht mit der Schulmedizin zu heilen. Es gibt natürlich immer auch Ausnahmen.

    Antworten
    • Anja Wagner //

      Hallo Kristin,

      das stimmt, nicht immer schauen Ärzte nach wichtigen beeinflussenden Faktoren. Bei einem erhöhten TSH-Wert lohnt es sich meines Wissen die schilddrüsenrelevanten Antikörper mal mit bestimmen zu lassen!

      LG, Anja

      Antworten
  8. Saskia //

    Ich habe eine Grahe zum Thema Schilddrüse, Paleo und Sport.
    Wenn man Paleo ohne weitere Probleme seit mehreren Monaten jetzt schon lebt, beim letzten Blutbild erhöhte Schilddrüsenwerte aufgezeigt wurden und man seit 2 Wochen einen e trem niedrigen Puls (Ruhepuls und bei Aktivitäten) hat, kann das im Zusammenhang stehen? Zudem kommt Müdigkeit und unregelmäßig noch nächtliche Schweißausbrüche…

    Antworten
  9. Hans //

    Informativer Beitrag, jedoch fehlen Quellenangaben! Bitte nachbesser.

    LG

    Antworten
    • Biggi //

      Bevor du dich auf feste Quellenangaben verlässt, solltest du wissen, dass viele Ärzte den TSH Wert unterschiedlich einschätzen. Ein fairer Arzt wird zugeben, dass die Schilddrüse seither ein Stiefkind der Medizin war und man viel zu wenig über die Behandlung weiß. Trotz verordneter Hormone (je Arzt individuell) leiden viele weiterhin. Du solltest dich nicht auf einen Arzt/Aussage verlassen.

      Antworten
  10. Manuela //

    Hallo!
    Bin in Behandlung bei einer Heilpraktikerin und nehme täglich Jod zu mir! Verstehe jetzt nicht warum geschrieben wird das eine zusätzliche Einnahme über Tabletten usw zu vermeiden ist. Bei mir ist es so wenn ich es nicht nehme bekomme ich sämtliche Symptome einer Unterfunktion.

    Antworten
    • Anna Martin //

      Hi Manuela,
      wenn du darauf angewiesen bist, ist es natürlich etwas anderes. Ich denke, man sollte durchaus individuell differenzieren – je nach Krankheitsbild. Insofern ist es absolut legitim, wenn du mit Jod supplementierst, sofern es für dich unabdingbar ist.

      Viele Grüße
      Anna

      Antworten
    • Biggi //

      Hallo Manuela,
      so denke ich auch, denn bei einer Unterfunktion liegt ja keine Entzündung vor, das ist nur bei Hashimoto der Fall. Ich glaube, da wurde im Text etwas verwechselt.
      Zudem nimmt man durch die Paleo Ernährung sehr wenig (oft zu wenig) Jod zu sich.

      Antworten
  11. il se //

    Hallo Anna,
    auf der Liste der potentiell schädlichen Lebensmittel bei Autoimmun-Erkrankungen (ich habe Hashimoto) stehen unter anderen Goji Beeren und Chia Samen, das verwirrt mich nun total, da mir meine Ärztin nach einer genauen Analyse meiner Werte, genau diese beiden empfohlen hat.
    Mich würde nun interessieren, warum diese Lebensmittel schädlich sind.

    Antworten
    • Anna Martin //

      Hi Ilse,

      die Goji Beere steht hier dabei, weil es sich dabei um ein Nachtschattengewächs handelt. Allerdings bin ich keine Ärztin und würde deshalb nicht so weit gehen und sagen, dass sie jedem Patienten mit Hashimoto schaden. Die Goji Beere birgt nämlich viele positive Eigenschaften und kann die Gesundheit sicher auch positiv beeinflussen. Ich würde dir raten, in Absprache mit deiner Ärztin zu testen, ob sie dir guttun oder eben nicht.
      Chia Samen sind gelistet, weil das eben Samen sind und sie genau wie Nüsse eine zeitlang gemieden werden wollten, da negative Interaktionen mit dem Immunsystem auftreten können. Wie lang man sie meidet, hängt von der Schwere der Erkrankung ab und den Ergebnissen, die dieser Verzicht bringt.

      Schilddrüsenerkrankungen sind eine so individuelle Sache, dass ich hoffe, du findest deinen persönlich Weg und entdeckst, welche Lebensmittel für dich geeignet sind und welche nicht.

      Viele Grüße
      Anna

      Antworten
  12. Martina //

    Danke für diesen Beitrag.
    Als Hashi Patient bin ich immer wieder erstaunt, was man doch noch so alles “lernen” darf. Hier besonders interessant: “Goitrogene Substanzen”.
    Als ich danach gezielt suchte, fand ich diese Seite, zufällig:

    http://www.paracelsus-magazin.de/alle-ausgaben/21-heft-061998/157-schilddruesenfunktionsstoerungen-unter-nutritiven-aspekten.html

    Ich hab auch nix mit den Autoren oder ähnliches zu tun, aber fand die Seite informativ, was das Thema angeht.

    Antworten
  13. Robert //

    Nur mal ein kleiner Buchtipp am Rande: “Hashimoto Thyroiditis: Lifestyle Interventions for Finding and Treating the Root Cause.” von Wentz.

    Hier wird mal wirkliche Ursachenforschung betrieben und mit dem Jod-Mangel-Glauben aufgeräumt. Zudem werden die biochemischen Prozesse sehr gut erklärt. Es liegt (noch) keine dt. Übersetzung vor, wer aber des Englischen mächtig ist und Rat sucht, wird hier fündig. Und nein, ich kenne die Autorin nicht.

    Wir nehmen mehr als genug Jod über die Nahrung auf, weil ÜBERALL Jod zugeführt wird/ enthalten ist. Interessant ist hierzu bspw. ein Beitrag von Herrn Pollmer (er steht mit dieser Auffassung nicht alleine da, selbst Ärzte sehen das mediale Einheits-Gedöns über den Jodmangel mittlerweile kritisch). Bitte selbst googeln, da ich hier keine “Schleichwerbungen” einfügen möchte. Wer suchet, der findet.

    Dafür schießen hier die Fälle von Hashimoto-Erkrankungen seit ein paar Jahren kontinuierlich wie Pilze aus dem Boden …

    Antworten
    • Anna Martin //

      Hi Robert, danke für deinen ergänzenden Buchtipp.
      Viele Grüße
      Anna

      Antworten
    • Biggi //

      Eine zu hohe Jodzufuhr ist bei Paleo nicht gegeben, sie basiert auf Fertigprodukte bzw. gekauftes Brot etc.
      Es scheint, jeder Autor vertritt seine eigene These.
      Möchte dazu gerne die Bücher von Mediziner (Internist) Berndt Rieger erwähnen (kenne Autor nicht), der sich auf Schilddrüsenerkrankungen spezialisiert hat und ganzheitliche Tipps gibt. So soll er fantastische Erfolge bei Hashimoto erzielt haben.

      “Die Schilddrüse. Balance für Körper und Seele”
      “Hashimoto und Basedow: Schilddrüsenerkrankungen ganzheitlich behandeln und heilen”

      Antworten
      • Biggi //

        Nachtrag: Schilddrüsenprobleme können z. B. auch durch Gluten oder Milch hervorgerufen werden. Dazu muss man nicht zwingend eine spürbare Unverträglichkeit haben.

        Antworten
  14. Ulrike //

    Seit ich Paleo kenne und mich zu 90 % so ernähre (immer schaffe ich es leider nicht :-( ), geht es mir mit der Krankheit Hashimoto viel besser. Dann noch Selen und D3 zusätzlich zu Lthyroxin und ich bin von 365 Tagen im Jahr ungefähr 340 beschwerdefrei… und mit dem Rest kann ich leben; im Gegensatz zu früher

    Antworten
  15. Biggi //

    Eine Schilddrüsenunterfunktion muss aber nicht zwangsläufig mit einer Entzündung einhergehen. Oft wird ihr auch nur zu wenig Jod zugeführt, was bei natürlichen Lebensmittel schnell der Fall sein kann.
    Mir haben Anregungen von Dr.med. Berndt Rieger (Bücher) sehr geholfen.

    Antworten

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