Kombucha

Kombucha
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Kombucha ist ein leicht moussierendes Erfrischungsgetränk, das durch die Fermentation von gesüßtem meist grünen Tees, mit einem Kombucha-Scoby (symbiotic colony of bacteria and yeast, übersetzt: Symbiotische Gemeinschaft aus Bakterien und Hefe) auch Kombuchapilz genannt, hergestellt wird.

Asiatische Überlieferungen über Kombucha versprechen mit dem Konsum des Getränks ein vitalere, gesünderes und längeres Leben. Ist das nicht einen Versuch wert, das Getränk einmal auszuprobieren?!

Aufgrund der hohen Anzahl an Vitaminen, Mineralstoffen, Enzymen und Spurenelementen hat das Getränk gesundheitliche Vorteile. Außerdem ist es stoffwechselanregend bzw. -regulierend und ein natürlicher Immunsystem-Booster.

„Neulingen“ kann Kombucha eventuell zu sauer oder essighaltig schmeckt. Der Erfahrung nach gewöhnt man sich mit der Zeit an den Geschmack, freut sich sogar richtig auf den Genuss, wenn der Tee erneut fertig fermentiert ist.

Bei der Zubereitung kann man verschiedene Wege gehen, ich zeige in diesem Artikel einen klassischen auf. Dabei ist zu beachten, dass Kombucha ein lebendes Naturprodukt ist, es schmeckt also nicht immer gleich und erfordert ein wenig Fingerspitzengefühl. Aber Übung macht bekanntlich den Meister :)

Wer sich nach den Grundsätzen von Paleo ernährt, ist vielleicht erst etwas abgeschreckt, weil für die Kombuchaherstellung Zucker benötigt wird, dieser ist jedoch nicht für einen süßen Geschmack zuständig (das fertige Getränk schmeckt eher vergoren-sauer-erfrischend), sondern damit das Wachstum der guten Bakterien überhaupt erst gefördert wird. Der Zucker wird zu Alkohol vergoren und die Bakterien wandeln diesen Alkohol anschließend mitunter zu organische Säuren um. Besonders gesundheitsfördernd soll die Glucuronsäure sein. Das saure Milieu ist lebenswichtig für den Scoby, da dadurch das Wachstum ungewollter Bakterien eine geringe Chance hat.

Kombucha

Spritzig im Geschmack und gut für den Darm: Kombucha

Das Rezept: Kombucha

Für 1 Liter // Aktiv: Insgesamt:

Zutaten

  • 1 Kombuchapilz
  • 100 ml fertiger Kombucha
  • 90 g Vollrohrzucker
  • 1 l Wasser
  • 1 TL Grüner Tee
  • 1 großes Glas, Umfang 1l

Zubereitung

Zunächst braucht man einen Kombucha Pilz bzw. Scoby, diesen kann man zum Beispiel im Internet bestellen. Nach einer Weile, je nachdem wie die Umgebungstemperatur etc. ist, setzt sich nach einem oder mehreren Durchgängen ein „Scoby-Baby ab“, den man weiterschenken kann. Wenn also jemand in der Bekanntschaft Kombucha herstellt, einfach mal nachfragen, ob man ein Scoby-Baby haben kann!

Kombucha

 Der Kombuchapilz ist gebaut wie ein flacher Zylinder und von der Konsistenz her relativ fest und fast gallertartig. Man bekommt ihn meist mit etwas fertiger Kombuchaflüssigkeit geliefert, da das Ansetzen so einfacher klappt als nur mit dem Pilz, der dann mehr Arbeit hätte, ein saures Milieu herzustellen.

Zum neu Ansetzen setzt man nun grünen Tee auf, den man mit nicht kochendem Wasser 3 Minuten ziehen lässt. Ich nehme meist nur ein Drittel des Wassers zum Aufgießen und gebe den Rest nach dem Ziehen kalt dazu, damit der Tee schneller abkühlt.

Den gebe ich dann zum Kombuchapilz mit der Restflüssigkeit (etwa 100 ml fertigem Kombucha). Dazu gebe ich den Zucker. Vollrohr oder Rohrohrzucker ist auch wegen seines Melasseanteils, der attraktiv für die Bakterien ist, von Vorteil.

Abgedeckt wird das große Glas dann mit einem Papiertuch/Mulltuch und einem fixierenden Gummi. Das Glas nun kühl und dunkel stellen, ein Küchenschrank ist eine gute Option. Wichtig ist, keine direkte Sonne auf den Kombucha scheinen zu lassen!

Nach Vorliebe 4-7 Tage abwarten, je nachdem, wie sauer man den Kombucha haben möchte! Den fertigen Kombucha (außer die 100 ml für den nächsten Ansatz) kann man nun abfüllen, in den Kühlschrank stellen und kühl geniessen!

Zur Abfüllung empfehle ich Glasflaschen mit Bügelverschluss. Den Scoby kann man selbstverständlich sofort weiterverwenden und die nächste Runde Kombucha herstellen!

Unser Tipp

Wer mag, kann den fertigen Kombucha mit allerlei Früchten und Gewürzen versehen, um ihm einen interessanten Geschmack zu geben. Hier ein paar Ideen:

  • Aprikose-Vanille
  • Himbeere (funktioniert auch super mit gefrorenen Früchten)
  • Zitrone-Minze

Den Kombucha einfach für 1-2 Tage draußen oder, wenn es weniger intensiv sein soll, im Kühlschrank mit einer handvoll Früchten versetzen, dabei am besten ein Bügelglas wie abgebildet verwenden, damit die leichte Kohlensäure nicht verloren geht und anschließend filtern und in eine Glasflasche mit Bügelverschluss abfüllen.

Lies hier mehr über Gemüse selber fermentieren.

kombucha

 

Kombucha – das gesunde Erfrischungsgetränk mit Historie

Leichter herzustellen, als gedacht, oder? Übrigens, der „Kombucha“, den man üblicherweise im Supermarkt angeboten bekommt, ist kein richtiger Kombucha. Oft werden unnötige Zusatzstoffe zugesetzt. Zudem: Auch nach der Fermentation und Abfüllung fermentiert der Kombucha im Kühlschrank weiter und bildet Kohlensäure – so ein lebendes Getränk in großem Maße zu vertreiben ist schwierig und fast unmöglich.

Kombucha ist zu Hause einfach und günstig herzustellen. Da ein Kombucha-Pilz schließlich eine lebendige Kultur ist, sollte man immer einen Blick darauf haben. Das Getränk wirkt präbiotisch und kann zu einer besseren Darmgesundheit (zur Verbesserung der Darmwandintegrität, Aufbau der Darmflora, Verbesserung der Anzahl der Darmbakterien) verhelfen.

Egal ob Sommer oder Winter – das Getränk ist genau das Richtige, um das Immunsystem und die Darmgesundheit nochmal so richtig nach vorne zu bringen.

Erfrischend ist es (wenn man den fermentierten Geschmack mag) auch sehr!

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Geschrieben von

Svenja ernährt sich seit 4 Jahren nach Paleo und hat schon 3 Kochbücher geschrieben. Sie war Köchin im ersten Paleo-Restaurant der Welt, dem Sauvage, und ist auch bei anderen Paleorestaurants bei der Entwicklung von Rezepten sehr gefragt. Sie betreibt ihren eigenen Blog und fotografiert leidenschaftlich gerne.
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22 Kommentare

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  1. Ute //

    Ich braue auch literweise. Allerdings interessiert mich doch, wie hoch der KH-Anteil pro 100 ml ist. Die Informationen, die man so im Netz findet, gehen ziemlich auseinander. Weiß jemand Bescheid?

    Antworten
    • Anja Wagner //

      Hallo Ute, denke du wirst auch keine eindeutige Antwort finden – Kombucha ist zu sehr ein Naturprodukt. Vielleicht weiß aber jemand anderes genaueres. LG, Anja

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      • Ute //

        Hi Anja,
        ja, das habe ich schon befürchtet. Wahrscheinlich ist aber aufgrund der gesundheitlichen Vorzüge die KH-Menge auch bei einer Keto- oder Paleo-Ernährung eher zu vernachlässigen. Rutsch gut :-)
        LG Ute

        Antworten
  2. Thomas //

    Hallo. Ich wollte wissen, was mit den 100 ml fertigem Kombucha gemeint ist? Ist das die Flüssigkeit in der der Scoby geliefert wird?

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  3. Theresa //

    Hallo,
    ich würde gerne wissen wie es mit dem Kaloriengehalt von Kombucha aussieht.

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    • Fairment //

      Der Kaloriengehalt von Kombucha ist sehr niedrig. Es ist im wesentlich Tee + Wasser. Fairment Kombucha hat beispielsweise nur 6 kcal pro 100ml.

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  4. Susanne //

    wieviel kann bzw sollte ich denn am Tag davon trinken? wir haben vor ca. zwei Monaten angefangen mit dem „Brauen“ und uns schmeckt es sehr gut!
    Ich habe leider mehrere Autoimmunerkrankungen und mache auch gerade eine Darmsanierung – daher möchte ich die Wirkung des Kombucha für meinen Darm nutzen ;-)

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    • Nadja //

      Hallo Susanne,
      Ich habe gelesen dass man ein kleines Glas -3x täglich – trinken soll. Nicht Zuviel. ;)

      Antworten
  5. Nadja //

    Hallo,
    Ich habe kombucha jetzt zum ersten Mal selbst gemacht und es hat sich ein scoby-Baby abgesetzt. Den möchte ich auch gerne verschenken. Wie lagere ich den denn bis ich ihn weggebe? Mit ansatzflüssigkeit? Und in was für einem Behälter?
    LG

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    • Susanne //

      also ich würde den mit mindestens 100ml Kombucha (als Starterset) im Kühlschrank aufbewahren :-)

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    • Fairment Kombucha //

      Hi Nadja,

      am besten in einem Glas mit ausreichend Kombucha als Lagerflüssigkeit. Gerne verschlossen oder aber mit Tuch abgedeckt, wie Du willst. Am besten bei Zimmertemperatur und nicht in der Sonne! Happy Brewing

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  6. Sandra //

    Super! Kombucha mache ich schon seit Jahren selbst, er wächst wie verrückt und vermehrt sich demenstprechend rasend. :-)

    Nur ein Mal wurde er bei mir „schlecht“, was damit zusammenhing, dass ich das hohe (mittlerweile 3 Liter) Glas nicht dicht genug verschlossen hatte (also mit Papierküchentuch und einem festen Gummi) und eine Fliege hatte Eier auf dem Pilz abgelegt. Bah …

    Ich lasse ihn absichtlich einige Wochen stehen und mag den eher sauren Geschmack. Schmeckt prima in Smoothies und ich ersetze Essig damit.

    LG Sandra :-)

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    • Anja Wagner //

      Hallo Sandra,

      danke für deinen Erfahrungsbericht! :) Kombucha schmeckt uns auch ziemlich gut.

      LG, Anja

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  7. jana //

    Hallo, mein Kombucha mag’s eher warm als kühl, und er braucht sicher länger als 4-7 Tage, um den Zucker wirklich vollständig zu verarbeiten. Der Kombucha-Essig ist prima im Salatdressing :)
    Eine andere Variante zum Kombucha Scoby ist Jun, der wächst langsamer, fermentiert aber schneller und macht mehr Kohlensäure und wird mit Honig statt Zucker gefüttert. Extrem lecker..

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    • Anja Wagner //

      Hallo Jana,

      danke für deinen Kommentar! Den Tipp mit dem Salatdressing setze ich mal um :)

      LG, Anja

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  8. Helge //

    Ich hätte gerne noch eine kurze Begründung, warum ihr das für ein Paleo-Produkt haltet. In meinen Augen ist es das definitiv nicht. Ich sehe hier nur einen Werbeartikel und einen weiteren Versuch die Idee von Paleo irgendwie gewinnbringend zu vermarkten.

    Antworten
    • Anja Wagner //

      Hallo Helge,

      Kombucha hilft einigen zu einer besseren Darmgesundheit – vor daher gehört das Getränk für uns zu Paleo dazu.
      Und solange es Leuten helfen kann, verbreiten wir es gerne :)

      LG, Anja

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  9. Claudius //

    Ich habe meinen Kombucha früher sehr lange gären lassen und dann das Getränk mit Wasser vedünnt getrunken. Man kann durch Zugabe von Traubenzucker auch die Zusammensetzung tunen, er schmeckt dann leider strenger. Mittlerweile mache ich keinen mehr, da hier im ländlichen Raum zuviele Schimmelsporen fliegen und der Ansatz schon 3x verschimmelt ist, trotz Zugabe von Essig.

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    • Anja Wagner //

      Hallo Claudius,

      danke für die Tipps! Schade, dass du keinen eigenen Kombucha mehr herstellen kannst.

      LG, Anja

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