Leaky Gut Syndrom – Paleo hilft

Dies ist ein Artikel unserer Gastautorin Julia Tulipan. 

Leaky Gut – Nonsense oder ein ernsthaftes Problem? Die Themen Darm, Darmgesundheit und Verdauung haben auf jeden Fall mit vielen Vorurteilen zu kämpfen.

Es ist einfach nicht „sexy“. Peinlich, komisch, unangenehm – mit Blähungen, Verstopfung, Stuhlgang hat es zu tun – Dinge, über die man eben nicht gerne redet. Eins haben uns jedoch wissenschaftlichen Erkenntnisse und unsere eigenen Erfahrungen gezeigt: der Darm hat unsere ganze Aufmerksamkeit verdient.

Denn: Sowohl das Darm-Mikrobiom als auch die Barrierefunktion der Darmschleimhaut sind wichtig für unsere Gesundheit.

In diesem Artikel erfährst du:

  1. Welche Lebensstilfaktoren zu beeinträchtigter Darmgesundheit führen können.
  2. Mit welchen Tests du feststellen kannst, ob du an einem „Leaky Gut“ leidest.
  3. Wie du deinem Darm durch eine Ernährungsumstellung und spezielle Lebensmittel die Chance gibst zu regenerieren.
Leaky Gut Syndrom Paleo

Leaky gut, löchriger Darm, Sickerdarm – das sind natürlich umgangssprachliche Begriffe und vielen nicht wissenschaftlich genug. Im wissenschaftlichen Kreis wird zum Beispiel die Formulierung „beeinträchtige Darmbarriere“ oder „erhöhte intestinale Permeabilität“ verwendet. Wir finden den Begriff „Leaky Gut“ – bzw. löchriger Darm – für das Verständnis „greifbarer“, da sich viele so besser vorstellen können, worum es geht.

Kämpfst du mit Lebensmittelunverträglichkeiten, Akne, wiederkehrenden Infekten, Energielosigkeit, Allergien, einer Autoimmunerkrankung oder depressiven Verstimmungen? Dann ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass du am sog. Leaky Gut Syndrom leidest – einer erhöhten Durchlässigkeit des Darms.

So funktioniert eine intakte Darmbarriere

Der Darm ist beim ausgewachsenen Menschen ca. acht Meter lang und besitzt wegen der feinen Darmzotten eine Oberfläche von etwa 400 bis 500 m². Der Darm stellt damit die größte Oberfläche des Körpers dar – größer als die der Haut – die Tag für Tag fremden Proteinen, Bakterien, anderen Mikroorganismen und Schadstoffen ausgesetzt ist.

Sowohl die Darmbakterien (eine ausgewogene bakterielle Besiedlung des Darms) als auch eine gesunde Darmbarriere (intakte intestinale Epithelschicht) sind wichtige Voraussetzungen für die Abwehr von Pathogenen (Bakterien, Viren, Parasiten) und dem Schutz vor dem Durchtritt unerwünschter Substanzen in den Körperkreislauf.

Auch ein gut funktionierendes Immunsystem ist von Bedeutung, wenn es darum geht uns vor Einflüssen „von draußen“ zu schützen.

Die Darmwand ermöglicht auf Grund ihres Aufbaus zum einen die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme, zum anderen verhindert es das Eindringen von Giftstoffen und Bakterien.

Ein kontrollierter Durchtritt von Nährstoffen vom Darm in den Blutkreislauf kann auf mehreren Wegen erfolgen:

  1. Transcellulär, d.h. durch die Epithel-Zelle selbst (über Rezeptoren, durch Endocytose)
  2. Paracellulär, d.h. durch die Zellenzwischenräume, wobei dies von sog. „thight junctions“ reguliert wird

Reguliert wird dieser Durchtritt beispielsweise durch das Protein Zonulin – welches durch bestimmte Nahrungsbestandteile, wie Gluten und in der Struktur ähnliche Proteine, in seiner Aktivität verändert werden kann.

Kurz zusammengefasst: Eine intakte Barrierefunktion ist essentiell um den Organismus vor krankmachenden Keimen zu schützen, während ausreichend verdaute und zerlegte Proteine, Kohlenhydrate und Fettsäuren die Darmwand passieren, um ins Blut zu gelangen zu können.

Leaky Gut Syndrom – wenn der Darm „undicht“ wird

Jahrelange ungünstige Ernährung, genetische Vorbelastung (z.B. bei Zöliakie oder Morbus Crohn), Schadstoffe/Toxine, Dysbiosen (Imbalance der Darmbakterien) Arzneimittel, Alkohol, Stress, Infektionen – können bei anhaltender Belastung die Darmwand für Bakterien, Giftstoffe und Allergene durchlässiger machen – die im gesunden Zustand abgefangen worden wären.

Ist die natürliche Barrierefunktion beeinträchtigt, gelangen unerwünschte Stoffe wie unzureichend abgebaute Nahrungsbestandteile, Schadstoffe und Krankheitserreger in die Blutbahn.

Die Folge sind zunächst lokale Entzündungen im Körper. Nahrungsmittelunverträglichkeiten können entstehen und eine verstärkte Immunreaktion – als Reaktion auf die unerwünschten Stoffe. Im Laufe der Zeit kann es auch zu entzündlichen Veränderungen an anderen Geweben und Organen kommen.

Oft ist die Reaktion unterschwellig und es entstehen keine offensichtlichen Symptome einer Immunreaktion, wie Fieber. In Fachkreisen wird von einer low grade inflammation gesprochen – eine Entzündung, die ständig und im geringen Maße den Körper bzw. das Immunsystem fordert.

Je „schwächer“ die Darmbarriere, um so mehr Nahrungsmittelunverträglichkeiten können sich bemerkbar machen. Zum einen da unverdaute Proteine (Allergene) mit höherer Wahrscheinlichkeit allergische Reaktionen auslösen können, zum anderen da die geschädigte Darmbarriere nicht mehr ausreichend Verdauungsenzyme wie Laktase oder Diaminoxidase produzieren kann – Unverträglichkeiten auf den Milchzucker (Laktose) und Histamin können entstehen. Auch notwendige Transporter, wie GLUT5 für Fruktose sind möglicherweise weniger vorhanden – die Symptome einer Fruktoseintoleranz entstehen.

Leaky-gut Syndrom steht im Zusammenhang mit vielen Darmerkrankungen (wie Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, Reizdarm) und Autoimmunerkrankungen wie z.B. Typ-1 Diabetes, Multipler Sklerose, Hashimoto Thyreoiditis oder Rheumatoide Arthritis[1][2]. Man geht davon aus, dass wenn die Darmbarriere einmal beschädigt ist, dass Erkrankungen (bei entsprechend genetischer Vorbelastung) es leichter haben, überhaupt erst zu entstehen.

Was du tun kannst

Wie du siehst: Eine Schwächung der Darmbarriere bzw. ein „Leaky Gut“ wird mit (chronischen) Erkrankungen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten in Verbindung gebracht und rückt daher zunehmend in den Fokus der Forschung. Inzwischen gibt es auch immer mehr gesicherte Hinweise, dass Weizen Entzündungsvorgänge auslöst, die die Darmbarriere schwächen können. Welche Rolle das Protein Gluten spielt, wird man sicher auch zu gegebener Zeit genauer feststellen können.

In einigen Jahren wird es vermutlich die ersten Medikamente geben um Darmbarrieren wieder zu heilen. Klar, Medikamente ergeben Sinn, aber oft nur kurzfristig – bspw. um Symptome zu lindern.

Auf lange Sicht ist es sinnvoller die Ursache der Erkrankung zu behandeln – die oft mit einer ungünstigen Ernährung und dem modernen, stressigen Lebensstil verbunden ist.

Was kannst du jetzt tun um dir und deinem Darm etwas Gutes zu tun?

Eine Ernährungs- und Lifestyle-Änderung kann dir auf natürlichen Weg zu einer besseren (Darm)-Gesundheit verhelfen.

Habe ich einen Leaky-gut?

Es gibt einige Laboruntersuchungen die helfen eine erhöhte Durchlässigkeit des Darms festzustellen. Allerdings gibt es nicht viele Labors, die diese Untersuchungen anbieten und üblicherweise muss man sie aus der eigenen Tasche bezahlen.

Diagnostisch wird zum einen der Laktose/Mannitol Test angeboten oder der Status des Proteins Zonulin gemessen. Um den Entzündungsstatus des Körpers zu untersuchen, bietet sich bspw. die Messung des hs-CRP-Wertes (high sensitiv C-reaktives Protein) an.

Am besten fragt man einen spezialisierten Arzt, auf welche Tests man sich verlassen kann.

Eine andere und kostengünstigere Alternative bietet genaue Selbstbeobachtung und die Beantwortung folgender Fragen, die einige Symptome und Befindlichkeitsstörungen abklären, die im Zusammenhang mit Leaky-gut stehen können.

  • Wurde eine Art von Autoimmunerkrankung diagnostiziert?
  • Gibt es Lebensmittelunverträglichkeiten, Sensibilitäten oder Allergien?
  • Saisonale Allergien (z.B. Heuschnupfen)?
  • Chronisches Ermüdungssyndrom, Müdigkeit, Erschöpfung ?
  • bei Untergewicht – schwer Gewicht zuzulegen?
  • bei Übergewicht – schwer Gewicht zu verlieren ?
  • Arthritis, starke Gelenksschmerzen?
  • Muskelschmerzen, Muskelschwäche?
  • IBS (irritable bowl syndrome) ?
  • Entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn)?
  • Chronische Verdauungsprobleme (Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Reflux, Rülpsen)?
  • Hautprobleme (Akne, Ausschläge, sehr trockene Haut) ?
  • Neurologische Probleme – chronische Kopfschmerzen, Migräne, Depressionen, Angstzustände, ADHS, ADD, Parkinson, Alzheimer, MS)?

Auswertung: 3 oder mehr Stichpunkte/Fragen mit JA beantwortet, dann ist die Wahrscheinlichkeit für einen „Leaky-gut“ gegeben. Vor allem wenn eine Autoimmunerkrankung vorliegt, ist ein „leaky-gut“ wahrscheinlich – denn beeinträchtige Darmbarrieren werden mit vielen Autoimmunerkrankungen in Verbindung gebracht.

Doch wie entsteht ein Leaky Gut?

Gluten und Lektine können den Darm durchlässig machen

Gluten ist das sogenannte Klebereiweiß in bestimmten Getreidearten. Glutenhaltige Getreidesorten sind Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel, Grünkern, Emmer, Einkorn, Kamut und Triticale.

Vielleicht kennst du es: eine typische westliche Ernährung besteht oft aus einem Müsli zum Frühstück, Nudeln zum Mittag und Brot zum Abend. Egal ob Vollkorn oder nicht: Der Darm steht unentwegt mit einem Protein in Kontakt (Gluten) was den Darm in seiner Barrierefunktion beeinflussen kann.

Auch Hülsenfrüchte enthalten (in höheren Maße als andere pflanzliche Lebensmittel) für den Darm ungünstige Inhaltsstoffe. Denn: Pflanzen, insbesondere die Samen, haben keine Zähne und Klauen um sich zu verteidigen, hilflos sind sie jedoch keineswegs. Pflanzen haben andere Mechanismen entwickelt um sich zu schützen, indem sie spezielle Abwehr-Proteine synthetisieren (Lektine). Lektine können an Kohlenhydratstrukturen von Zellen und Zellmembranen binden. Durch diese Eigenschaft können Lektine aus der Nahrung an die schützende Schleimhaut des Darms bzw. die Zellen binden und diese schädigen[5][6][7].

Viele Lektine sind jedoch hitzeinstabil – so werden diese beim ausreichend langem Kochen in ihrer Struktur zerstört und unschädlich gemacht. Durch entsprechende Vorbereitung können auch Hülsenfrüchte, wenn sie vertragen werden, so zu einer gesunden Ernährung dazugehören. Viele Hülsenfrüchte (wie Linsen, Kidneybohnen, ..) haben einen relativ hohen Kohlenhydrat-Anteil, die zum Teil für den Verdauungstrakt schwer verdaulich sind (FODMAPs). Für alle die sich mit weniger kohlenhydratreicheren Lebensmitteln in der Ernährung (Low Carb) wohler fühlen, sind Hülsenfrüchte weniger zu empfehlen.

Auch Getreide enthält einen relevanten Anteil schwer verdaulicher Kohlenhydrate – ein Grund mehr auf „das gesunde Korn“ für einige Zeit zu verzichten. Wir haben einige FODMAP-ärmere Rezepte zusammengestellt. Verdauungsenzyme in Tablettenform helfen übrigens, eine FODMAP-reiche (und damit oft ballaststoffreiche) Mahlzeit besser zu verdauen.

Wie kann man einen „leaky-gut“ heilen?

Eine gute Nachricht: durch einen gesünderen, natürlicheren Lebensstil kann man dem Darm die Zeit geben zu regenerieren.

Hier zu minimiert man die Auslöser der Darmschädigung durch entsprechende Nahrungsauswahl und indem man das Wachstum der guten Darmbakterien zu unterstützt, als auch eine optimale Versorgung der Darmepithelzellen mit Nährstoffen sicherstellt. So kann die Besserung losgehen.

Die Eigenschaften und das Übermaß von Getreide, Hülsenfrüchten, Milchprodukten, Lebensmittelzusatzstoffen und raffiniertem Zucker führen über die Zeit zu einer schlechten Darmgesundheit. Eine ungünstige Lebensmittelauswahl fördert das Wachstum ungünstiger Darmbakterien, fördert Entzündungsvorgänge und hat direkten Einfluss auf  die Darmbarriere.

Eine Umstellung auf eine nährstoffreiche und reizärmere Paleo-Ernährung ist empfehlenswert und kann helfen.

Je nach dem in welchen Ausmaß die Darmgesundheit beeinträchtigt ist und welche Krankheiten bereits vorliegen, kann es unterschiedlich lange dauern, bis der Darm sich wieder besserer Gesundheit erfreut. Während viele bereits nach kurzer Zeit (Tage bis Wochen) eine Linderung der Beschwerden bemerken, kann es bei anderen länger dauern (Monate bis Jahre) bis eine Besserung eintritt.

Paleo vermeidet viele darmreizende Substanzen und hilft dabei Entzündungen im Darmbereich nicht weiter zu fördern. Der relativ hohe Anteil von Lebensmitteln reich an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzeninhaltsstoffen hilft dabei direkt, oder indirekt über das Immunsystem, die Heilung des Darmes zu unterstützen.

Was kann ich für eine bessere Darmgesundheit essen?

Vor allem in der Anfangszeit helfen histaminarme, fruktosearme und fodmap-arme Rezepte mit den Unverträglichkeiten auf eine leckere Art und Weise umzugehen – mit der Zeit verbessern sich die Unverträglichkeiten eventuell sogar und mehr Lebensmittel werden wieder vertragen.

Gemüse ist in gekochter und gegarter Form verträglicher als Rohkost. Auch Suppen können gut geeignet sein.

Liegen bereits Erkrankungen, wie die Autoimmunerkankung Hashimoto Thyreoiditis vor, trägt die Paleo Ernährung zwar zur Besserung von Symptomen bei – so richtig Wohl fühlen sich die viele dennoch nicht.

Hilfreich kann es sein, auf bestimmte Nährstoffmängel wie Vitamin D und B-Vitamine zu untersuchen – und diese gegebenenfalls therapeutisch durch Supplemente auszugleichen. Was weiterhin vielen hilft: eine angepasste Ernährung, die zumindest für eine gewisse Zeit noch etwas „strenger“ als die Paleo-Ernährung ist.

Denn das Paleo-Autoimmunprotokoll (AIP) kann zuverlässiger helfen herauszufinden, welche Nahrungsmittel vertragen werden und welche nicht – denn einigen bereiten neben Gluten und Co. auch weitere Proteine und Inhaltsstoffe wie aus Nachtschattengewächsen, Eiern und Nüssen ein Problem.

Mit dem AIP bekommt der Körper die Möglichkeit Entzündungen, die vor allem durch Nahrungsmittel verursacht sind, zu lindern. Um den Einstieg zu erleichtern, haben wir einige AIP-Rezepte zusammengestellt.

Ein wahres „Super Food“ und nicht aus der Paleo-Küche wegzudenkendes Gericht ist selbstgemachte Knochensuppe – welche eine Reihe von gesundheitlich,vorteilhaften Nährstoffen enthalten kann.

Sie ist reich an Kalium, Natrium, Calcium, Phosphor, Magnesium und essentiellen Fettsäuren und hilft so die geschädigte Darmschleimhaut wieder aufzubauen. Knochensuppe ist eine gute natürliche Quelle für L-Glutamin – eine Aminosäure, welche eine essentielle Rolle für die Gesunderhaltung der Darmzellen spielt[8]. Auch Prolin und Glycin sind wichtig für die Darmgesundheit und die Funktion des Immunsystems.

Gelatine/Kollagen kann super für die Herstellung gesunde Gummibärchen genutzt werden- der Gaumen und Darm werden sich freuen. Auch probiotische Getränke wie Kombucha und Wasserkefir können ihren Beitrag auf deinem Weg zur Besserung beitragen.

Die Ernährungsumstellung kann erst einmal überwältigend wirken. Ein gesunder Darm kann dich jedoch gesund halten, Krankheiten lindern und überhaupt eine Menge Krankheiten in ihrer Entstehung verhindern. Absolviere gerne die für eine längere Zeit das Autoimmunprotokoll – Wir unterstützen dich!

Du möchtest dein Wissen um eine gesunde Verdauung und Leaky Gut vertiefen? Mehr hilfreiche Informationen findest du in unserem Power Guide zur gesunden Verdauung. Du möchtest erfahren, welche Nahrungsmittel für dein Unwohlsein verantwortlich sein können? Probiere gerne das Paleo Autoimmunprotokoll (AIP) aus – hier gibt es mehr Infos und mehr passende Rezepte.

Berichte uns zudem gerne von deinen Erfahrungen in den Kommentaren!

Buchempfehlung von Paleo360.de: Darm mit Charme

Kurs & Ratgeber „Darm S.O.S. – Leaky Gut“ von Gastautorin Julia Tulipan: darmsos.de

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Geschrieben von Julia

Julia ist Biologe und arbeitet als Ernährungscoach und Personal Trainer in Wien. Sie hat den Paleo-Lifestyle vor 2 Jahren entdeckt und dadurch ihre eigenen gesundheitlichen Probleme in den Griff bekommen. Nun hilft sie anderen Menschen auf ihrem Weg zu mehr Lebensqualität und Energie.
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27 Kommentare

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  1. René //

    Hallo zusammen,

    ich habe vor einem Jahr auf Paleo umgestellt und mich anfangs unglaublich toll gefühlt! Nach 1-2 Monaten ist mir das Gefühl trotz strenger Paleo Ernährung irgendwie abhanden gekommen. Vor 1 Monat bin ich per Zufall dazu gekommen, meinen Darmflora Status ermitteln zu lassen. Ergebnis: Sehr hohe Entzündungswerte, Bakterienmangel, Leaky Gut. Ich mache seitdem eine 16wöchige Darmsanierung (bin erst in Woche 2) und habe im Rahmen des Stufendiagnostik einen Nahrungsmittelunverträglichkeitstest machen lassen. Dabei ist heraus gekommen, dass ich auf Mandeln, Hühnereier und Kasein reagiere. Alles andere ist unproblematisch. Diese 3 Komponenten soll ich nun 3 Monate lang meiden – trotz Paleo gar nicht so einfach ;-) Wenn der Darm wieder gesund ist, werde ich diese Lebensmittel wieder essen können. Zudem ist bei mir eine Histaminintoleranz vermutet. Der Test wird aber erst noch durchgeführt.

    Ich bin trotz der „heftigen“ Diagnose froh, etwas gefunden zu haben, was ich bekämpfen kann und was meine Lebensqualität vermutlich im Anschluss auf ein neues Level hebt. Endlich weiß ich, warum ich mich trotz Paleo langfristig nicht so gut gefühlt habe, wie es im Zuge der Umstellung der Fall war (hier hat der Körper vermutlich nur kurz „Hurra!“ geschriehen und konnte die guten Dinge langfristig nicht verwerten.

    Ich bin von Paleo 100%ig überzeugt und versuche vielen diese Ernährung näher zu bringen. Aus der eigenen o.g. Erfahrung, halte ich es jedoch für wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass es gesunder Darm Voraussetzung dafür ist, richtig von Paleo zu profitieren. Als Anregung: Vielleicht könnt ihr das auf Eurem Blog nochmal etwas mehr heraus stellen. Wäre ich nicht am Ball geblieben, hätte ich evtl. auch denken können „Paleo funktioniert bei mir nicht“, was im Endeffekt ein Trugschluss gewesen wäre. Mir ist bewusst, dass es vermutlich niemand machen würde, aber eigentlich müsste man streng genommen VOR der Ernährungsumstellung erst mal mit Hilfe eines Tests gucken, was man gerade nicht verträgt und diese Sachen auch erst mal meiden. Zum Glück scheint es ja viele zu geben, denen es auch ohne diese Hilfe mit Paleo gut geht :)

    Ansonsten: Macht weiter so! Eure Seite ist top!

    Viele Grüße
    René

    Antworten
    • Anja Wagner //

      Hallo René,

      danke für deinen offenen Erfahrungsbericht! Das stimmt, seine (Darm) Gesundheit vor einer Ernährungsumstellung abzuklären kann sinnvoll sein. Was für Tests genau würdest du deiner Erfahrung nach durchführen?

      Ei- und Nussfreie Rezept findest du hier, vielleicht ist da etwas für dich dabei :)
      https://www.paleo360.de/tag/autoimmunprotokoll-rezepte/

      LG,
      Anja

      Antworten
      • René //

        Hallo Anja,

        Danke für den Link zu den Rezepten!

        Aufgrund meiner Symptomatik wurde zunächst der Darmflora Status ermittelt. Nachdem das Ergebnis da war, sollte ich einen Nahrungsmittelunverträglichkeitstest machen. Beides wurde vom Labor „Biovis“ durchgeführt. Beim letzteren Test wurden Fructose-, Gluten- und Laktoseunverträglichkeit getestet. Die Ergebnisübersicht war dann weitaus detaillierter als nur auf diese 3 Dinge bezogen. Bei mir stachen darunter Ei, Kasein und die Mandeln als problematisch heraus.

        Das ganze kostet natürlich (Darmflora 110€, NMU-Test 80€). Somit brauche ich allerdings nun nicht das gesamte AI-Protokoll durchführen, was sicherlich nochmal aufwendiger und komplizierter gewesen wäre, sondern muss lediglich auf die 3 Problem-Nahrungsmittel 90 Tage lang verzichten.

        Nächste Woche wird mein DAO Wert im Blut überprüft. Ich gehe stark davon aus, dass damit eine Histaminintoleranz nachgewiesen wird. Ich vermute, dass ich dann zusätzlich histaminarm leben muss. Für wie lange weiß ich allerdings noch nicht.

        Ich werde berichten! :)

        Viele Grüße
        René

        Antworten
          • René //

            Hallo Anja,

            mein DAO-Wert lag im Normbereich, sodass eine Histaminintoleranz bei mir ausgeschlossen werden konnte. Dass ich trotzdem HI-ähnliche Symptome zeige, liegt daran, dass mir derzeit Magensäure fehlt und ich daher Eiweiß nicht gut/richtig verdauen kann. Dadurch entsteht im weiteren Verdauungsverlauf im Darm Histamin durch Fäulnis, was zu HI-Symptomen führt. Ich nehme an, dass sich alles im weiteren Verlauf der Darmsanierung noch bessern wird.

            Vor knapp 2 Wochen gab es bei mir einen bahnbrechenden Erfolg:

            Knapp 3 Wochen, nachdem ich die problematischen Lebensmittel (Eier, Mandeln & Kasein) gemieden habe, fühlte ich mich plötzlich viel besser als je zuvor. Ich wachte morgens fit auf, war voller Elan und Antrieb bis in die Abendstunden und habe abends eine angenehme Bettschwere, um gut einschlafen zu können. Teilweise fühle ich mich, als könne ich Bäume ausreißen oder die Welt retten. Das entspricht dem kompletten Gegenteil von zuvor, als ich teils antriebslos, oft ausgelaugt und launisch war. Das ist jetzt ein ganz anderes Lebensgefühl, wenn man sowohl unter der Woche als auch am Wochenende voller Tatendrang aufwacht und fröhlich ist!

            Ich bin so froh, dass ich endlich von dieser alten Last befreit bin und weiß, wo Gesundheit tatsächlich her kommt! Ein Hoch auf die gesunde Ernährung und die Darmgesundheit! :)

            Viele Grüße
            René

          • Anja Wagner //

            Super René, freut mich wirklich für dich, dass es dir besser geht. Danke für das Feedback :) LG, Anja

    • Mala //

      Hallo Rene,
      kannst du einen bestimmten umfassenden Test auf derzeit nicht verträgliche Nahrungsmittel empfehlen?

      Antworten
      • René //

        Hallo Mala,

        bei mir wurde der Test vom Labor „Biovis“ durchgeführt. Dieser kostet ca. 90€.

        Für eine komplette Darmgesundheit empfiehlt es sich allerdings, vorher auch den Darmflora Status untersuchen zu lassen. Sonst meidest Du zwar nicht verträgliche Lebensmittel, Dein Darm bleibt trotzdem kaputt und durchlässig, wenn er krank ist. Evtl. sind Medikamente oder Bakterienkulturen notwendig, damit der Verdauungstrakt wieder gesund wird. Ein Nahrungsmittelunverträglichkeitstest hilft Dir zwar weiter, ist aber nur ein Puzzleteil von der ganzheitlichen Gesundheit.

        LG
        René

        Antworten
        • Mala //

          Hallo René, danke für deine Antwort!

          Eine Überprüfung des Bakterienstatus habe ich schon gemacht und nehme seitdem Kapseln ein, welche die fehlenden Bakterien enthalten. Leider hat mein Arzt behauptet ich hätte keine Probleme mit Gluten, weil ich keinen Durchfall habe, obwohl ein Nahrungsmittel-Allergietest der Fa. Ortholabor ergeben hatte, dass ich sämtliches Getreide und jede Menge anderer Nahrungsmittel nicht vertrage. Nun bin ich dabei, sämtliches Getreide wegzulassen und hoffe sehr auf Besserung meines Zustandes, auch ohne Arzt,

          LG
          Mala

          Antworten
          • René //

            Hallo Mala,

            bist Du denn auch auf Entzündungen hin untersucht worden? Das müsste man ja zusätzlich noch bekämpfen.

            Warum möchtest Du noch einen weiteren Test durchführen?

            Leider sind viele Schulmediziner mit der Lösung solcher Probleme nicht vertraut. Dort wird noch zu viel Symptombehandlung betrieben. Deshalb vertraue ich seitdem auf Naturheilkunde. Dort wird das Problem tatsächlich bei der Wurzel (Ursache) gepackt. Ich bin in Kontakt mit einer Heilpraktikerin, die sich auf Darmgesundheit spezialisiert hat und super zufrieden mit ihr als auch mit dem bisherigen Heilungsverlauf! :)

            LG
            René

  2. Annika //

    Hallo! Ich bin gerade dabei mich einer paleokonformen Ernährung anzunähern. Habe ein diagnostiziertes leaky gut, was ich zwar an meiner Verdauung nicht merke, aber dafür mit Grund für einige meiner gesundheitlichen Probleme sein könnte. Deshalb möchte ich es nun endlich in den Griff bekommen und sehen, welche Auswirkungen das hat. Leider finde ich es schwierig, mich kalorienreich genug zu ernähren. Bin von Natur aus (oder vielleicht auch durch das leaky gut?) immer nahe am Untergewicht und möchte nicht abnehmen, wenn es sich vermeiden lässt. Mit 300-600 Gramm Fleisch in der Woche und sonst nur Gemüse und Nüssen ist das allerdings schwierig. Habt ihr da vielleicht Tipps für mich? Soll ich vermehrt Reis und Kartoffeln zu mir nehmen?
    Beste Grüße!

    Antworten
  3. Ronja Fritzsche //

    Hallo,
    Muss man bei einem Leaky Gut das AI Paleo Programm sein ganzes Leben lang verfolgen? LG

    Antworten
    • Anja Wagner //

      Hallo Ronja,

      nein – wir gehen davon aus, dass sich einige Darmprobleme durch eine Ernährungsumstellung auf das AIP lösen können – und nach einiger Zeit Lebensmittel wieder nach und nach eingeführt werden können.

      Gute Besserung!
      LG, Anja

      Antworten
  4. Xaver //

    auch bei mir wurde der Darm wegen des Glutens irgendwann durchlässig. Das ging dann soweit bis ich eine Histaminintoleranz bekam. Erst mit Paleo und L-Glutamin in Pulverform ging es wieder bergauf. Mittlerweile vertrage ich sogar die sehr histaminlastige Knochenbrühe wieder ;)

    Antworten
    • Anja Wagner //

      Hallo Xaver,

      toll zu hören, dass es dir wieder besser geht!
      Ein Hoch auf die Darmgesundheit ;)

      LG, Anja

      Antworten
    • Jasmin //

      Hallo Xaver ,
      Sehr interessant und tröstlich für mich was du schreibst . Bei mir ist das ähnlich . Wie hast du das mit Paleo und der hit gemacht ? Es fällt ja soviel zusätzlich weg . Hast du dich vegan ernährt ?
      Danke für deine Antwort
      Lg Jasmin

      Antworten
    • Wuschelina //

      Wow Xaver! Das ist ja richtig toll!!! 👍🏼
      Gibt es die Möglichkeit dass du mir Tipps zukommen lässt oder mir kurz berichtest wie du das angestellt hast?
      Ich hab LG, Fructoseintoleranz und sie du auch Probleme mit Histamin…
      Ich würde mich freuen ;)

      Antworten
      • Xaver //

        Hey Wuschelina,

        auf meinem Blog habe ich einiges dazu geschrieben, was mir konkret geholfen hat. Klicke auf meinen Namen und du gelangst direkt dorthin ;)

        Antworten
  5. Nora //

    Hallo zusammen,
    sehr schöner Artikel, vielen Dank dafür! Ich habe gerade die Leaky Gut Diagnose bekommen – zusätzlich zu meiner Histaminintoleranz und meiner Hashimoto macht das wahrscheinlich auch Sinn…
    Habe versucht mich nun glutenfrei zu ernähren – dabei bin ich ziemlich gescheitert, weil die ganzen „Ersatz“produkte ja hauptsächlich aus Reis bestehen und das ist irgendwie nicht meine Vorstellung von einer gesunden Ernährung. Daher habe ich mich nun für kohlenhydratfrei entschieden – und es klappt erstaunlich gut! Zugegeben momentan „sündige“ ich noch 1x die Woche mit Maisnudeln oder Quinoa und ab und zu Kartoffeln müssen auch sein. Aber im Großen und Ganzen klappt es sehr gut und ich fühle mich wohl.
    Ich denke, dass der Schritt zu Paleo ist nicht mehr weit – lediglich die Milchprodukte sind noch ein Hindernis und ich bin mir nicht sicher, ob ich wirklich darauf verzichten will..
    Mal sehen! Danke für euren Blog! Liebe Grüße, Nora

    Antworten
    • Anja Wagner //

      Hallo Nora,
      freut uns, dass du auf den Blog aufmerksam geworden bist. Mit Paleo tust du deinem Darm sicherlich etwas Gutes (und kannst ihm bei der Heilung unterstützen). Wenn du bereit bist, kannst du Paleo für 30 Tage ausprobieren. Milchprodukte und Kartoffeln kannst ja im Nachhinein wieder einführen.

      Die Ersatzprodukte haben meistens wirklich keinen großen Mehrwert, es gibt viele andere „glutenfreie“ Alternativen.

      Liebe Grüße, Anja

      Antworten
  6. Lukas //

    Guten Tag zusammen,
    ich hab mal eine Frage an euch und zwar ernähre ich mich seit 1 1/2 Jahren gluten- und milcheiweißfrei und seit gut einem jahr eifrei. Da ich momentan aber wieder sehr häufig durchfall habe, werde ich meine ernährung auf paleo umstellen. Da ich bis dato immer glutenfreie Brote aus Quinoa und Amaranth & co. gegessen habe, fallen diese dann auch weg.
    Meine Frage kann ich mich auch gut ohne ei paleo ernähren und wenn ja hättet ihr rezeptetipps

    Vielen Dak schon mal

    Antworten
    • Anna Martin //

      Hi Lukas,
      Paleo ohne Ei geht natürlich. Leute mit Autoimmunerkrankungen verzichten darauf auch häufig. Achte aber darauf, dass du genug Protein durch andere Lebensmittel zu dir nimmst (Fleisch, Fisch, Nüsse).
      Konkrete Rezepttipps habe ich natürlich auch, aber das alles zu filtern, ist schwierig. Am besten du schaust dich auf unserem Blog um. Ich bin sicher, du wirst fündig. Du kannst dir auch mal den Power Guide Autoimmunerkrankungen anschauen. Da sind viele Rezepte ohne Ei (allerdings dann auch ohne Nüsse, ohne Nachtschattengewächse,…).

      LG Anna

      Antworten
      • Mala //

        Hallo Anna,
        welcher blog ist das? Kannst du mir den link geben?
        Danke!
        Mala

        Antworten
        • Anja Wagner //

          Anne meinte unseren Blog – paleo360.de :) Schaut euch gerne um! LG, Anja

          Antworten
  7. Jasmin //

    Hallo
    Bei mir ist es wohl so das ich durch meine Zölliakie das leaky gut erworben habe

    Antworten

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