Colitis Ulcerosa: so kann die Paleo Ernährung helfen

Der Darm. Ein unterschätztes Organ, welches für einen Großteil unseres Wohlergehens wichtig ist. Und vielleicht leidest auch du an einer Darmerkrankung oder anderen Beschwerden im Verdauungstrakt wie Colitis Ulcerosa, Zöliakie, Morbus Crohn oder dem sogenannten Reizdarm-Syndrom.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) belasten Familienleben, Arbeitgeber, Krankenkassen und vor allem die, die es betrifft, in einem schwer einzuschätzenden Maße.

Wer dauerhaft an Durchfällen, Bauchschmerzen, ständigen Stuhldrang, einem Blähbauch, allgemeiner körperlicher Schwäche und weiteren Begleiterkrankungen wie Hautveränderungen oder Gelenkschwellungen leidet, wünscht sich oft einfach einen gesünderen Darm. Colitis Ulcerosa Betroffene kennen das Gefühl.

Am MOJO Institut für Regenerationsmedizin bekommst du konkrete Hilfe von Ärzten und Mentoren für chronische Gesundheit.

Colitis Ulcerosa

Colitis Ulcerosa – eine Darmentzündung mit unangenehmen Symptomen

Was ist Colitis Ulcerosa?

Die Colitis Ulcerosa (CU, englisch ulcerative colitis UC) gehört zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Gekennzeichnet ist sie durch einen entzündlichen Befall des Dickdarms und wird in der Medizin als eine Autoimmunerkrankung bezeichnet. Im Unterschied zu Morbus Crohn ist bei Colitis Ulcerosa “nur” der Dickdarm und die äußere Gewebsschicht (die Mukosa und Submukosa) des Darmepithels von der Entzündung betroffen.

Je weiter die Entzündung im Dickdarm fortgeschritten ist, desto ausgeprägter können die Symptome auftreten und desto höher ist auch das Risiko des Auftretens von Komplikationen (bspw. eines Megakolon oder einer Perforation).

Die Erkrankung kann in Schüben auftreten, so können manche Betroffene über lange Zeitperioden (Monate, sogar Jahre) beschwerdefrei leben. Bei anderen treten Schübe häufiger auf, diese Betroffenen brauchen oft den Einsatz verschiedener Medikamente oder chirurgischer Eingriffe.

Wir ersparen uns daher an dieser Stelle weitere medizinische Details und berichten über die Möglichkeiten, die Menschen mit der Diagnose Colitis Ulcerosa mit ihrer Situation umzugehen und so ihre Lebensqualität zu steigern.

Die passende Ernährung für Colitis Ulcerosa Betroffene?

Ähnlich wie bei Morbus Crohn (oder auch anderen Autoimmunerkrankungen) wird oftmals der Einfluss der Ernährung und des Lebensstils unterschätzt. Und konventionell nur Cortison oder andere Immunsystem unterdrückende Medikamente zur Symptombehandlung verschrieben. Dabei bleibt die Ursache leider unbehandelt im Verborgenen.

Wurdest du von deinem Arzt über die Option aufgeklärt, dass sowohl die Ernährung als auch der Lebensstil einen Einfluss auf Colitis Ulcerosa haben können?

Bei Verdacht auf eine Darmerkrankung ist der Besuch bei einem spezialisierten Arzt (Gastroenterologen) eine gute Wahl. Medikamente sind sinnvoll, um akute Symptome zu behandeln und Beschwerden schnell zu lindern. Doch langfristig ist es sinnvoller (und nachhaltiger für die Gesundheit) die Entzündungen im Körper und Darm auf natürlicheren Weg einzudämmen und das Immunsystem in Balance zu bringen.

Einen guten Start dahin kann die Ernährung leisten. 

Lebensmittel, die bei Colitis Ulcerosa helfen können

Insbesondere eine Ernährung reich an entzündungshemmenden Stoffen kann helfen Entzündungsvorgänge günstig zu beeinflussen.

  • Abwechslungsreiche, gemüsereiche Ernährung und 
  • die Verwendung von Kräutern und Gewürzen (wie Kurkuma, Zimt und Ingwer) versorgen den Körper mit Vitaminen, Mikronährstoffen und sekundären Pflanzenstoffen (wie zum Beispiel dem Quercetin, welches sich positiv auf das Immunsystem und den Darm auswirkt),
  • Neben hochwertigem und gut verdaulichem Protein ist der Körper auch auf hochwertige Fette (eine Ernährung ärmer an Omega 6 Fettsäuren, reicher an Omega 3 Fettsäuren) angewiesen. Gute Quellen sind tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Meerestiere und Eier. Insbesondere die Funktion des Immunsystems profitiert von ausreichend Protein und guten Fetten in der Ernährung.
  • Man könnte auch eine Überprüfung des Vitamin D Status bei einem Fachmann in Erwägung ziehen und gegebenenfalls ergänzend zu einer Vitamin D reichen Ernährung (fettiger Meeresfisch und Produkte daraus, wie Lebertran, Hering und Lachs) mit einem hochwertigen Produkt supplementieren. Dies kann sich positiv auf Entzündungsprozesse auswirken.

Paleo ist gegenüber der typischen “Vollwert” Kost oft verträglicher für den Darm, da typische ballaststoffreiche und schwerer verdauliche Lebensmittel wie Getreide und Hülsenfrüchte vermieden werden. Gluten und Casein stehen zudem im Verdacht den Stoffwechsel ungünstig zu beeinflussen, die Darmwand “löchrig” zu machen und Entzündungen zu fördern. Insbesondere wenn der Gesundheitszustand eh schon angeknackst ist.

Ein mehrwöchiger Versuch, ob du dich mit einer Pause von Getreide und Milchprodukten besser fühlt, ist es auf jeden Fall wert!

Ballaststoffe sind nicht immer nur förderlich

Leidet man an einer Darmerkrankung, kann es sinnvoll sein, die Ballaststoffzufuhr für eine gewisse Zeit zu verringern, um den Darm nicht unnötig zu belasten. FODMAP-ärmere Rezepte sind für diese Phase die bessere Wahl.

Zudem kann es besser sein, sowohl Gemüse als auch Obst zu schälen und ohne Schale zu essen. Der Verzicht auf Rohkost und das Kochen und Dünsten macht Gemüse zudem verträglicher, was Linderung von Entzündungen im Darm verschaffen kann. Auch mechanisch zerkleinertes Obst und Gemüse (wie bspw. in der Frühstücksbowl) kann bei Darmerkrankungen verträglicher sein als andere Mahlzeiten – und liefert gleichzeitig eine geballte Ladung verschiedener Nährstoffe. Und sie schmecken! Probiere auch unsere Rezepte für einen grünen Smoothie, Rote Beete Schoko Smoothie, Karottensmoothie oder die orangene Smoothiebowl.

Die passende Ernährung für jeden und vor allem für Colitis Ulcerosa Betroffene gibt es nicht. Jeder ist anderen Umständen ausgesetzt und bringt eine andere Vorgeschichte mit sich – eindeutige Empfehlungen wären hier fehl am Platz.

Eine Ernährungsumstellung auf Paleo bzw. eine Ernährung bestehend aus natürlichen, naturbelassenen Lebensmitteln geben dem Körper die Chance zu regenerieren (bspw. durch bessere Nährstoffzufuhr, meiden von entzündungsfördernden Lebensmitteln, bessere Qualität der Lebensmittel)und ist damit eine Option um sich besser zu fühlen.

Paleo oder das Autoimmunprotokoll (AIP)?

Auch die typische Paleo Ernährung enthält einige Lebensmittel auf die Personen mit Unverträglichkeiten und Lebensmittelallergien reagieren – bspw. auf Eier, Nüsse und Nachtschattengewächse.

Das AIP entfernt typische “Problem”-Lebensmittel, die nicht mit einem einfachen Test beim Hausarzt (Pricktest) bestimmt werden können. Beim typischen Haut-Prick-Test können nur IgE vermittelte Allergien aufgedeckt werden. Intoleranzen können aber eben auch IgG, oder IgA vermittelt sein. Um dem Darm einen “Reset” problematischer Lebensmittel zu gönnen und vor allem die Zeit zu geben, zu regenerieren kann man sich an das Paleo Autoimmunprotokoll wagen – gerne auch mit unserer Unterstützung. Arbeitet man an der Gesundheit des Darms – bspw. der Darmbarriere – können langfristig Lebensmittel sogar wieder besser vertragen werden.

Eine Ernährungsumstellung auf Paleo oder das AIP um die Symptome einer Darmerkrankung zu lindern: Eine Lösung, die fast zu einfach ist um wahr zu sein? Nimm deine Gesundheit wieder in die eigene Hand – und probiere es aus!

Vertraue auf dem Weg zur passenden Ernährung deiner eigenen Erfahrung und deinem gesunden Menschenverstand – ähnlich wie Christina.

Ein Erfahrungsbericht: Der Weg begann mit Paleo

Christina ist eine unserer Leserinnen, die sich mit unserer Unterstützung an das Paleo Autoimmunprotkoll (AIP) gewagt hat.

Vorab etwas zu meinen Beweggründen, wie ich zu Paleo kam. Ich selbst habe seit 10 Jahren eine diagnostizierte Colitis Ulcerosa und eine Laktoseunverträglichkeit. Die Erkrankung war mal mehr mal weniger schwer, aber gerade im letzten Jahr plagte sie mich doch sehr und ich stand unter ständigem Cortison-Einfluss. Das war weder für meinen Körper, mein Körpergewicht oder Aussehen gut – das könnt ihr euch sicher vorstellen.

christina colitis ulcerosa

Ich bin dann durch einen Kollegen auf Paleo360.de aufmerksam gemacht worden – er berichtete über die 30-Tage-Challenge. Was hatte ich schon zu verlieren?! Ich hatte bereits genug Sachen ausprobiert um meinen gesundheitlichen Zustand zu verbessern – die mir aber alle keine Linderung verschafften. Also ließ ich mich auf die Challenge ein.

Mir ging es relativ schnell besser. Motiviert durch all die Komplimente, die ich erhalten habe (strahlende Haut und Gewichtsverlust) und die Reduzierung von Medikamenten, habe ich die 30 Tage durchgezogen und sogar noch verlängert.

Aber leider schlichen sich die alten Muster wieder zu häufig ein …

Der Weg geht weiter: mit dem AIP

… und ich habe mir immer mal wieder Ausnahmen gegönnt.

Somit ging es mir erneut schlechter und ich war wieder darauf angewiesen Cortison zu nehmen. Zwar nicht so viel wie zuvor, aber auf Grund der Nebenwirkungen mochte ich mich erneut nicht wirklich leiden.

In dieser Phase dämmerte es mir: einige Lebensmittel bereiten mir sicherlich Probleme und „vergiften“ meinen Körper. Also startete ich erneut die 30-Tage-Challenge. Diesmal funktionierte es aber nur bedingt.

Mir ging es kaum besser und die Medikamente konnte ich auch nicht reduzieren. Ihr könnt euch vorstellen, wie enttäuscht ich war. Ich habe jedoch nie den Glauben daran verloren, dass es die „schlechten“ Lebensmittel sind, die mir all diese Beschwerden bringen.

Ich habe mir viel mehr Gedanken darum gemacht, wieso ich aus meinen alten Mustern nicht ausbrechen kann… bis dann… ja, bis ihr dann über euren Paleo AIP Support informiert habt.

Da musste ich nicht lange überlegen und dachte mir: “Das ist für mich vielleicht die Alternative, um meine ungeliebten Muster nun endlich aufzulösen” … also startete ich mit dem Autoimmunprotokoll mit Hilfe der Unterstützung.

Ich hatte am Anfang einen riesen Respekt vor der Umstellung. Auf so viele Lebensmittel (Eier, Nüsse, Nachtschattengewächse, Kakao, Kaffee, …) mehr zu verzichten und geliebte Gewohnheiten aufzugeben und das für so lange Zeit (immerhin 12 Wochen) … ich konnte kaum einschätzen, wie schwer oder leicht es mir fallen würde.

Die Umsetzung des AIP: einfacher als gedacht

Aber ich muss gestehen, dass es doch einfacher ist, als gedacht. Die Infos vom Donnerstag sind sehr umfangreich. Ich freue mich über Eure Mails und Infos in der Woche, es wäre mir fast manchmal lieber, Ihr würdet Euch in der Woche nochmals kurz melden.

Leider habt ihr es nicht geschafft, mich für Innereien zu begeistern. Das macht aber rein gar nichts, denn Euer Kochbuch bietet genug Alternativen an, trotzdem satt zu werden mit Gerichten, die auch noch sehr gut schmecken.

Ansonsten nehme ich von Anfang an kein Cortison mehr und ich bin stabil. So stabil, wie man nur sein kann, wenn man berufstätig mit langen Arbeitszeiten ist und nicht immer selbst zum Kochen kommt. So ernähre ich mich mittags zumindest von Salat und Hühnchen oder Rind, gekauft beim Italiener und Co, nur in Essig und Öl. Leider kenne ich nicht immer die Inhaltsstoffe und ich befürchte, dass das ein oder andere Öl mir einfach nicht gut bekommt. Aber im Großen und Ganzen geht es mir gut.

Kurzum, macht weiter so! Dieses Mal bin ich auf dem richtigen Weg: Meine alten Muster zu verlassen und Paleo ganz in mein Leben zu lassen (wobei es sicherlich ab und an kleine Ausnahmen geben wird ;-)).

Ich möchte Euch nochmals Danke sagen und ich ärgere mich manchmal schon, wieso ich nicht früher auf Euch aufmerksam wurde. Aber manchmal ist es eben wichtig durch viele Täler der Tränen gegangen zu sein und Fehlschläge hingenommen zu haben, bevor endlich der richtige Weg aufgeht.

Wichtig ist, nie aufzugeben.

Ein weiterer Erfahrungsbericht: Hilfe bei Colitis Ulcerosa

Kerstin ist auch eine unserer Leserinnen. Sie entdeckte auch das Paleo Autoimmunprotkoll (AIP) für sich.

Paleo bzw. AIP entdeckte ich aufgrund meiner Erkrankung Colitis Ulcerosa. Nach langem Suchen nach Hilfe und Diagnose, gelangte ich auf eure Homepage und versuchte das 1. Mal AIP im Jahr 2015.

Aufgrund eure tollen Hilfestellungen und köstlichsten Rezepten und Wochenplaner quälte ich mich anfangs durch die 12 Wochen. Nach einiger Zeit merkte ich die Verbesserung meiner Symptome. Einige Monate lebte ich dann konsequent AIP, später orientiert ich mich an gluten-, zucker- und laktosefreier sowie rohkostfreien Ernährung.

Immer wieder legte ich AIP- Wochen ein.

Aufgrund dieser tollen Ernährung, der wunderbaren Ärztin an meiner Seite und meiner Aktivierung der Selbstheilungskräfte konnte ich fast alle meine Beschwerden behandeln und heilen (z.b. Leaky Gut, Megacolon, Rez Tenesmen, St p Divertikulitis, Reflux usw).

Regeneration braucht Zeit

3 Jahre nach der Diagnose und Betreuung konnte ich wieder halbwegs meine Lebensqualität verbessern.

Mittlerweile vertrage ich wieder verschiedene Nahrungsmitteln – zumindest eine bestimmt Zeit.

Zusätzlich habe ich mich auch an der 30 Tage Challenge Paleo beteiligt. Ich fühlte mich sehr wohl dabei, Blähungen konnten wieder reduziert werden. Nach 3 Wochen Pause (trotzdem gluten-, Zucker-,laktoserfreier Kost) wende ich nochmals den superguten 3 wöchigen Essenplan an.

Ich kann nur jeden – mit oder ohne Darmbeschwerden- empfehlen, diese Challenge zu versuchen um herauszufinden was dem Körper gut tut.

Wieder besser leben

Zusätzlich trainiere ich wieder, da es körperlich viele Monate gar nicht möglich war. Untergewichtig und kraftlos. Mittlerweile kann ich problemlos wieder Muskeln aufbauen und habe eine Menge Spaß mit dem Sport (4-5x die Woche Krafttraining Eigengewicht sowie Ausdauertraining).

Es macht Spaß und mein Körper fühlt sich wieder gesünder und kräftiger an. Ab und an zwickt es noch, doch vor 6 Jahren war alles noch viel heftiger.

Ich werde immer wieder zu den AIP-Wochen zurückkehren um den Körper wieder eine Auszeit zu geben. Somit konnte ich auch die Histaminintoleranz verbessern.

Meine nächste persönliche Aufgabe ist es mit der „vegetarischen“ Variante zu versuchen.

Welche Erfahrungen hast du mit der Ernährung bei einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung gemacht? Berichte uns davon in den Kommentaren!

Du möchtest mit dem Paleo Autoimmunprotokoll deine Gesundheit verbessern, aber die Durchführung erscheint dir zu schwierig? Sicher dir unseren AIP Support und wir begleiten dich 12 Wochen lang – mit einem eigenen Kochbuch E-Book, wöchentlichen Ernährungsplänen, Einkaufslisten und allen wesentlichen Infos. Es wird lehrreich, lecker und lustig. Wir helfen dir beim Durchhalten.

WAS IST DEINE GESCHICHTE?

Schreib uns eine E-Mail mit deiner Geschichte und Bildern. Wir freuen uns, wenn du mit deiner eigenen Erfahrung andere motivierst auf einen langfristig gesünderen Lebensstil umzustellen.

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Geschrieben von Anja

Anja hat Ernährungswissenschaften (B.Sc.) und Toxikologie (M.Sc.) studiert und beschäftigt sich seit 2015 mit dem Paleo-Gedanken und Paleo-Lebensstil, der ihr unter anderem ein wunderbares Mindset für den Alltag, ihre Arbeit und auch den Ausdauer- und Kraftsport bringt. Alles in allem beschäftigt sie wie der Mensch wieder einen integrativen Lebensstil mit der Natur leben kann – unter Einbezug auch moderner Errungenschaften.
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