Diagnose Zöliakie – wie glutenfreie Ernährung hilft

Zöliakie – eine chronisch entzündliche Darmerkrankung –  ist bis heute die am besten verstandene Erkrankung des Verdauungsorgans und ebenso die am besten Verstandene des Immunsystems. Die krankmachende Reaktion im Darm wird dabei durch das Getreideprotein Gluten verursacht. Im Verlauf der Krankheit ist es für den Körper immer schwieriger genügend Nährstoffe über die geschädigte Darmschleimhaut des Dünndarms aufzunehmen.

Diagnose Zöliakie

Zöliakie (auch bekannt als einheimische Sprue oder gluten-sensitive Enteropathie), ist sowohl eine Erkrankung des Verdauungssystems als auch eine Autoimmunerkrankung.

Bei einer Autoimmunerkrankung ist das Immunsystem hinsichtlich seiner beeindruckend komplexen Fähigkeit zwischen körpereigenen Strukturen und „Eindringlingen“ zu unterscheiden gestört. Bei Zöliakie-Patienten reagiert das Immunsystem auf einen Bestandteil von Gluten, in Folge wird die Darmschleimhaut stark geschädigt. Um die Immunreaktion zu stoppen muss lebenslang auf das Getreideprotein Gluten verzichtet werden. 

Der Vorteil von Paleo für Zöliakie-Betroffene – alle Lebensmittel sind glutenfrei.

Um den Körper und die Erkrankung besser zu verstehen sowie zu behandeln ist es für Betroffene hilfreich sich mit dem Thema genau zu beschäftigen. Wir haben wichtige Informationen zu Symptomen, Ursachen und Diagnose der Krankheit gesammelt.

Zudem beschreibt Silvan, selbst Betroffener und Autor des GlutenFreieWelt-Blogs, wie er mit der Diagnose Zöliakie umgegangen ist und gibt praktische Tipps mit auf den Weg.

Symptome und Auswirkungen einer Zöliakie

Die Prävalenz  (die Wahrscheinlichkeit wie oft eine Krankheit in einer bestimmten Bevölkerungsgruppe auftritt) von Zöliakie beträgt für Deutschland circa 1 %. Einer von 100 Personen leidet nach dieser Statistik an der Erkrankung.

Zöliakie wird auch als das Chamäleon der Gastroenterologie (Teilgebiet der Medizin, die sich u.a. mit dem Darm beschäftigt) bezeichnet, da sie sich mit facettenreichen Symptomen die sowohl den Darm, andere Organe als auch den ganzen Körper betreffen können, äußern kann.

Symptome sind unter anderem:

  • (Unerklärlicher) Gewichtsverlust
  • (Unerklärliche) Gewichtszunahme
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Blähungen
  • Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit
  • Depressionen
  • Wachstumsstörungen im Kindesalter

Die gestörte Nährstoffaufnahme führt neben Gewichtsproblemen auch zu einem Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen, wodurch sich in der Folge vielseitige Begleiterkrankungen und -komplikationen ergeben können. Hierzu zählen:

  • Osteoporose
  • Anämie
  • Geburtsdefekte
  • Unfruchtbarkeit
  • Wachstumsprobleme
  • Hautprobleme (z.B. Akne)

Wer an einer Zöliakie leidet, leidet mit einer höheren Wahrscheinlichkeit an weiteren Autoimmunerkrankungen, einschließlich:

Eine unbehandelte Zöliakie kann zudem das Risiko an Krebs zu erkranken erhöhen. Glücklicherweise kann dieses Risiko durch die sichere Diagnose und Behandlung der Erkrankung weitestgehend gemieden werden.

Ursachen und Diagnose einer Zöliakie

Die genetische Veranlagung spielt bei einer Zöliakie eine entscheidende Rolle, aber auch Infektionen, die Ernährung und viele Umweltfaktoren beeinflussen die Entwicklung der Krankheit.

Zöliakie setzt eine erbliche Veränderung bestimmter Erkennungsmerkmale des Immunsystems voraus. Während ein Drittel der Bevölkerung  diese genetische Veranlagung besitzt, entwickelt nur ein Teil im Laufe des Lebens eine Zöliakie.

Die erblichen Komponente ist damit eine Voraussetzung für die Erkrankung aber alleine nicht ausreichend um eine Zöliakie zu entwickeln. Weitere Faktoren müssen berücksichtigt werden.

„Falsche“ Ernährung kann zur Ausprägung einer Zöliakie beitragen. Diskutiert werden hierbei unter anderem der Anteil von Gluten in der Nahrung sowie Einflüsse die die Durchlässigkeit der Darmwand erhöhen und die Darmbakterien (das Darm-Mikrobiom) beeinflussen. Auch die frühkindliche Ernährung, insbesondere ab wann und in welcher Menge Gluten in die Ernährung eingeführt wird, kann eine Rolle spielen. Allerdings fehlen hierfür bisher eindeutige Forschungsergebnisse.

Zöliakie kann heute mit hoher Sicherheit diagnostiziert werden. Charakteristische Antikörper, genauer die Transglutaminase-IgA- und Endomysium-IgA-Antikörper, können nach einer Blutabnahme in der Probe nachgewiesen werden. Um die Aussage der Antikörper-Tests zu bestätigen kann eine Magenspieglung mit einer Dünndarmbiopsie erfolgen. Hierfür wird eine kleine Gewebeprobe aus dem oberen Dünndarm entnommen und in einem Labor genauer auf Veränderungen untersucht.

Eine Schwierigkeit beim serologischen Nachweis einer Zöliakie kann darin bestehen, dass bei etwa 10 % der betroffenen Patienten ein IgA-Mangel vorliegt. In diesem Fall lassen sich keine IgA-Antikörper nachweisen. Dieses Problem lässt sich jedoch umgehen, indem man nicht nur die IgA-Antikörper bestimmt, sondern zusätzlich den etwas weniger spezifischen IgG-Nachweis durchführt.

Der Gastroenterologe (der Arzt der sich genauer mit dem Verdauungssystem befasst) kann eine Zöliakie zudem nur dann sicher diagnostizieren, wenn man noch glutenhaltige Nahrung verzehrt. Warum man bei Verdacht auf eine Zöliakie Gluten nicht einfach weglassen sollte, erklärt Julia Stüber auf ihrem Blog in dem Artikel „7 Gründe, warum eine Zöliakie-Diagnose wichtig ist„.

Bei Verdacht auf Zöliakie gilt folgende Reihenfolge:

  • Arzt aufsuchen (die Telefonberatung der Deutschen Zöliakie Gesellschaft hilft bei der Suche nach einem Arzt in der Nähe)
  • Blutuntersuchung auf Antikörper 
  • Bestätigung durch eine Dünndarmbiopsie
  • Umstellung auf glutenfreie Ernährung

Konnte der Arzt eine Zöliakie ausschließen, obwohl man sich nach dem Verzehr von Getreide unwohl fühlt, kann eine auch eine Weizenallergie oder Gluten/-Weizensensitivität vorliegen.

Die Glutenunverträglichkeiten Zöliakie und Weizensensitivität sind dabei klar voneinander abzugrenzen. Während bei einer Zöliakie strikt auf glutenhaltige Lebensmittel verzichtet werden muss, können bei einer Weizensensitivität oft geringe Mengen an Getreide ohne Probleme vertragen werden.

Gliadin als Auslöser einer Immunantwort

Um nachvollziehen zu können, warum Gluten bei einer Zöliakie konsequent zu vermeiden ist,  ist es sinnvoll die krankmachende Immunreaktion auf Gluten zu betrachten.

Gluten, ein Proteingemisch in Getreide, kann in mehrere Fraktionen unterteilt werden kann. Eine dieser Fraktionen enthält Gliadin welches als Verursacher der Zöliakie identifiziert werden konnte. Gliadin kommt in den Getreidearten Weizen, Dinkel, Roggen und Gerste vor, sowie in den alten Weizensorten Einkorn, Emmer und Kamut.

Alle daraus hergestellten Lebensmittel und Produkte, wie Mehle, Grieß, Brötchen, Pizza und Teigwaren sind damit bei einer Zöliakie grundsätzlich zu vermeiden. Gluten ist zudem in einigen Lebensmitteln (wie Soßen, Chips und vielen Fertiggerichten) verarbeitet, in denen man es nicht unbedingt erwartet. 

Gliadin kann auf Grund seiner Struktur nicht so gut abgebaut werden wie andere Proteine. Vor allem der obere Dünndarmabschnitt kommt bei Betroffenen vermehrt mit unverdautem Gliadin in Kontakt. Das Gliadin passiert die Darmbarriere und ruft eine Immunreaktion hervor.

Das Immunsystem erkennt Gliadin als einen „Eindringling“ und produziert zur Abwehr Antikörper. Neben den Antikörpern gegen Gliadin treten ungünstigerweise auch Antikörper gegen körpereigenen Strukturen auf. Die sogenannten Autoantikörper gegen das Enzym Transglutaminase und den Gewebsbestandteil Endomysium werden, wie bereits beschrieben, zur Diagnose genutzt.

Solange Gliadin beziehungsweise Gluten (auch kleinste Mengen!) über die Nahrung in den Darm gelangt findet die Immunreaktion statt. Die Folge ist eine chronische Entzündung.

Zöliakie schädigt die Darmzotten

Die Zellen der Darmschleimhaut werden normalerweise in einem Zyklus von etwa vier Tagen erneuert. Die natürlich abgestorbenen Zellen werden in das Darminnere abgeschilfert und ausgeschieden. „Frische“ Darmzellen nehmen ihren Platz ein und die Aufgabe zur Resorption von Nahrungsbestandteilen auf. Die Darmzellen bilden die für den Dünndarm typischen Darmzotten, die die Oberfläche des Darmes um ein Vielfaches vergrößern und für eine gute Nährstoffaufnahme aus unserer Nahrung sorgen.

Eine chronische Entzündung, wie sie im Falle der Zöliakie stattfindet, schädigt die Darmzellen und führt zu einem schnelleren Absterben der Zellen. Im Laufe der Zeit können nicht mehr in dem Maße Zellen neugebildet werden wie absterben und die Darmzotten bauen sich immer weiter ab. Im Endstadium einer Zöliakie können die Darmzotten fast verschwunden sein.

Die geringere Fläche zur Aufnahme von Nahrungsbestandteilen verdeutlicht warum bei einer fortgeschrittenen Zöliakie Fette, Vitamine und Mineralstoffe nur noch sehr schlecht aufgenommen werden können und neben typischen Darmbeschwerden vielseitige Mangelzustände (wie bereits aufgezählt) auftreten.

Glutenfreie Ernährung und Paleo helfen bei einer Zöliakie

Wenn Betroffene die Diagnose Zöliakie erhalten: In Absprache mit dem behandelnden Arzt legen wir euch Paleo ans Herz. Paleo ist frei von glutenhaltigen Getreide und Milch-/produkten. Zudem meidet Paleo hoch verarbeitete Lebensmittel und Fertigprodukte jeglicher Art, die „versteckt“ Gluten enthalten können.

Neben Gluten auch Milchprodukte zu vermeiden kann sinnvoll sein:  Vor allem bei Erwachsenen kann eine sekundäre Laktoseintoleranz auftreten.

Auf Grund der geschädigten Darmschleimhaut kann die Zufuhr von  zusätzlicher Mikronährstoffen dem Körper helfen schneller zu regenerieren. Der Arzt kann bestimmen, welche Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind.

Einem Großteil der Betroffenen geht es nach einer Ernährungsumstellung innerhalb von wenigen Wochen bis wenigen Monaten besser. Die Heilung der Darmschleimhaut kann jedoch deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Für einige Betroffene ist es nicht ausreichend strikt glutenfrei zu leben. Einige Getreidearten wie Mais, Hafer und Reis enthalten Proteine, die in ihrer Struktur Gluten ähneln und damit eine Immunreaktion auslösen können. Aus ähnlichem Grund besteht in einigen Fällen eine Unverträglichkeit auf das Milchprotein Casein. Diese Kreuzreaktionen können erklären warum einige Betroffene weiterhin Symptome zeigen, obwohl sie sich einer glutenfreien Ernährung angenommen haben.

Weitere hilfreiche Informationen zu Autoimmunerkrankungen findest du in unserem PowerGuide.

Konkrete Tipps von einem Betroffenen

Die richtigen Informationen zu sammeln ist oftmals einfacher als die Notwendigen im Alltag umzusetzen. Um es Betroffenen leichter zu machen lassen wir an dieser Stelle einen „Zöli“ zu Wort kommen.

Die Diagnose Zöliakie war ein bitterer Moment, eine Welt bricht zusammen, obwohl ich damit gerechnet habe. Erstmal sieht man nur noch schwarz. Bei jedem Produkt, sieht man als erstes Weizen auf der Zutatenliste und man legt es enttäuscht zurück. Nach dem ersten verzweifelten Einkaufsversuchen und einem Besuch bei der Ernährungsberaterin habe ich wieder Mut gefasst. Das Leben muss weitergehen, glutenfrei und bei mir auch laktosefrei. Wenn schon, dann richtig ;)

Mit der Zeit findet man in fast jedem Laden etwas glutenfreies. Auch in den Restaurants ist es ein immer kleineres Problem. Ich rate dir jedoch vorher kurz anzufragen, ob auch glutenfrei möglich ist. Generell kommt man mit der richtigen Kommunikation sehr weit. Auch im Ausland, je nach Destination ist das Angebot sogar besser als in Deutschland.

Meine Schwestern haben ebenfalls diese Autoimmunkrankheit. Meine Familie war also gewappnet. Meine Freunde haben größtenteils sehr interessiert reagiert. Alle wollten wissen woher die Zöliakie kommt, was sie macht und so weiter.

Mit dem Wissen was du dir zwingend aneignen musst kannst du super auftrumpfen. So habe ich sehr viel Verständnis bekommen.

Zöliakie hat mich auf das Thema Paleo gebracht. Glutenfrei und  laktosefrei. Perfekt für mich als Zöli. Neben den vielen Alternativen, die man in immer mehr grösseren Supermärkten findet, aber auch speziell in Reformhäuser, gibt mir Paleo viele tolle Möglichkeiten mit bis dahin unbekannten Lebensmittel zu kochen und  komplett auf Getreide zu verzichten. Neben dem positiven Effekt keine Beschwerden mehr zu haben, habe ich mit meinem Verzicht auf Gluten auch an Energie und Lebensqualität gewonnen.

In meiner Paleo-Challenge hat das noch einmal zugenommen. Bleib also positiv gestimmt, du tust dir was Gutes mit Paleo und dem Verzicht auf Gluten.

Leidet ihr an Zöliakie oder einer anderen Autoimmunerkrankung und fühlt euch mit Paleo wohler? Hattet ihr Schwierigkeiten bei der Umstellung und wie lange hat es gedauert bis es euch besser ging? Habt ihr Fragen an Silvan?

Lasst es uns wissen und nutzt die Kommentar-Funktion unter dem Artikel!

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Wir wissen – ein Blogpost kann der Krankheit nicht gerecht werden. Wir empfehlen folgende Quellen und vertiefende Literatur:
[1] Die ganze Wahrheit über Gluten: Alles über Zöliakie, Glutensensitivität und Weizenallergie von Dr. Alesio Fasano und Susie Flaherty
[2] Die Informationen der Deutschen Zöliakie Gesellschaft
[3] Die Informationen des Blogs Essen mit Gefühl von Julia Stüber
[4] Vorlesung unter anderem mit Prof. Schuppan an der Universitätsklinik Mainz zum Thema „Zöliakie und Autoimmunerkrankungen“
Silvan empfiehlt desweiteren die Bücher
Weizenwampe – Warum Weizen dick und krank macht, von William Davis
Dumm wie Brot – Wie Weizen schleichend Ihr Gehirn zerstört, von David Perlmutter, Kristin Loberg
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Geschrieben von Anja

Anja ist Ernährungswissenschaftlerin und beschäftigt sich schon eine Weile mit dem Paleo-Lebensstil, welcher ihr mehr als nur Energie für Alltag und Sport bringt. Sie weiß, Paleo birgt für jeden die Möglichkeit seine individuelle Ernährung zu finden - mit dem Ziel eines neuen Körpergefühls und langfristiger Gesundheit. Und genau das ist ihre Motivation ihr Wissen an andere weiterzugeben.
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33 Kommentare

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  1. Steffi //

    Hi, bin jetzt seit knapp 4 wochen glutenfrei und meine Magen/Darm Beschwerde und weitere Symptome verflogen. Habe jetzt 2 mal wieder einen „Unfall“ gehabt und danach so sehr bereut in Form heftigster Verdauungsbeschwerden. Macht jetzt ein test auf zöliakie noch Sinn nach 4 Wochen Abstinenz? Wie kann ich mich am besten verhalten um einen aussagekräftigen test zu machen?

    Antworten
  2. alles.muell@web.de //

    Hallo Julia,

    nachdem ich deinen Artikel hier las Ende Februar (ich hatte dir dazu auch auf deinem Blog geschrieben), hatte ich ja in Erwägung gezogen – nach mehr als 6 Monaten Paleo – für eine gesicherte Diagnose (Zölliakie/ Glutenunverträglichkeit/ Glutensesitivität) wieder glutenhaltig zu essen. Ich habe Nägel mit Köpfen gemacht und gleich am nächsten Tag damit angefangen und heute ist nun mein letzter Tag mit glutenhaltigem Essen vor der Dünndarmbiopsie. Ich kann gar nicht sagen wie froh ich bin, das diese Zeit vorbei ist. Ich hoffe die 7 Wochen + 3 Tage Mist essen reichen für die Diagnose aus. Dann hätte sich die Quälerei wenigstens gelohnt. Ich wünsche es mir.

    Seit der glutenhaltigen Ernärung wurde mit jeder Woche seither mein körperliches Unwohlsein immer schlimmer. Mittlerweile habe ich fast täglich Nierenschmerzen. Täglich habe ich mit Atemnot und Herzrhytmusstörungen zu kämpfen, dazu kommen noch Muskel- und Gelenkschmerzen, Schmerzen im Bauchraum, ständig aufgeblähtes Gefühl im Bauchraum, Bauchkrämpfe ab und an … An der Arbeit kann ich mich nur schlecht konzentrieren und mich plagt eine ständige Tagesmüdigkeit, wahrscheinlich resultierend daraus das ich auch sehr schlecht schlafe. Das sind die schlimmsten Symtome die mir spontan einfallen.

    Wenn ich das vorher, also bevor ich mit Paleo angefangen habe gewusst hätte, wäre es viel leichter gewesen. So hatte ich mich nach 6 Monaten Paleo doch so wohl gefühlt, das der Schritt zurück sehr schwer war. Ich bin jetzt sehr gespannt was morgen bei der Dünndarmbiopsie bereits zu sehen ist und wie ein paar Tage später das Blutbild dazu ausfällt.

    Aber was auch immer die Diagnose sein wird, Gluten wird definitiv nicht mehr auf meinem Speiseplan stehen. Ich liebe Paleo und ich fange morgen direkt wieder damit an. In 10 Tagen fliege ich dann in den Urlaub unter die Mexikanische Sonne und werde nur noch genießen nach Paleo-Art. Darauf freue ich mich jetzt. :-)

    Liebe Grüße, amie

    Antworten
    • Anja Wagner //

      Gut, dass du die Diagnosezeit überstanden hast, danke für deinen Bericht! Ich wünsche dir viel Spaß in Mexiko! :) LG, Anja

      Antworten
      • amie //

        Vielen lieben Dank Anja. Wenn ich die Ergebnisse alle habe, berichte ich hier noch einmal.

        LG Amie

        Antworten
  3. amie //

    Hi Anja,
    ich hab auch mall eine Frage. Auch ich habe den Verdacht auf gluten zu reagieren, da ich einige der oben genannten Symptome nach dem Verzehr von Gluten auch hatte und das sehr heftig. Es war ein langer Weg über ein Ernährungstagebuch, der mich jetzt ziemlich sicher sein lässt. Seit ca 6 Monaten lebe ich nun glutenfrei und wenn ich nicht gerade einen Gluten-Unfall habe, dann fühle ich mich super.
    Vor 3 Wochen ahbe ich nun einen Bluttest beim HA machen lassen um es genau zu wissen. Leider hat der keine Auffälligkeiten bzgl Gluten gezeigt. Wie denn auch :-( im Nachhinein war es mir klar, ich esse ja schon lange keins mehr. Mein HA riet mir jetzt zu einer Darmspiegelung, der Termin ist im Mai (wegen des Andrangs). Meinst du da wird man dann was sehen wenn ich weiter glutenfrei esse? Ich habe ja die Befürchtung, dass nicht. Und der Gedanke daran jetzt wieder glutenhaltig zu essen… das kann ich gar nicht mehr. Da würde ich ja krank in der Ecke liegen irgendwann. Ich glaube ich wollte mir was Gutes tun und habe doch alles falschgemacht. :-( Hast du eine Idee wie ich doch noch an eine aussagekräftige Diagnose komme? Mein HA ist da überfordert.

    Amie

    Antworten
    • Anja Wagner //

      Hallo Amie,

      danke für deinen Bericht und das Vertrauen dich an uns zu wenden!

      Wie du vermutest – Je nach dem wie sehr deine Darmzotten sich bereits regeneriert haben, wird es schwierig die Diagnose Zöliakie zu stellen, falls du an der Krankheit leidest.

      Mir fällt leider kein alternativer Weg ein, wie du zu einer aussagekräftigen Diagnose kommst. Eine Gluten-Challenge sehe ich aber auch nicht als einen Weg.

      Vielleicht fragst du Julia aus dem Kommentar unter dir, was sie machen würde. Sie hat mehr Erfahrung in dem Bereich und kann dir hoffentlich besser helfen.

      Du kannst dann gerne berichten, was bei der Spiegelung rauskam.

      LG,
      Anja

      Antworten
    • Julia //

      Hallo Amie,

      leider gibt es nach dem heutigen Stand der Wissenschaft keine andere Möglichkeit, als eine Zöliakie-Diagnose durch die Gluten-Belastung zu bekommen. Es gibt einen Gentest, aber der sagt nur aus, ob Du die genetische Veranlagung zur Zöliakie hast, aber nicht, ob diese aktiv ist.

      Nach den 6 Monaten könnten sich Deine Darmzotten also schon regeneriert haben und es ist auch typisch, dass nach der Zeit auch im Blut nichts mehr nachweisbar ist. Man sollte mindestens 8, wenn nicht sogar 12 Wochen vor der Untersuchung glutenhaltig essen, was für Dich wahrscheinlich sehr schwierig wird.

      Du hast jetzt 2 Möglichkeiten: entweder Du ziehst diese Zeit durch mit aller Konsequenz (und ich weiß, dass das alles andere als einfach sein wird), und hast sehr wahrscheinlich dann die richtige Diagnose. Wie wichtig diese ist, kannst Du in meinem Blogbeitrag lesen (7 Gründe), den Anja hier im ihrem Blogbeitrag verlinkt hat.

      Oder Du sagst, mir ist der Preis zu hoch für eine Diagnose. Dann musst Du Dich allerdings wirklich strikt glutenfrei ernähren und so wenig Glutenunfälle wie möglich haben – denn mit jedem Unfall steigt das Risiko von Darm-Krebs und anderen Erkrankungen. In dem Fall könntest Du auf die Magen-Dünndarm-Spiegelung verzichten, auf der anderen Seite kann es aber auch nicht schaden, mal nachzuschauen, wie es Deinem Dünndarm geht.

      Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du die für Dich richtige Entscheidung findest.
      Alles Gute,
      Julia

      Antworten
      • amie //

        Hallo Julia,
        auch dir vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Ich werde erst einmal auf deinem Blog in Ruhe stöbern…. und ich denke ich werde versuchen Gluten zu essen. Wenn ich das jetzt noch einmal versuche, dann hab ich es für immer hinter mir. Paleo wird mir sehr fehlen… Hoffentlich halte ich durch.
        Vielen Dank nochmal für mentale Unterstützung hier.
        Viele Grüße
        Amie

        Antworten
  4. Julia //

    Hall Anja,

    danke für die Erwähnung und den Link auf meinen Blog (die 7 Gründe…)!
    Ich bin selbst von Zöliakie betroffen und dadurch auch zur Ernährungsberatung bzw. zum Coaching von Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten/-Allergien gekommen…
    Viele Grüße,
    Julia

    Antworten
    • Anja Wagner //

      Hallo Julia,

      gerne – du hast da eine tolle Sache auf die Beine gestellt!

      LG, Anja

      Antworten
    • Birte //

      Hallo Julia,
      Das ist sehr interessant, was du da schreibst. Aber was tun bei Fruktose-, Gluten-und Histamin Intoleranz sowie Allergien auf Nüsse und Obst sowie einige Gemüsesorten? Da ich auf jegliche Getreidearten reagiere sowie auf Kartoffeln weiß ich mir langsam keinen Rat mehr genau wie eine Ernährungsberaterin. Selbst die war damit überfordert was ich auch verstehe… hast du noch Ideen?
      Lieber Gruß von Birte!

      Antworten
      • Julia //

        Hallo Birte,

        das ist ja wirklich heftig bei Dir. Wie stark ist Deine Histaminintoleranz und hast Du da schon mal eine strenge Auslassdiät gemacht, um den Histaminlevel zu senken und dann langsam Stück für Stück probiert, was noch geht?
        Falls Du Rinderknochenbrühe verträgst (ich mache die wegen der HIT im Schnellkochtopf), könntest Du diese über 2-3 Wochen trinken, denn die hilft dem Darmaufbau…
        Viele Grüße,
        Julia

        Antworten
  5. Johannes //

    Bei Zöliakie gibt es ja anscheinend keine halben Sachen: Entweder man hat es und muss ganz auf gewisse Sachen verzichten – oder eben nicht.

    Meine Frage ist aber: Welche Zwischenstufen gibt es? Ich habe mal gehört, dass selbst kleinste Mengen glutenhaltiger Nahrungsmittel schon ausreichen. Es macht also laut der Aussage keinen Unterschied ob man 90% glutenfrei lebt oder 0% – selbst die kleinen Mengen glutenhaltiger Nahrung verursachen die Schadwirkungen.

    Daher meine Frage: Stimmt das? Was ist eure Erfahrung? Ich will sehr ungern auf manche glutenhaltige Sachen verzichten, merke aber wie ich mich ohne die Produkte leichter fühle. Sonst keine großen Symptome, einfach leichter

    Antworten
    • Anja Wagner //

      Hallo Johannes,

      soweit man bis jetzt weiß gibt es keine Zwischenstufen bei einer Zöliakie.

      Meide die glutenhaltigen Sachen besser! Du wirst dich daran gewöhnen :) Wir haben auf dem Blog viele Tipps wie du glutenfrei leben kannst.

      LG, Anja

      Antworten
    • Julia //

      Hallo Johannes,
      wenn Du eine Zöliakie hast, gibt es leider keine halben Sachen. Es reicht 1/8 Gramm Mehl, um Deinen Darm zu schädigen und Deine Gesundheit nachhaltig zu schädigen – auch wenn Du keine Symptome spürst! Auf welche glutenhaltigen Sachen kannst Du denn nicht verzichten?
      Es hilft übrigens auch, sich einer der vielen Selbsthilfegruppen der Deutschen Zöliakie Gesellschaft anzuschließen, so dass man sich mit anderen darüber austauschen kann…
      Viele Grüße,
      Julia

      Antworten
  6. Eileen Tesch //

    Was haltet ihr denn von glutenfreien Haferflocken oder Mehlen?

    Antworten
    • Anja Wagner //

      Hallo Eileen,

      da wir auf dieser Seite Paleo vermitteln und uns auch so ernähren, raten wir von Getreide ab (zu dem Hafer gehört). Im Artikel ist auch auf die möglichen Kreuzreaktionen verwiesen. Glutenfreie Mehle sind für Zöliakie-Patienten im Verkauf und geeignet (wie Kokosmehl und Mandelmehl). Soweit ich weiß, wird von der DZG empfohlen als Zöliakie Patient maximal 50 g Haferflocken/pro Tag zu verzehren.

      LG, Anja

      Antworten
    • Julia //

      Man muss aufpassen, dass die Haferflocken wirklich als glutenfrei gekennzeichnet werden. Für Kinder und für die erste Zeit nach der Diagnose wird empfohlen, auf glutenfreien Hafer zu verzichten, später kann er dann langsam wieder in die Ernährung eingeführt werden (sofern man sich nicht nach Paleo ernährt).
      Ich habe leider selber die Erfahrung gemacht, dass ich die von Anja angesprochenen Kreuzreaktion erlebe. Ich bin zwar von Mais, Hafer etc. nicht 4 Wochen lang krank wie nach einem Glutenunfall, aber ich habe massive Bauchschmerzen und Darmprobleme, so dass es mir mittlerweile leicht fällt, auch auf die glutenfreien Getreidesorten zu verzichten.

      Antworten
  7. Silvan //

    Hi Anja

    Ein wunderbarer Artikel. Ist super geworden, auch sehr verständlich!
    Und vielen Dank für die Möglichkeit meine Erfahrungen einbringen zu können.

    Beste Grüsse Silvan

    Antworten
    • Anja Wagner //

      Hi Silvan,

      danke für das Lob! :) Die geteilten Erfahrungen helfen Menschen, die auch an Zöliakie leiden, sicherlich mehr als die Theorie (obwohl die natürlich auch wichtig ist ;))

      LG, Anja

      Antworten
  8. Ulli //

    Ein toller Artikel.
    Bei 2 Aussagen bin ich aber unsicher.
    Gewichtszunahme kann m.A.n. auch ein Zeichen sein, da der Körper durch vermehrten Hunger anzeigt, das ihm was fehlt. Bei mir war es so.

    Das 1% der Bevölkerung, das an Zöliakie leidet, geistert durch die Medien, aber ich kann nicht so recht daran glauben, da die Krankheit so selten erkannt wird.
    Die Ärzte haben sie nicht auf dem Schirm und suchen nicht danach.
    Ich könnte mir vorstellen, das die Dunkelziffer weit höher ist.

    Antworten
    • Anja Wagner //

      Hallo Ulli,

      danke dir für deine Anmerkungen und das Lob! Habe „Gewichtszunahme“ als Symptom mit dazu geschrieben. Deine Erfahrung und Erklärung macht das ja nachvollziehbar.

      Die Prävalenz von 1 % ist auch für mich nicht leicht zu glauben. Statistiken sind auch nicht immer als bare Münze zu nehmen, sondern als Richtwert. Eine Dunkelziffer existiert sicherlich: Zum einen haben Ärzte nicht immer alle Krankheiten auf dem Schirm; zudem gibt es bestimmt einige, die starke Probleme haben, aber nicht die Chance sehen, dass ihnen ein Arzt helfen kann. Sicherlich gibt es viele weitere Gründe.

      Kommst du mit der Krankheit gut im Alltag zurecht?

      LG, Anja

      Antworten
      • Ulli //

        Danke für die Antwort.
        Ja, ich komme gut zurecht. Durch die gute Anleitung und die vielen Studien, die hier immer wieder veröffentlicht werden, ist es sehr einfach für mich geworden. Vor etwas mehr als 1 Jahr hatte ich noch keine Hoffnung jemals wieder sowas wie „gesund“ zu werden. An dieser Stelle: Vielen Dank an Paleo360, ohne euch wär ich noch immer krank.
        Leider konnte ich weder meinen (bisherigen) Hausarzt noch Hautarzt davon überzeugen, das ich eine Diagnose brauche um ernst genommen zu werden. Mittlerweile hab ich die Hoffnung aufgegeben da besagter Hausarzt meinte: Wozu denn, wenn sie das Zeug nicht vertragen dann fressen Sie es halt nicht.
        Ich habe Angst vor dem Tag an dem ich ins Krankenhaus muß und die Ärzte mir nicht glauben, sondern eine Diagnose fordern, denn wenn ich Getreide essen muß, dann hoffe ich das mein Körper fit genug ist um das zu überstehen.
        Aber solange alles in Ordnung ist, gehts mir gut.
        Paleo übersetze ich mittlerweile als „brotlose Gunst“ :)

        Antworten
        • Ulli //

          „… denn wenn ich Getreide essen muß, dann hoffe ich das mein Körper fit genug ist um das zu überstehen.“

          Ich glaube, das muß ich näher beschreiben, sonst versteht das niemand.
          Das passierte, als ich versehentlich (zu aufgeregt um nachzudenken ^^) einen Keks aß:
          in der ersten Stunde
          Wasseransammlungen im Körper bis zu 2 Kleidergrößen
          in dr 2. Stunde
          Herzrhytmusstörungen
          Atemnot
          später
          Orientierungsstörungen
          Gleichgewichtsstärungen
          Wortfindungssrörungen
          Rücken- und Kniegelenksschmerzen
          Muskelschmerzen
          am nächsten Tag, bis zu einer Woche
          Verdauungsbeschwerden
          entzündete und juckende Haut
          „Watte im Kopf“ und Müdigkeit

          Vor kurzem hab ich ein Stück Lackritz probiert…
          naja, aufgrund der Beschwerden hab ich recherchiert und nun weiß ich das auch da Getreidemehl drin ist *lach

          Antworten
          • amie //

            Hallo Ulli,

            das mit der Lakritze kenne ich auch. Ich habe mich auch lange gewundert wieso mir nach Lakritze immer so „übel“ wurde. Da wußte ich noch nicht das ich Gluten nicht vertrage. Später hatte ich den Aha-Effekt. Heute kauf e cih glutenfreie Lakritze in der Apotheke, ich liebe dieses schwarze Zeug. :-)

          • Ulli //

            Hallo Amie,
            danke für den Tip.
            Wenn der Heißhunger auf Süßes kommt, dann find ich Lackritz lecker und praktisch, weil ich davon nicht so viel essen kann. :)
            Unser Leidensweg ist sehr ähnlich, wie ich finde. Alles was du schreibst trifft bei mir zu. Gut, das du einen Arzt gefunden hast, der dir glaubt. Das hilft viel.

            LG. Ulli

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