Vollkorn ist auch keine Lösung

Es ist uns bewusst: Dieses Thema ist kontrovers. Denn die Paleo Ernährung schließt jede Form von Getreide konsequent aus. Kein Brot, Müsli, Pasta, Reis – nicht mal glutenfreies Brot ist erlaubt.

Und richtig: auch kein Vollkorn.

Wir hören ständig den Einwand: “Das mit dem Weizen versteh ich ja noch, aber Vollkorn ist doch super”.

Es ist uns klar, dass diese Information möglicherweise gegen alles geht was ihr jemals von euren Eltern, Lehrern, der Werbung oder Ärzten gehört habt. Wir wissen, die These macht euch skeptisch. Das ist gut: Bitte seid skeptisch! Uns ging es genauso. Aber wir bitten um 5 Minuten Aufmerksamkeit und Offenheit, diese Einstellung aufgrund von Fakten in Frage zu stellen. Wir glauben, dass ihr am Ende des Artikels auch anders über Vollkorn denkt.

vollkorn ist keine lösung

Vollkorn – leider keine Alternative zum Weißbrot

In den meisten landwirtschaftlich geprägten Gesellschaften wird viel lokales Getreide (oder Hülsenfrüchte) gegessen. Das führt meistens zu der Einstellung “wie kann das so schlecht sein, wenn solche gesunden Kulturen das seit tausenden von Jahren essen”. Zuerst einmal tragen viele Faktoren zur Gesundheit einer Bevölkerung bei: Sonne, Lebensmittel, Sport und Umgebung beeinflussen alle die Gesundheit. Also ist es schwierig zu sagen “in Asien sind die Leute gesund, weil sie Reis essen”. Und die reine Tatsache, wie lange wir schon Getreide essen sagt nichts darüber aus, ob Getreide nun gesund ist oder nicht. In vielen Kulturen wird gegessen was verfügbar ist um zu überleben. Ob das die gesündeste Wahl ist kann angezweifelt werden – meistens ist es die billigste Wahl.

Oftmals vergessen wir auch, dass die heutigen Getreideprodukte nicht mehr viel mit dem zu tun haben, was vor einigen Jahrzehnten noch verzehrt wurde. Während Oma noch tagelang Vorteige in der Küche stehen hatte und Sauerteigbrote aß, essen wir heute meistens nur noch hochverarbeitete Produkte aus Getreide-Mehlen. Was das für einen Unterschied macht, erfährst du gleich.

Woraus besteht ein Getreidekorn

Getreidekörner sind Samen von Pflanzen der Gras Rasse. Das schließt ein: Weizen, Hafer, Gerste, Roggen, Hirse, Mais, Reis und Dinkel.

Der einzige Sinn des Samens ist die Fortpflanzung der Pflanze. Und die Pflanze wächst nicht, um gegessen zu werden. Wenn der reife Samen auf die Erde fällt, braucht er Energie bis er das erste Blatt hervorbringen kann, um weitere Energie über die Sonne und Photosynthese zu produzieren. Diese Ursprungsenergie speichert Getreide in den Samen in Form von Kohlenhydraten.

Je nachdem, was wir mit diesem Getreide jetzt anfangen, können diese Kohlenhydrate schädlich für uns sein.

Ein genauerer Blick auf den Aufbau eines Getreidekorns hilft beim Verständnis. Die Samenschale und die Aleuronschicht sind die äußerste Schichten des Getreides, sozusagen ihr Schutzschild. Sie sind dafür da, den Samen vor Gefahren zu schützen wie Bakterien oder Insekten. Der Teil des Samens, der dann in eine neue Pflanze übergeht nennt sich Keimling. Hier ist die Fortpflanzungsinformation der Pflanze gespeichert. Und dann gibt es noch den Mehlkörper oder Endosperm, der aus hauptsächlich Stärke und Proteinen besteht und der die Energie für das Pflanzenwachstum liefert.

Verarbeitetes Getreide hat wenig zu tun mit der oben beschriebenen Struktur. Während des Verarbeitungsprozesses werden die äußere Schicht und der Keimling entfernt und damit die Ballaststoffe, Vitamine und Mineralien, die in diesen Schichten vorhanden sind. Somit bleibt nur der Mehlkörper übrig. Alle Nährstoffe wurden also entfernt – übrig bleibt die Stärke und damit die Energie des Getreidekorns.

Brot = Junk-Food

Aus diesem verarbeiteten Getreide entstehen Auszugsmehle, aus denen mit Wasser, Salz und einigen Zusatzstoffe Brot hergestellt werden kann.

In anderen Worten: das meiste Brot, was man heute kaufen kann ist nichts anderes als Junk-Food. Das Mehl aus diesem Getreide ist heutzutage die Grundlage für unser nährstoffarmes, kohlenhydratreiches Essen im Überfluss. Dieses Essen führt zu Überkonsumierung (da ein Sättigungsgefühl schwer erreicht wird), hohen Insulinwerten, Heißhungerattacken sobald der Blutzuckerspiegel abfällt, Fetteinlagerung, da der Körper das Überangebot an Glukose nicht in den Muskeln speichern kann und eine Zunahme an Fettsäuren im Blut.

Wenn wir uns an diesem Junk-Food überessen, werden wir früher oder später mit Leptin Resistenz und Insulin Resistenz zu kämpfen haben. Hallo Diabetes.

Warum Vollkorn nicht besser ist

Das dürfte eigentlich keine Überraschung sein, inzwischen ist weit bekannt dass verarbeitetes Getreide und die Produkte die man damit herstellt, nicht gerade zur Gesundheit beitragen. Aber was ist jetzt mit den “gesunden” Vollkornprodukten?

Die haben ihre ganz eigenen Themen: Erstmal: Nur weil “Vollkorn” drauf steht, heißt es noch lange nicht, dass das Produkt aus 100% Vollkorn gemacht ist. Es gibt erschreckend wenig gesetzliche Vorschriften, wann man ein Produkt “Vollkorn” nennen darf. Man findet sogar “Vollkorn” Produkte die nur bis zu 10% aus Vollkorn und sonst aus verarbeitetem Weizen bestehen.

Aber gibt es auch Probleme mit 100% Vollkorn Produkten? Hierbei sind ja alle natürlichen Bestandteile (Kleie, Schutzschichten und Mehlkörper) vorhanden.
Da Vollkörner immernoch Ballaststoffe enthalten, schreibt man ihnen häufig einen geringeren “Glykämischen Index” zu als den verarbeiteten Körnern. Das gilt landläufig als gesünder. Um was geht´s hier überhaupt?

Der Glykämische Index (GI) gibt an, wie schnell 50 Gramm einer bestimmten Kohlenhydratform eines bestimmten Nahrungsmittels das Glukose Level im Blut ansteigen lassen. Kohlenhydrate, die schnell verdaut werden und Glukose schnell ins Blut entlassen haben einen höheren GI.

Weißbrot erhöht den Blutzucker überaus schnell (hoher GI) während die Stärke in 100%igem Vollkornbrot länger braucht, um in Glukose zerlegt ins Blut zu gelangen (mittlerer GI). Dieser niedrigere GI ist zum Großteil den zusätzlichen Ballaststoffen zu verdanken, die im Vollkornmehl enthalten sind. Wo ist der Haken? Der GI gibt keine weiteren Anhaltspunkte über alles andere, was die Verträglichkeit von Getreide betrifft. Er gibt nicht an, ob das Getreide problematische Proteine enthält, oder welche Art von Zucker oder Fett es enthält. Er sagt auch nichts darüber aus, wie viel Kohlenhydrate im Essen sind oder wie viel Insulin nötig sein wird, die Glukose im Blut zu kontrollieren.

Außerdem berücksichtigt der GI nicht, wie viel von einer bestimmten Nahrung normalerweise gegessen wird. Der GI einer Wassermelone ist z.B sehr hoch – aber man isst auch selten mehr als ein oder zwei Scheiben davon. Der GI von M&Ms ist viel tiefer, aber hier ist selten nach einer Handvoll Schluss und sie enthalten so gut wie keine Nährstoffe. Also welches Nahrungsmittel ist gesünder? Unser Fazit: Vergesst den GI wenn es darum geht, gesunde Essensentscheidungen zu treffen. Die glykämische Last eines Lebensmittels ist entscheidender.

Also: Verglichen mit verarbeitetem Getreide sind Vollkornprodukte besser, verglichen mit Gemüse und Obst haben sie eine geringere Chance. Wir wachsen in dem Bewusstsein auf, dass Getreide hoch nährstoffreich ist und dass es ungesund ist, es nicht zu essen, da es uns sonst an allen möglichen Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen fehlt, die wir angeblich nur von Getreide bekommen können.

Das ist einfach nicht wahr. Getreide ist NICHT nährstoffreich im Vergleich zu Gemüse und Obst. Und umso mehr Getreide auf dem Teller liegt, umso weniger Platz für Gemüse oder Fleisch, was die Nährstoffaufnahme in Summe dramatisch verringert.

Es gibt nicht eine einzige gesundheitsfördernde Substanz in Getreide, die man nicht besser und schneller über Gemüse und Früchte aufnimmt. Nicht ein einziges Vitamin. Nicht ein einziger Mineralstoff. Nicht mal Ballaststoffe. Zum Vergleich: 2 Scheiben Vollkornbrot enthalten 3,4 Gramm Ballaststoffe, 1 Handvoll Blaubeeren enthalten 7,6 Gramm Ballaststoffe.

Aber Vollkornprodukte enthalten doch wichtige Stoffe wie Kalzium und Magnesium?

Ja, aber alle Getreidekörner enthalten auch einen Bestandteil, der sich Phytinsäure nennt und sich hauptsächlich in der Kleie findet. Diese Phytinsäure bindet Mineralien wie Kalzium, Eisen, Zink und Magnesium aus dem Korn und wird dadurch zu einem unverdaulichen Bestandteil. Der Körper kann das nicht in seine Einzelteile zerlegen. Die Nährstoffe sind also komplett nutzlos. Interessanterweise ist die Konzentration von Phytinsäure in den vermeintlich “gesunden” Vollkornkörnern am Höchsten. Mangelerscheinungen sind die Norm in Entwicklungsländern, die fast komplett auf Getreide  zurückgreifen müssen um ihr Überleben zu sichern. In mindestens der Hälfte aller Länder dieser Welt werden 50 % der Kalorien über Brot aufgenommen. Ironischerweise ist auch der Essensplan der westlichen Welt, die sich eine ausgewogene Ernährung ja eigentlich leisten kann, stark auf Getreide ausgerichtet.

Es gibt kaum Gründe, Getreide (jeglicher Form) in den Ernährungsplan aufzunehmen.

Gesundheitliche Risiken durch Getreide

OK, Vollkorn bringt uns keinen Vorteil – aber schadet es uns?

In Getreidekörnern gibt es viele unterschiedliche Protein Strukturen, die nachweislich die Darmwand angreifen und durchlässig machen (Leaky-Gut-Syndrom). Fast alle bekannten Autoimmunerkrankungen werden dadurch begünstigt.  Ein solcher Störenfried ist Gluten. Gluten ist ein Protein, das sich im Nährgewebe von Weizen, Roggen und Gerste befindet. Für unsere Verdauungsenzyme ist es unmöglich, Gluten in Aminosäuren zu zerlegen.

Problem 1: Gluten ein prolinreiches Protein, ist verdauungsresistent
… und interagiert außerdem direkt mit der Darmwand, sodass diese mit der Zeit durchlässig wird und dem bösen Gluten den Weg ins Blut ebnet.

Problem 2: Gluten schafft lokale Entzündungen im Magen und sonst überall, wo es hinkommt
… wie stark man das spürt hängt enorm vom Einzelnen ab.

Inzwischen geht man davon aus, dass etwa 1/3 aller Menschen eine Gluten Unverträglichkeit aufweist. Vorsicht: Auch wenn man keine Gluten Unverträglichkeit hat, heißt das nicht, dass Getreide gut ist, egal ob Gluten enthalten ist, oder nicht. Mais und Hafer haben andere Proteine, die auf ähnliche Weise einigen Menschen Probleme bereiten können.

Ob Gluten wirklich der Auslöser für alle Unverträglichkeitsreaktionen auf Weizen und Co. verantwortlich, ist noch unklar. Es wird vermutet, dass Resistenzproteine wie ATIs (Amylase-Trypsin Inhibitoren) zur Entstehung von Beschwerden nach Weizenverzehr beitragen können.

Alle Getreidekörner enthalten unter anderem natürliche pflanzliche Toxine, die wir Lektine (Gluten ist eins davon) nennen. Lektine beeinträchtigen die Darmbarriere, in dem sie die Mikrovilli schädigen.

Mikrovilli tragen zur Oberflächenvergrößerung von Zellen und damit zur Verbesserung des Stoffaustausches bei. Mikrovilli zerlegen dabei Kohlenhydrate in ihre Bestandteile und führen die Nährstoffe wie Glukose, Aminosäuren, Fette, Vitamine und Mineralien ins Blut ab. Werden sie durch Lektine beschädigt, können größere unzerlegte Proteinmoleküle ins Blut gelangen. Der Körper reagiert auch hier, wie beim Gluten mit autoimmun-Reaktionen. Blöderweise setzen sich diese unzersetzten Proteine gerne außen an gesunde Zellen, sodass der Körper nicht weiß, welches der wirkliche Feind ist – der Körper fängt also an, auch gesunde Zellen zu bekämpfen. Wenn man zu “Glutenfrei” greift, verschiebt man das Problem weg von Gluten hin zu den Lektinen. Wir halten das für keine gute Idee.

Solche autoimmun-Reaktionen können überall im Körper auftreten: Allergien, Arthritis, Asthma oder Müdigkeit  sind noch die harmlosen Folgen.
Unser Tipp ist wie immer alle Getreideprodukte für 30 Tage wegzulassen und dann einzeln und probeweise wieder einführen. Man merkt schnell, worauf und wie stark man persönlich reagiert.

Also: Raus mit dem Getreide, denn:

– man überisst sich leicht daran und bewirkt damit Blutzucker Höhen und Tiefen
– im Vergleich zu Gemüse und Obst sind sie ein schlechter Nährstofflieferant
– die Proteine in Getreide schädigen den Körper und können autoimmun-Reaktionen auslösen

Wer nicht auf (Vollkorn)-Brot verzichten möchte, sich jedoch durch die potentiellen Risiken von Gluten und Co. schützen möchte – backt sich sein eigenes Brot. Durch das Ansetzen von Sauerteigen bzw. Vorteigen können durch die Aktivierung von Getreide-Enzymen und Bakterien die Proteine in kleinere und unschädliche Bestandteile zerlegt werden. Auch Phytinsäure kann durch die Aktivität von Phytasen abgebaut werden. Wie lange man jedoch Teige fermentieren lassen muss, damit Gluten vollständig abgebaut werden kann, wissen wir nicht.

Uns ist es den Aufwand nicht wert und der Ausgang eines solchen Weizen Experiments zu ungewiss. Genügend leckere Alternativen, auch für alternative Brot-Rezepte, findet ihr mit unserem Rezepte Finder.

Wir geben allen den Tipp, sämtliche Getreidesorten mal für eine Testphase konsequent zu meiden. Isst man danach wieder “normal”, merkt man oft schnell dass es bessere Alternativen als Getreide für den Speiseplan gibt. Wenn es dir schwer fällt, so eine radikale Veränderung deiner Essgewohnheiten im Alltag umzusetzten, unterstützen wir dich mit der 30 Tage Challenge: Hier bekommst du die nötige Portion Motivation und Schritt für Schritt Anleitungen für die Umsetzung.

© photocrew – Fotolia.com

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Geschrieben von Michaela

Michaela ist die Naschkatze im Paleo360 Team und deswegen immer auf der Suche nach Paleo-konformen Süßigkeiten. Vielleicht hat sie auch deshalb die exzellente Fähigkeit entwickelt, exotische Salate mit diversen leckeren Früchten zu kombinieren. Auch sie ist ein großer Fan von Natur und dem Münchner Alpenvorland. Michaela schläft gerne lang, weswegen ihre Blogposts wohl öfter am Nachmittag veröffentlicht werden. Michaela auf Google+
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52 Kommentare

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  1. Skeptiker //

    “In Getreidekörnern gibt es viele unterschiedliche Protein Strukturen, die nachweislich die Darmwand angreifen und durchlässig machen (Leaky-Gut-Syndrom).”

    Das “Leaky Gut Syndrom” wollte ich mir mal näher anschauen und habe dazu bei der Suchmaschine meiner Wahl diese 3 Wörter eingetippt. Der ausschließlich in Englisch vorhandene Wikipedia-Artikel über diesen Begriff sagt alles aus! Das Syndrom gibt es so medizinisch belegt gar nicht!

    https://en.wikipedia.org/wiki/Leaky_gut_syndrome

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    • Miniwunder //

      Genauer recherchieren lieber Skeptiker…
      Das Leaky Gut Syndrom – Der undichte Darm
      Das Leaky Gut Syndrom (LGS) ist keine neu entdeckte Erkrankung, denn schon seit mindestens den 1980er Jahren erforscht man den undichten oder lecken Darm – wie das Leaky Gut Syndrom auf Deutsch heisst. Vielleicht haben Sie schon davon gehört und vermuten, dass auch Ihre Symptome mit dieser Erkrankung in Zusammenhang stehen könnten.
      Die Symptomatiken eines Leaky Gut Syndroms können sehr vielfältig und diffus sein, wie z. B.

      Chronische Gelenkschmerzen
      Chronische Muskelschmerzen
      Konzentrationsstörungen
      Blähungen
      Migräne
      Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen
      Nervosität
      Akne
      Ekzeme
      Ein schwaches Immunsystem
      Immer wieder kehrende Blasen- oder Vaginalinfekte
      Chronische Müdigkeit
      Unverträglichkeiten verschiedener Lebensmittel (Nahrungsmittelintoleranzen)
      Reizdarmbeschwerden und vieles mehr
      Da viele der genannten Symptome nicht unbedingt mit einem kranken Darm in Verbindung gebracht werden, kommen Betroffene auch meist gar nicht auf die Idee, etwas für ihr Verdauungssystem zu tun, um eine Besserung herbei zu führen.
      Im Lauf der Jahre entwickeln sich dann ernsthafte Beschwerden. So werden besonders die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa) mit dem Leaky Gut Syndrom in Verbindung gebracht. Genauso Allergien, Asthma und Autoimmunerkrankungen. Viele dieser Erkrankungen gelten als unheilbar.
      Das Leaky Gut Syndrom aber ist heilbar, so dass sich auch die mit ihm im Zusammenhang stehende Krankheit bessern kann, sobald sich der Darm wieder regeneriert hat.
      Was ist das Leaky Gut Syndrom?
      Das Leaky Gut Syndrom betrifft insbesondere den Dünndarm, nicht den Dickdarm. Doch was bedeutet es, wenn der Dünndarm undicht ist?
      Die Darmschleimhaut stellt eine Barriere zwischen dem Darminhalt und dem Blutkreislauf dar. Man sagt daher auch Darmbarriere dazu. Wenn die Barriere intakt ist, lässt die Darmschleimhaut lediglich Wasser und die benötigten Nährstoffe in den Blutkreislauf passieren.
      Beim Leaky Gut Syndrom aber weist die Darmschleimhaut plötzlich Lücken auf, so dass jetzt auch Stoffe in den Blutkreislauf gelangen können, die dort auf keinen Fall hingehören und normalerweise mit dem Stuhl ausgeschieden werden sollten.
      Dabei handelt es sich um Giftstoffe, Pilze, Pilztoxine und unvollständig verdaute Partikel. Treffen diese Substanzen nun im Blut ein, klingeln sämtliche Alarmglocken des Immunsystems.
      Um die Eindringlinge zu vernichten, kommt es zu Immunreaktionen. Entzündungsstoffe werden ausgeschüttet und gleichzeitig bildet der Organismus Antikörper gegen die Fremdstoffe. Das ist der häufig der Beginn unterschiedlicher Allergien.
      Da die Struktur der Fremdstoffe in manchen Fällen auch körpereigenem Gewebe ähnelt, kann es von seiten des Immunsystems nun zu Verwechslungen kommen. Es greift eigene Zellen an – im Glauben, es handle sich um einen der Eindringlinge. Die Autoimmunerkrankung ist da.
      https://www.zentrum-der-gesundheit.de/leaky-gut-syndrom.html

      Antworten
  2. Skeptiker //

    “Getreidekörner sind Samen von Pflanzen der Gras Rasse. ”

    Gras ist eine Rasse? REALLY???????

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  3. Simone //

    Es hibt hier leider doch einige Fehlinformationen und ja, auch zuviel “Radikalismus”.Vieles an Paleo ist voll von Oxalsäure, worauf man viel, viel mehr achten muss, nicht zu viel davon zu essen, Roggenbrot (Bio ohne viele Zusatzstoffe) ist in Maßen definitiv gut, insbesondere bei entzündlichen Krankheiten, mehr als zwei Äpfel am Tag oder andere Lebensmittel, die voll von Vitamin C sind, sind Mineralräuber, so wie auch die Oxalsäure. Das lässt sich nur in Verbindung mit Kalziumreichen Lebensmitteln ausgleichen. Ihr beachtet viel zu wenig das Zusammenspiel bestimmter Lebensmittel mit Mineralienoder in Bezug auf chronische Krankheiten. Mir hat Paleo nicht geholfen. Erst, als ich zum Grundgedanken (unbe-verarbeitete Lebensmittel) zwei bis drei Scheiben Roggenbrot, kaum mehr oxalsäurehalitige Lebensmittel und wieder Porridge ( enorme gesundheitliche Vorteile) esse, geht es mir gut.

    Antworten
    • Anja Wagner //

      Schön zu lesen, dass es dir gut geht Simone! Danke für den Input mit der Oxalsäure. LG, Anja

      Antworten
    • Günter //

      Hallo.

      Je mehr man sich mit dem ganzen Thema beschäftigt, desto undurchsichtiger und erschreckender werden die ganzen Infos. Aber wenn man mal wirklich darüber nachdenkt, ist alles ziemlich logisch und klar.

      Wenn man mehr Kalorien zu sich nimmt, als man eigentlich benötigt, nimmt man zu! Völlig egal, ob man einseitig und ungesund oder vielseitig und vermeintlich gesunde Lebensmittel isst. Wobei natürlich letzteres sicher empfehlenswerter sein mag.

      Studien sind selten neutral und unabhängig. Sie sind teuer und werden von bestimmten Leuten zu bestimmten Zwecken finanziert. Wer glaubt denn ernsthaft, dass unsere Gesundheit im Vordergrund stünde??

      IdR geht es um Profit, je schneller, um so besser. Z. Beisp. habe ich einen 30 Minuten langen Beitrag über das Hormon Leptin gefunden und bevor Infos sprudeln, bitte zahlen Sie ;)

      Letztendlich wird man immer gute Argumente von jeder Seite finden und man muss sich iwie entscheiden, was man glauben will… oder man macht die Studien doch besser selbst… oder bezahlt im Vertrauen.

      Schaut euch um… Wir verschmutzen die Luft, den Boden, die Meere… Wir setzen Pestizide ein und betreiben Gentechnik, von Viehzucht ganz zu schweigen und was sonst noch alles! Selbst vermeintlich gesunde Lebensmittel enthalten Schadstoffe von denen wir im Traum nichts vermuten…

      Es ist heutzutage ein recht sinnloses Unterfangen, alleine nur zu versuchen, sich auch nur ansatzweise gesund zu ernähren bzw. zu leben.

      Natürlich bemühen wir uns… und sicher ist die ein oder andere Info ein Ansatz. Aber ich glaube, JEDER sollte in sich selbst reinhorchen und für sich selbst entscheiden, ob z.B. Vollkornbrot passt oder nicht… Wie mit allen im Leben und auch wenn man gewisse Dinge nicht ändern kann und so hinnehmen muss… Das ist dann wohl die moderne Evolution ;)

      LG
      Günter

      Antworten
      • ban //

        Da hast du vollkommen Recht. All diese Lebensmittelverunsicherung ist einfach nur frustrierend. Jede noch so konsequente Umstellung hat bei mir im Endeffekt nur wieder zu Bauchschmerzen und Gärbauch geführt. Meine Diagnose ist momentan: Alles was es im Supermarkt gibt ist schlecht für uns. Auf jedes Vitamin im Apfel kommen zwei Pestizide. Egal was man isst, von 7 Wochentagen fühlt man sich maximal an 3 Tagen halbwegs gut. Meine einzigen wirklich standfesten Erkenntnisse sind: NIEMALS mit vollem Magen schlafen und IMMER über den Durst Wasser trinken, so viel Wasser wie noch angenehm ist. Im Endeffekt kann einem heutzutage nämlich nurmehr der eigene Körper helfen durch regelmäßigen Stoffwechsel (speziell durch den Urin) die ganzen Schadstoffe möglichst schnell und effizient loszuwerden. Ich gehe mit meiner Eigenen Diät im Idealfall zwar ganz unabhängig von ihr sehr stark mit der Paläodiät konform, allerdings würde das ganze nur Sinn machen, wenn man genug Geld hat sich Lebensmittel höchster Qualität zu leisten. Denn bei normaler Supermarktqualität oder in meinem Fall als Student Diskontqualität verschwimmen die Grenzen der Giftigkeit sowieso. Also viel trinken, viel Sport, nicht vor dem Schlafengehen essen, kein Zucker/unfermentierte Mehlprodukte = guter Stoffwechsel = gute Entgiftung

        Antworten
  4. carofrog24 //

    Ich finde Eure Seite cool, denn sie hat so gar nichts mit den “radikalen Ernährungsfanatikern” gemein. Alle Themen, die ihr aufgreift sind sorgfältig recherchiert und betrachten immer auch alle Seiten. Ebenso merkt man, dass auch ihr die Lebenspraxis nicht aus den Augen verliert und den Menschen auch kleine Schwächen zugesteht, die einfach normal sind.
    Also Hut ab, so etwas findet sich nicht oft.
    Man denke an die fanatische Veganerbewegung, die auch von sich behauptet, sich sehr “natürlich” zu ernähren…können sie ja tun, nur sollten sie andere Menschen leben lassen.

    Vielen Dank und weiter so! :)

    Antworten
    • Anja Wagner //

      Hey Caro,

      danke dir für dein Feedback und deinen Kommentar :) Freut uns zu hören, dass unser Lifestyle Ansatz so locker bzw nicht dogmatisch rüberkommt.

      LG, Anja

      Antworten
  5. naturmensch //

    Hallo paleo-experten! Ich finde ihre idealistische Arbeit lobenswert, jedoch muss ich kritik üben:
    1. Getreide wird in der Paleo-Szene verteufelt, u.a wegen Gluten. Aber es werden gar keine alten Sorten berücksichtigt und hochgezüchtete GMO-Weizen mit Urgetreide kategorisch gleichgestellt. Es sind ja die ‘bösen’ Antinährstoffe die die Darmwand angreifen…Dem ist aber nicht so: Neuere Forschungen zeigen dass nicht das GLUTEN für die Zöliakie verantwortlich ist sondern ein sog. ATI-Protein das ausschließlich in neueren gezüchteten Sorten zu finden ist. (siehe hier: https://www.youtube.com/watch?v=3AEhT_9As-U )

    Und es ist sogar möglich NUR durch den Wechsel der Brotsorte Gewicht zu verlieren, hier in dem Fall Kamut-Brot statt GMO-Weizen: https://www.youtube.com/watch?v=YJOnJl1ab4g

    2. Die Chinesen, Inder, Iraner etc (ca 2-3 Milliarden? Menschen) essen als Hauptspeise meist Reis. Und auch Jahrhunderte haben sie sich traditionell ernährt. Ist es nun so dass die Hälfte der Menschen sich falsch ernährt? Am besten sie reden mit einem Shaolin-Kämpfer über Gesundheit, er wird ihnen sagen was Sache ist. ;)

    3. Auch wenn irgendwelche ‘Antinährstoffe’ in Getreide und Hülsenfrüchte vorhanden sind (was völlig natürlich ist da alle Pflanzen sich vor Fressfeinden schützen müssen) werden diese durch Kochen, Fermentieren und Weiterverarbeiten, wie es unsere Vorfahren gemacht haben, praktisch irrelevant. Deshalb sollte man bei der Betrachtung der Bekömmlichkeit von Getreide und Co. nicht alleine das rohe Getreidekorn isoliert sehen.
    Ich würde mich um eine Antwort/ Statement freuen…

    Antworten
  6. Torben K. //

    Hallo ihr Lieben,

    vielen Dank für eure tolle Arbeit & Seite! Ich ernähre mich seit einigen Wochen Paleo and love it! Habe jede Menge abgenommen und schaffe trotz Mengen es nicht mehr zuzunehmen. Es ist schwierig mit gesunder Ernährung übergewichtig zu werden. ;)

    Die eine Sache, die mir jedoch groß fehlt ist mein Hirserisotto, das ich so sehr liebe. Alles an Gemüse rein was es zu haben gibt und halt Hirse. Hat irgend jemand eine Idee für eine adäquate Alternative?

    Danke und viele Grüße

    Torben

    Antworten
  7. Peggy //

    Diese Seite soll einen Anreiz geben sich über seine Ernährungsweise Gedanken zu machen. Wen es wirklich interessiert und wer sich ernsthaft eine Meinung bilden will, der wird recherchieren. Ich verstehe nicht warum hier immer wieder nach Quellen gefragt wird. Quellen zu den hier getätigten Aussagen gibt es überall im Internet, man muss es nur wollen, anstatt hier immer alles in Zweifel zu ziehen nur weil nicht jede Aussage sofort belegt wird. Die Quellen sind da, wer suchet, der findet. Und dazu schlage ich 5-6 Meinungen zu jedem Themenbereich vor um sich eine unabhängige Meinung zu bilden.

    Antworten
    • Anja Wagner //

      Hallo Peggy,

      vielen Dank für deinen Beitrag! Wir hoffen, du liest weiter mit und bildest dir deine eigene Meinung :)

      LG, Anja

      Antworten
    • George //

      Quellen sind wichtig. Und wenn es doch so einfach ist und es überall im Internet zu finden sind, dann ist der Anspruch vorhanden diese anzugeben.

      Einiges stimmt im Text, aber einiges auch nicht. Nur weil Phytin enthalten ist, heißt es nicht dass es nicht essbar ist. Und in den Entwicklungsländern kommt es dadurch nicht zu Mangelerscheinungen. Warum das alles so ist, tja kannst das ja selber nachlesen :P. Steht überall im Internet.

      Antworten
  8. Michael //

    Nachfolgend ein paar möglicherweise einschlägige Punkte:

    (1) Gedankenaustausch mit einem Journalisten vom März 2015

    Von Herrn M.
    Datum : 16/03/2015 – 15:20 (MZ)
    An : redaktion@welt.de
    Betreff : ANFRAGE zu einem Artikel in Die Welt vom 04.05.2014 von Jörg Zittlau: «Brot ist viel gesünder als gedacht»
    Sie berichten darin von Forschungsergebnissen aus Italien, wonach der vorgeschichtliche Homo sapiens nicht nur vom Jagen und Sammeln allein, sondern auch von gebackenen Mehlprodukten gelebt haben soll. Die damaligen Menschen müssten dann ja auch Ackerbau betrieben haben, was Sesshaftigkeit voraussetzt. Oder kann man Wildgetreide(weizen)gräser auch in lohnenden Mengen sammeln und verbacken?

    Hallo, Herr M.
    Die gefundenen Stärkekörner an der Oberfläche der Werkzeuge stammen vermutlich aus der Verarbeitung von Rohrkolben und Farnpflanzen. Beide Pflanzengruppen hatten unterirdische Speicherorgane mit viel Stärke und deshalb seinerzeit eine wichtige Kohlenhydratquelle darstellten. Für die Herstellung des Mehls müssen die Menschen die Wurzeln der Pflanzen zunächst gepellt und getrocknet und schließlich zermahlen haben, so die Forscher. Dann wurde es gegart bzw. gebacken, denn sonst würde es unser Verdauungstrakt nicht verarbeiten können.

    Hier ein Link auf eine Zusammenfassung der italienischen Studie im New Scientist:
    http://www.newscientist.com/article/dn19597-stone-age-humans-liked-their-burgers-in-a-bun.html#.VQbse7l0zL8

    Hallo Herr Z.
    Kann man diese Rohrkolben und Farnpflanzen in der Diskussion “Ist Brot gesund oder nicht” überhaupt mit Getreide wie Weizen, Roggen, Gerste und Hafer vergleichen?

    Hallo, Herr M.
    Ich denke, dass man diese beiden Pflanzentypen nur bedingt miteinander vergleichen kann, allein schon deshalb, dass man beim Farn und dem Rohrkolben die unterirdischen Rhizome verwendet. Aber darum geht es auch nicht. Entscheidend ist, dass man die Pflanzenteile zermahlen und zu einem Teig verarbeitet und gebacken hat. Also das Prinzip des Brots war schon da.

    (2) Bambus vermutlich schon seit 100 000 Jahren als Nahrungsquelle genutzt

    Am 19.10.2015 verfolgte ich auf ARTE mit großem Interesse die (wohl vom BBC erstellte und ins Deutsche übersetzte) Sendung “Einer von uns: der Homo Sapiens” Stand 2013 über die Entwicklung des Menschen zum modernen Homo sapiens. Skelettfunde ließen den Rückschluss zu, dass sich der homo sapiens in Asien bereits vor ca. oder sogar mehr als – soweit ich mich erinnere – 100 000 Jahren ausgebreitet hat. Man ging davon aus, dass das vielseitig verwendbare Bambus auch zu einer Nahrungsquelle geworden war. Bambus zählt aber bekanntlich wie die Getreidearten (Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer, Hirse, Mais und Reis) zu den Süßgräsern.

    (3) Genetische Unterschiede beim Homo sapiens

    Die Quintessenz in besagter ARTE-Sendung lautete: “Lange glaubte man, der Homo sapiens habe sich bewusst von anderen Hominiden abgegrenzt, der menschliche Stammbau sei geradlinig. Jetzt ergaben neue DNA-Studien, dass der Mensch eigentlich eine hybride Art ist – eine Kreuzung aus anatomisch modernen Phänotypen und ihren älteren Verwandten.” Es wurde berichtet, dass der moderne Homo sapiens Erbgut sowohl der Neandertaler als auch von archaischen Menschenarten wie dem homo erectus und dem erst gegen 2010 entdeckten Homo denisova enthält. Vom Denisova-Genom enthalten die Nepalesen mit ca. 5% am meisten. Das drückt sich in einem geringeren Anteil an roten Blutkörperchen aus, was bei ihnen aber paradoxerweise dazu führt, dass sie als Bauern in der Bergwelt des Himalaya auch in einer Höhe auf ca. 3000 bis 4000 m noch problemlos harte körperliche Arbeiten verrichten können. Auch habe ich gelesen, dass das Blut der Inuits viel schwerer gerinnbar sein soll als das der Mitteleuropäer, weshalb Eskimos auch von daher weniger von Herzinfarkten heimgesucht werden. In Lesch Kosmos vom 22.09.2015 im ZDF wurde berichtet, dass 90% der Skandinavier und 70% der Mitteleuropäer (Deutsche eingeschlossen), hingegen aber nur 10% der Afrikaner Milch und Milchprodukte gut vertragen würden. Der Grund für die geringe Laktoseintoleranz der Nord- und Mitteleuropäer liege darin, dass diese im Gegensatz zu den Afrikanern über ein mutiertes Gen (meiner Erinnerung MCL-Gen oder ähnlich genannt) verfügen würden, das Milch gut vertragen lässt. Ebenso könnte es doch sein, dass manche Menschen aufgrund ihrer genetischen Struktur Getreide vielleicht besser vertragen als andere. Zumal unter Zöliakie nur 1% der Menschen leiden sollen und in Deutschland sogar nur 0,3 bis 0,5% der Bevölkerung betroffen sein soll. könnte es daher nicht sein, frage ich mich, dass manche Menschen genetisch besser an Getriede angepasst sind als andere? Und, blickt man in die ferne, ferne Zukunft, könnte es vielleicht eines Tages (spätestens in ein oder zwei Million Jahren oder später (die Dinosaurier lebten 200 bis 300 Mio. Jahre und die Triboliten sogar 300 bis 400 Mio. Jahre auf unserem Planeten)) sein, dass der Getreide verzehrende Mensch dann besser da stehen wird als sein Paleo-Zeitgenosse, weil er sich genetisch fortentwickelt und besser angepasst hat?

    (4) Bericht “Wird Alzheimer durch Zucker verursacht?” vom 21.08.2015 von Werner Vontobel in seiner Reihe “Fit oder fett”

    «Neue Studien erhärten einen interessanten Verdacht; Alzheimer kann mit einer einfachen Diät verhindert und im frühen Stadium vielleicht sogar geheilt werden.

    Die These hat bereits einen Namen: Diabetes 3. Bei Diabetes 2 führt ein chronischer hoher Konsum von Zucker und Kohlehydraten dazu, dass die Zellen trotz einer immer höheren Insulinausschüttung unfähig sind, die im Blut zirkulierende Glukose (Blutzucker) aufzunehmen. Due Zellen werden insulinresistent – auch die des Gehirns. Damit jedoch wird die Energieversorgung eingeschränkt, was zu Gehirnschäden führt – immer häufiger auch zu Alzheimer. Und es gibt noch andere Wirkungsmechanismen. Etwa den: Überschüssige Blutzuckermoleküle verbinden sich mit wichtigen Körpereiweissen, die dadurch unwirksam oder gar giftig werden und sich als Plaque ansammeln. Kurz: Alzheimer ist die gehirnspezifische Variante von Diabetes 2. Deshalb der Name Diabetes 3.
    Dieser Anfangsverdacht hat die Forscher auf den Plan gerufen und sie liefern praktisch im Wochentakt neue Belege. Hier die Kurzfassungen von fünfbrandneuen Studien, die alle denselben Verdacht erhärten: Nummer 1: Ein verlangsamter Glukose-Stoffwechsel die im Zellkern von den Mitochondrien produzierten Signal-Eiweisse in einer Weise wie man sie von neurodegenerativen Krankheiten wie Alzheimer kennt. Nr. 2: Ein erhöhter Blutzuckerspiegel verändert in den Gehirnzellen den Stoffwechsel in einer Art und Weise, wie sie für Alzheimer-Patienten typisch ist.Nummer 3: Ein auf bestimmte Regionen konzentrierter verlangsamter Glukose-Stoffwechsel ist typisch für Alzheimer. Nr. 4: Diät-Zusätze mit Ketonkörpern führen bei Alzheimer-Patienten regelmässig zu leichten Verbesserungen der mentalen Leistungsfähigkeit. Nr. 5. Insulinresitenz bremst den Stoffwechsel in Teilen des Gehirns.
    Studie ist besonders interessant: Wie ein Benzinmotor laufen auch Gehirnzellen mit zwei möglichen Brennstoffen – normal und super. Normal ist Glukose, super sind die erwähnten Ketonkörper. Sie werden in der Leber aber auch in Gehirn selbst aus Fettsäuren hergestellt. Ist also der Glukosestoffwechsel gestört, kann man versuchen, auf Keton umzustellen. Zum Beispiel indem man – wie in Studie 4 Ketonkörper gleichsam als Pille verabreicht. Pharmafirmen denken in diesen Kategorien und zahlen auch die entsprechenden Studien.
    Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sich mit Kokosnussöl auf natürlichem Weg mit Ketonen zu versorgen. Doch es geht noch besser und radikaler: Mit einer kohlehydratarmen Diät kann man das Gehirn auf Keton umschulen. Dazu braucht es eine rund dreiwöchige Gewöhnungsphase mit sehr weniger als 20 Gramm Kohlehydrat täglich. Diese Diät war einst das Mittel der Wahl gegen Epilepsie, wurde später aber von leichter anzuwendenden pharmazeutischen Präparaten verdrängt. Seit einiger Zeit wird die Low-Carb-oder ketogene Diät auch sehr erfolgreich gegen Diabetes eingesetzt. Da leuchtet auch unmittelbar ein: Je weniger Kohlehydrate man zu sich nimmt, desto weniger Glukose gelangt ins Blut und umso weniger Insulin braucht es. Deshalb gibt es keine Insulinresistenz und auch kein Diabetes 2.
    Dass ketogene Diäten Alzheimer nicht nur vorbeugen, sondern zumindest im frühen Stadium auch heilen oder zumindest mildern, deuten inzwischen auch zwei klinische Studien an – hier und hier. In einem dieser Versuche wurde die (kohlehydratarme) Diät mit Sport und intermittierenden Fasten (12 Stunden Essenpause pro Tag) kombiniert. Dass es bisher erst weniger solcher Studien gibt hängt auch damit zusammen, dass sich Low-Carb-Diäten typischerweise aus etwa 5 bis maximal 20 Prozent Kohlehydraten, maximal 30 Prozent Eiweiss und zu 50 Prozent oder mehr aus vorwiegend gesättigtem Fett zusammensetzen. Solche Diäten galten aber noch bis vor kurzem als ungesund.
    So liest man etwa in einer Studie von 2006, dass sich ketogene Diäten in „unkontrollierten“ klinischen Studien, in Tierversuchen und anhand von Zellkulturen zwar sehr erfolgversprechend gegen viele neurodegenerative Krankheiten (Alzheimer, multiple Sklerose, Epilepsie usw.) erwiesen hätten. Deshalb müsse man jetzt eine Pille entwickeln, die dieselben oder gar bessere Wirkung erzielen, „ohne die Nachteile einer ungesunden und ungeniessbaren fettreichen Diät“.
    Die Gefahrenzone beginnt sehr früh. So zeigt etwa eine Langzeitstudie mit 18000 Teilnehmern dass bereits ein als normal geltender Blutzuckerwert (nüchtern) von 100 bis Milligramm pro Liter, im Vergleich zu 95 Milligramm die Wahrschienlichkeit, an Alzheimer zu erkranken um 16 Prozent erhöht. Bei 115 Milligramm steigt das Risiko schon um 37 Prozent. Der US-amerikanische Arzt, Dr. Josef Mercola empfiehlt deshalb, einen Wert von 60 bis 90 Milligramm anzustreben. Das erfordert den konsequenten Verzicht auf Zucker und Süssgetränke, eine massive Einschränkung von Brot und Teigwaren.
    In seinem Buch „Grain Brain“ oder „Dumm wie Brot“ fasst der in den USA praktizierende Neurologe David Perlmutter seine Erfahrungen mit Patienten zusammen, die unter alzheimer und anderen neurodegenerativen Krankheiten leiden. Seine wichtigsten Regeln: Keine gluteneiweisshaltigen Getreide (Brot, Teigwaren etc), kein Zucker, möglichst keine pflanzlichen Fette (ausser Palm und Kokosöl). Diese enthalten viel entzündungsfördernde Omega-6 und -9-Öle. Intermittierendes Fasten, Kurkuma und viel Bewegung. Eine Zusammenfassung (auf englisch) lesen Sie hier.»

    Antworten
  9. Christian //

    Vielleicht lest Ihr auch einmal diesen Artikel aus der Zeit:

    http://www.zeit.de/zeit-wissen/2015/05/gluten-weissbrot-wirkung

    Oder diesen hier aus der Süddeutschen:
    http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/ernaehrung-weizen-in-der-schurkenecke-1.2199021

    Oder diesen hier aus der FAZ:
    http://www.faz.net/aktuell/wissen/mensch-gene/zoeliakie-weizenallergie-und-weizensensitivitaet-unvertraegliches-getreide-13242939-p3.html

    Seltsam, dass die gesamte seriöse deutsche Presselandschaft offenbar mit dem bösen Weizen gar kein Problem hat. Den großen Vorteil von Paleo konnte ich bislang – wissenschaftlich fundiert – nicht entdecken. Vielmehr scheint mir alles im Bereich von Glauben statt Wissen zu liegen.

    Umgekehrt könnte man angesichts der aktuellen Erkenntnis, dass rotes Fleisch das Darmkrebsrisiko erhöht, sicherlich eine grobe Scharte in der Paleo-Ernährung sehen.

    Antworten
    • Anja //

      Hallo Christian,

      danke dir für die Links zu den Artikeln!
      Paleo ist eine gute Grundlage um ein gesundes Körperbewusstsein zu entwickeln und gleichzeitig zu testen welche Lebensmittel man besser verträgt als andere. Von daher raten wir mindestens 30 Tage auch (Vollkorn-)Getreide zu meiden.
      Der Artikel der FAZ macht ja auch deutlich, dass die Mengen an Getreide, die üblich über den Tag verteilt auf den Teller landen nicht jedem gut bekommen.

      Auch zum Thema Fleisch werden wir aktuelle Blogposts veröffentlichen. Hoffe du liest und diskutierst weiter mit;)

      LG Anja

      Antworten
    • Peggy //

      Faz, Süddeutsche und Co. als seriöse Presse zu bezeichnen ist im gesamten Artikel der größte faux pas. Es gibt seriös Printmedien, aber da diese nicht von zensierten, für Lobbyinteressen gemachten “Wahrheiten” geprägt sind, muss man schon etwas weiter gehen als zum Zeitungsstand nebenan.

      Antworten
  10. Elisa //

    Hallo,

    Ich finde den Artikel sehr interessant. Nun weiß ich was alles schlecht ist. Wenn ich trotzdem nicht auf solche Produkte verzichten möchte, was ist dann die beste Wahl? Ich habe mal gehört, dass Produkte aus Vollkornmehl die besten sind. Stimmt das und warum?

    LG,
    Elisa

    Antworten
  11. name //

    tja sehr kontroverses thema.
    bei vollkornprodukten zu sagen die seien schlechter als fleisch für uns ist sehr gewagt.
    was den GI betrifft der ist bei obst auch sehr hoch nur dass es dann FI heissen müsste da es die fruktose ist. trocknet man obst bleibt reiner zucker über, kein unterschied zu reinem zucker.
    also die aussage im artikel obst sei per se besser lässt für mich leider schon rückschlüsse auf eine festgefahrene perspektive hinsichtlich paleo zu.
    was haben menschen früher gegessen wo es wenige tiere gab? nur gemüse? ein paar wurzeln? fladenbrote und ähnliches sind weltweit überall in verschiedensten kulturen etabliert und fleisch nur ein seltener nebenbestandteil der nahrung.

    Antworten
    • Peggy //

      Früher gab es auch weniger Menschen für die wenigen Tiere. Und ja, mit dem Fruchtzucker gebe ich Ihnen recht. Deshalb praktizieren wir schon seit langem eine paleo/low carb Ernährungsweise ohne Früchte.

      Antworten
  12. Bonar //

    Hallo,
    ich möchte gesund zunehmen und habe auf zentrumdergesundheit gelesen, dass man Hafer gut in einen Shake mischen kann um zuzunehmen durch den Vorteil der enthaltenen mehrkettigen Zuckern.
    Wisst ihr irgendein Ersatzprodukt für mich, welches ich in meine Shakes mischen kann. Diese bestehen momentan aus Mandelmilch, Hanfprotein, Banane und Haferflocken.

    Ich bin meiner Meinung nach sogenannter Hardgainer und mache auch Sport um möglichst gesund zuzunehmen.

    Vielen Dank für Tipps. :)

    Antworten
    • Malika Stenger //

      Hallo Jonas,

      ein paleotaugliches Ersatzprodukt für Haferflocken gibt es leider nicht. Wenn du Kohlenhydrate in deinen Shake mischen möchtest kannst du es mit mehr stärke- und zuckerhaltigen Obstsorten (Banane, Mango) aber auch mit Gemüse wie beispielsweise Kürbis versuchen.
      Hier ein Shake, der viele Kohelnhydrate enthält: http://www.paleo360.de/rezepte/kuerbis-smoothie/

      Wenn du gesund zunehmen möchtest, ist es aber auch sicher nicht verkehrt auch gesunde Fette wie Avocado in deine Shakes zu mischen!

      LG Malika

      Antworten
  13. Jan //

    Woher habt Ihr Eure Informationen bezüglich der Menge an Ballaststoffen in Vollkornbrot und Blaubeeren?
    Roggenvollkornbrot hat 8,9 g/100g, Weizenvollkornbrot immerhin noch 6,9 g/100g. Blaubeeren dagegen haben lediglich 4,9 g/100g.

    VG
    Jan

    Antworten
  14. Jakob //

    Vielen Dank für den wirklich ausführlichen und sehr informativen Artikel – vieles war mir durchaus neu und ehrlich gesagt auch etwas “erschreckend” vor allem bzgl. Vollkorn.

    Gibt es denn hierbei gesundheitliche Unterschiede z.B. von Weizen und Dinkel?

    Antworten
    • Anna Martin //

      Hi Jakob,
      ja die Meinung über Getreide, die Paleo vertritt, ist für Paleo Neulinge erst mal irritierend. Der Unterschied zwischen Dinkel und Weizen ist, dass Dinkel zu den Urgetreide Sorten gehört und Weizen nicht. Weizen ist sozusagen vom Mensch gezüchtet worden. Ernährungsphysiologisch unterscheiden sie sich auch: Das Spektrum und die Menge der essentiellen Aminosäuren ist im Dinkel viel höher als im Weizen.
      Trotz allem ist Getreide einfach nicht gesund. Als Lektüre darüber kann ich dir “Weizenwampe” oder “Dumm wie brot” empfehlen ;-) Das enthält nochmal viel Wissenswertes zum Thema.

      Viele Grüße
      Anna

      Antworten
  15. Frank //

    Ich frage mich, machen Brot und andere Teigwaren wirklich dick und krank? Ich habe 23 Jahre in der DDR gelebt. In den 1970iger Jahren waren nur 20% der Ostdeutschen Männer übergewichtig, heute sind es 67% der deutschen Männer. Damals wurden in der DDR wesentlich mehr Brot und Teigwaren gegessen als heute und es hatte scheinbar keinen negativen Einfluss, weder auf das Körpergewicht noch auf die Gesundheit. Diabetes gehörte damals zu den seltenen Krankheiten.
    Laut einer Studie aus den USA sind es nicht die Kohlenhydrate die uns dick und krank machen, sondern der Glukosesirup, welcher vielen Lebensmitteln zugesetzt wird.

    Antworten
    • Langhammer //

      Sie übersehen, dass es sich bei der Paleo-Lehre trotz einiger sicherlich richtiger Aspekte um ein sehr dogmatisches Denkgebilde handelt. Man erkennt das gut an seltsamen Begründen, wie dass der Mensch nicht von Beginn an Getreide gegessen hat. Im Artikel heißt es “Der einzige Sinn des Samens ist die Fortpflanzung der Pflanze.” Das ist zwar richtig, taugt aber nicht als Grund. Denn letztlich trifft das auf alles zu, was wir essen. Auch ein Tier hat das Fleisch nicht deshalb, damit wir es essen können. Ebenso dient ein Apfel oder eine Tomate letztlich dazu, die eigenen Samen weiterzuverbreiten und sich damit fortzupflanzen.

      Antworten
  16. Mike //

    “…Getreidekörner sind Samen von Pflanzen der Gras Rasse”.

    Sorry, aber diesen Satz kannst Du so nicht stehen lassen – “Gras” fressen Kühe ;-) und Gras ist keine Rasse. Der Pudel ist eine Rasse, die Art ist in diesem Fall der Hund.

    Besser: “Viele Arten der Süßgräser gehören zu den ältesten Nutzpflanzen der Menschen. Alle Getreide-ARTEN wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Hirse, Mais und Reis zählen zu dieser Pflanzengruppe.
    Süßgräser sind eine Pflanzenfamilie in der Ordnung der Grasartigen

    Antworten
    • Anna Martin //

      Hi Mike,

      danke für dein Feedback :) Wir versuchen es umzusetzen.
      LG Anna

      Antworten
  17. Stefan //

    Gibt es zu den Aussagen auch fundierte wissenschaftliche Quellen? Papers? Studien?

    Im Prinzip ist das ja nur eine logische Modellvorstellung.

    Viele Grüße

    Antworten
    • Anna Martin //

      Hallo Stefan,
      kennst du die Bücher “Weizenwampe” von Dr. med. William Davis und Imke Brodersen oder “Dumm wie Brot” von Dr. David Perlmutter und Kristin Loberg? Darin findest du beispielsweise zahlreiche Studien und Belege zum Thema.

      Viele Grüße
      Anna

      Antworten
  18. Pater Rolf Hermann Lingen //

    Die Paleo-Propheten sollten sich mal der Realität stellen.
    Aktuell z.B. der Artikel “Langzeitdaten bestätigen Gesundheitsnutzen: Vollkorn-Kost verlängert das Leben”
    Auch meine eigene Erfahrungen – inkl. Bestätigung durch ärztliche Kontrollen – zeigen dasselbe, was Realisten sehen.

    Antworten
  19. Felix //

    Uiuiui….Ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen. Ich selber bin lizensierter Fitnesstrainer (A) und Ernährungsberater und mache gerade meinen Fachsportlehrer. Alleine schon die Aussage weißmehl sei nicht schlimm, Hauptsache man führe sich die fehlenden Stoffe andersweitig zu ist kompletter Schwachsinn und das zieht sich durch den kompletten Text. Sehr schade, dass man immernoch solche Texte puplizieren darf.

    Antworten
  20. Peter //

    Dieser Artikel enthält soviel gefährliches Halbwissen, ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll. Hübsch formuliert, aber ernährungstechnisch wertlos ohne Angabe einer einzelnen Quelle für die Wagenladung an Behauptungen.

    Antworten
  21. Walti //

    Tja, tönt ja alles recht gut, logisch, einleuchtend und ‘wissenschaftlich’.

    Wie kommt es dann aber, dass meine Frau (aus den Philippinen) gesund ist, obwohl sie täglich Reis isst. Nach ‘Paleo-Theorie’ müsste sie, wie auch ganz Asien schwer Magen-Darm-Krank sein. Ist aber nicht!

    Ferner benutzt man in Asien fast ausschliesslich das Kokosfett, was von der hiesigen ‘Ernährungsunwissenschaft’ noch immer total verdammt wird. Danach müssten Asiaten die allermeisten Herzinfarkte haben und am meisten Arteriosklerose, wie auch Diabetes. Ist aber nicht?

    Irgendwelche Erklärungen dazu??

    Antworten
  22. Michael //

    Hallo Matthias,,

    hier noch Auszüge einiger fundstellen zum Thema “Phytinabbau”:

    (1)
    «Einschränkend muss jedoch erwähnt werde, dass Hafer wie andere Getreidearten auch Phytinsäure enthält, ein Inhaltsstoff, der Eisen, Zink, Kalzium und Magnesium binden kann und dadurch die Verwertung dieser Mineralstoffe vermindert. Der Gehalt an Phytinsäure kann durch Einweichen von Hafer(-flocken) in Sauermilcherzeugnissen oder Obstsäften (saures Milieu) oder durch Anrösten der Körner verringert werden. Erhitzen oder Kochen verändert den Phytinsäuregehalt nicht. Studien zeigen jedoch, dass bei ausgewogenen Ernährung nicht mit Kalzium-, Eisen- oder Zinkmangelerscheinungen gerechnet werden muss.

    Phytinsäure wird heute den sekundären Pflanzenstoffen zugerechnet. Sie hat positive Effekte: Sie verzögert die Stärkeverdauung und damit den Anstieg des Blutzuckers nach Verzehr einer Mahlzeit. Außerdem werden cholesterinsenkende, zellschützende und immunstimulierende Wirkungen diskutiert. Weitere sekundäre Pflanzenstoffe in Hafer sind Phytoöstrogene, Protease-Inhibitoren und Saponine mit vielfältigen gesundheitsfördernden Wirkungen.»

    (2)
    «Untersuchungen belegen zudem, dass beim Einweichen von Getreideschrot über Nacht (ca. 10 Std.) je nach Vermahlungsgrad und Getreideart etwa 20 Prozent des Phytins gespalten werden. Je feiner das Schrot, je niedriger der pH-Wert und je länger die Einweichzeit, umso mehr Phytin wird abgebaut. Die geringe Phytinreduktion als Argument gegen Frischkornmüsli anzuführen und stattdessen zu erhitzten Flocken oder Müslimischungen zu greifen, stellt zumindest hinsichtlich des Phytingehaltes die schlechtere Alternative dar. Denn erhitzte Flocken oder Müslimischungen liefern immer den vollen Gehalt an Phytin. Ob diese Verbindung überhaupt schädlich wirkt, ist ohnehin umstritten. Denn die Phytinsäure zeigt auch gesundheitliche Vorteile: Sie wirkt sich regulierend auf den Blutzuckerspiegel aus und scheint eine günstige Rolle bei erhöhtem Blutfettspiegel zu spielen. Sehr wahrscheinlich senkt eine hohe Phytatzufuhr außerdem das Risiko für Dickdarmkrebs.»

    (3)
    «Für Getreide gilt das Gleiche: Körner für das morgendliche Müsli kann man ebenfalls über Nacht einweichen, wodurch sie leicht ansäuern und eine Keimung in Gang gesetzt wird – die Phytinsäure baut sich aus beiden Gründen ab. Auch ein gleichzeitiger Verzehr von Milchsäure, wie z.B. aus Joghurt, kann helfen, die Phytinsäure unschädlich zu machen.»

    (4)
    Phytin kann aber während der Zubereitung einer hydrolitischen Spaltung unterzogen werden, was die Bioverfügbarkeit der Mineralsalze aus Vollkorn wieder verbessert.
    – korneigene Phytase baut Phytin ab, in Abhängigkeit vom pH- Wert, der Temperatur, der Zeit und dem Ausmahlungsgrad. Tipp Korn einweichen und lange Teigführung!
    – Personen die regelmässig Vollkorn essen, haben im Darm eine mikrobielle Phytase, diese baut Phytin ebenfalls ab. Abhängig von der mikrobiellen Zusammensetzung der Dünndarmflora!
    – Untersuchungen in der Praxis haben keine tatsächlichen negativen Effekte in der Mineralstoffversorgung bei Vollwertkost festgestellt. Man bedenke, dass Vollkorn einen viel höheren Gehalt an Mineralien hat als Weissmehl! – Phytin wird durch Erhitzen und phenolische Substanzen z.B. im Hafer und Ascorbinsäure, aber auch von Saponinen in seiner Reaktionsmöglichkeit beeinflusst. Diese Verfahren oder Stoffe können Phytin abfangen.
    – Die korneigene Phytase wird vor allem durch Einweichen und Ankeimen und durch die Verbindung mit Hefe oder Sauerteig aktiviert, womit Phytin abgebaut wird. Durch Kochen ab 60° Grad wird Phytase inaktiviert. Bei einer langen Teigführung mit Hefe können bei Weizenbrot 50% und bei Sauerteigbrot sogar 70% der Phytinsäure aufgespaltet werden. Aber selbst bei der Zufuhr von grösseren Mengen
    an Phytin kann der Organismus sich bezüglich der Mineralsalze in ein Gleichgewicht setzen. ( Bei einer Adaption an Vollwertkost der Fall) Heute gehört Phytin sogar zu den wertvollen sekundären Pflanzenstoffen mit einer anticancerogenen und herzpräventiven Wirkung!

    (5)
    Mineralstoffe: drum prüfe, was sich ewig bindet (frei nach Friedrich von Schiller)
    Neben Kalzium bildet Phosphor einen zentralen Bestandteil der Hartsubstanz in Zähnen und Knochen.
    Bestimmte Pflanzenteile (wie die Kleie bzw. äußere Hülle von Saaten, Nüssen, Bohnen und Getreide) speichern Phosphor in der chemischen Form von Phytinsäure bzw. Phytat.
    Um den gebundenen Phosphor (bzw. Phosphat) aus dem Phytatmolekül herauszulösen, werden Enzyme namens Phytase benötigt, welche die meisten Tiere einschl. des Menschen nicht selbst produzieren.
    In anderen Worten, der in den oben genannten (ansonsten als gesund geltenden) Nahrungsmitteln enthaltene Phosphor ist (je nach Autor) entweder “generell nicht” oder “nur etwa zur Hälfte” verfügbar (triff deine Wahl :-). Glücklicherweise findet sich Phosphor in fast allen Lebensmitteln, da er in sämtlichen Lebewesen von zentraler Bedeutung ist (deshalb sind beispielsweise Milchprodukte, Fisch und Fleisch reiche Quellen, doch Phosphor kommt auch in Weizen, Nüssen usw. vor, d. h. eine gemischte Ernährung sollte ausreichende Mengen an bioverfügbarem Phosphor liefern).
    Folgenschwerer als ihre “starke Anziehung” für Phosphor ist die Tatsache, dass Phytinsäure ein Komplexbildner ist, der essenzielle Mineralstoffe wie Kalzium, Eisen, Magnesium und Zink unlöslich zu binden vermag. An Phytinsäure gebundene Mineralstoffe können während der Darmpassage nicht absorbiert werden und damit zu Mineralstoffmängeln führen, wenn keine zusätzliche mineralstoffreiche Nahrung, die nicht von Phytinsäure “behindert” wird, aufgenommen wird.

    Küchentechniken, die Phytinsäure reduzieren helfen
    Gottseidank existieren mehrere traditionelle Methoden der Nahrungsherstellung, welche die in den oben angeführten Lebensmitteln vorkommende Phytinsäure verringern helfen.
    Als beste Methoden gelten das Keimen (was den weiteren Vorteil aufweist, den Gehalt an einigen Nährstoffen – teilweise sogar dramatisch – zu erhöhen), Milchsäure- und andere Gärung (incl. Sauerteig und Hefe zur Brotherstellung) und Einweichen in einer sauren Flüssigkeit.
    Eine gesunde Darmflora mit probiotischen Milchsäure- und anderen guten Bakterien mag auch helfen. Nach einer von mir nicht verifizierten Quelle produzieren diese Organismen unter anderem die oben erwähnten Phytase-Enzyme, die zum Herauslösen des Phosphats aus dem Phytat erforderlich sind.
    Selbst Kochen reduziert Phytinsäure zu einem gewissen Grad.
    In anderen Worten, um z. B. beim Genuss von Getreideprodukten Mineralstoffverluste während der Darmpassage zu vermeiden, sollten diese vorzugsweise nur nach Vorbehandlung per Keimung und/oder milchsaurer Gärung und/oder Kochen verzehrt werden.

    P.S.: In Blick am Abend gibt es wöchentlich am Freitag immer einen guten Artikel über Krankheiten, Gesundheit, gesunde Ernährung und empfehlenswerte Verhaltensweisen. Ein wahrhaft gelungener Streifzug durch die Medizin. Ich jedenfalls habe im Gesundheitsbereich noch nie Woche für Woche so viel Verschiedenes und Gutes gelesen wir dort und zwar immer auch mit Bezug zu den neusten medizinischen und orthopädischen Entwicklungen. Herr Werner Vontobel, der Redakteur, ist an sich renommierter Wirtschaftsjournalist, der früher für die NZZ am Sonntag immer die wirtschaftlichen Leitkommentare geschrieben hat.

    Antworten
  23. Michael //

    Warum wird im Artikel nicht erwähnt, dass die Phytinsäure durch Erhitzen oder Einweichen abgebaut bzw. beseitigt werden kann? Weiche daher Müsli und Haferflocken immer über Nacht ein. Zusätzlich erhitze ich sie gelegentlich noch mit Milch. Persönlich bekommt mir besonders auch Roggen(vollkorn)brot auf Nturauerteigbasis.

    Einen sehr spannenden Zeitungsartikel zum ganzen Thema findet man unter “www.blickamabend.ch” – “E-paper, Ausgabe vom Fr, 29.08.2014 auf Seite 11” mit dem Titel “Greif ruhig zu! – Low-Carb – Der Verzicht auf Kohlehydrate sei schädlich bis lebensgefährlich, behauptet ein führender Ernährungswissenschaftler (Colin Canpell)”

    Antworten
    • Matthias Föckeler //

      Hallo Michael,
      das mit der Phytinsäure habe ich ebenfalls schon gelesen. Ich kann es aber persönlich nicht beurteilen. Aber dank deines Posts werde ich mich mal intensiver damit beschäftigen, da mich die Fakten dahinter auch interessieren.

      Der besagte Artikel in ganz in Ordnung, aber als Fachliteratur würde ich das nicht gerade bezeichnen, auch wenn der benannte Experte tatsächlich eine Koryphäe zu sein scheint.
      Aber eines ist auch klar: Viele Exptern behaupten auch immer viel. Und was die Statistiken letztendlich wirklich aussagen, weiß niemand so genau. Daher kann ich nur eines vollster Überzeugung empfehlen: Weniger den ständigen Studien und Expertenmeinungen folgen und wieder mehr auf sich hören. Wir sind doch die wahren Experten, wenn es um den eigenen Körper geht.

      Beste Grüße
      Matthias

      Antworten
  24. Resistent //

    Hi !
    Kurz über mich, Schuppenflechte habe ich seit 2001, MS wurde 2007 diagnostiziert, Spermiogramm liegt im Keller. Ich meide Nudel und so Zeug seit 7 Jahren, trinke auch seither keinen Milch. Nudel eben wegen Gluten. MS Schübe hatte ich keine, ein ganz wenig Karies ist ganz hinten am Backenzahn sichtbar geworden (sonst habe ich nur eine Miniplastik Füllung irgendwo da oben, gehe in 13 Jahren nur 2 mal zu Zahnarzt – was auch richtig ist).
    Habe jetzt einige Jahre mich nicht tiefer in meine gesundheitlichen Probleme und mögliche Lösungen vertieft. Aber nun, seit 4 Monaten gebe ich wieder Vollgas.
    Da bin ich auf Dr. Schnitzer, Dr. Bruker und Dr. Kollath gestossen. I

    Ich fasse es kurz zusammen: Laut Gebiss wäre der Mensch ein Frugovore. Also kein Allesfresser, kein Fleischfresser und kein Grasfresser – sondern ein Frucht, Wurzelfresser. Unsere Zähne sind zur Fleischverarbeitung optimiert.
    Das ist mal das erste was ich ansprechen will. Ich selber esse auch ja Fleisch, aber es stimmt schon, um Fleisch zu zerkaufen mahlst du den zwischen deinen Zähnen, wir reissen den Fleisch nicht einfach herunter. Fleischmahlen ist sehr ungeschickt, daher sieht es logisch wirklich so aus dass unsere Zähne nicht für Fleisch bestimmt sind, also dass wir nicht Fleischesser sind.

    Zweitens, wie gesagt, ich esse auch Fleisch – werde aber jetzt mal pausieren, jemand sagte mir wenn ich Fleisch nicht esse dann die Schuppenflechte verschwindetn, ABER: Auch wenn die Menschen in der Steinzeit Fleisch konsumiert haben, WOHER wissen wir das das die richtige Ernährung war? Weil es in der Steinzeit passiert ist? Wir wissen doch dass der Mensch kreativ ist, aber das bedeutet noch lange nicht dass er das Richtige tut. Also Fleischessen.. ich bin derzeit eher Skeptisch.

    Drittens, ich habe jetzt die Bücher von Dr. Schnitzer besorgt, also wie gesagt, der Mensch sei ein Frugovore (das kam schon vor ihm zum Vorschein, man hat jahrelang daran geforscht). Dann ist sehrwohl Getreide mit Gemüse gleichzusetzen, wachsen beide in der für Menschen erreichbaren Lage. Er erwähnt auch die Gorillas die mit ihren Händen die Samen von den Gräsern streichen. Damit wären die Grundlebensmittel Gemüse, Obst, Wurzelfrüchte und Getreide.

    Und jetzt kommt noch was ganz spannendes dazu. Die Allergien und Unverträglichkeiten, entstehen deshalb, weil wir unvollständige Nahrung essen (denaturierte, nicht lebende Nahrung). Mehl und Nudel wären auch sowas. Heutzutage wird Mehl gelagert und dann verarbeitet. ABER: Nach 3 Stunden oxidieren viele Vitamine und Mineralstoffe weg, auch sind sie nicht UV beständig. Darum ist das Mehl, worauf ja all unsere Nudel und Brot basieren nur mehr Müll. 90% Verlust ist schon viel. Und weiters, zb. Fruchtsäfte alleine genügen nicht (Dr. Bruker) weil ohne die Inhaltsstoffe in der Frucht selber, die Vitamine im Fruchtsaft nicht wirken können (bewiesen). All das ganze Zuckermüll was sie uns überall reinmischen, ist nur schädlich.

    Darum, ich habe mir eine Handmühle gekauft mit der ich den Weizen, und alle anderen Getreidearten frisch mahle, direkt bevor ich esse oder ich daraus Brot mache – ja ich werde ab jetzt falls ich Brot brauch – diesen selber machen. Gestern Nacht habe meine ersten Brötchen gemacht. Ich habe Bio-Weizen gemahlen, Hefe dazu, Meersalz dazu und Wasser dazu. In 20 Minuten im Backofen waren sie fertig. (angeblich, so soll es anscheinend gemessen worden sein, verschwinden durch das Aufhitzen 50% der Vitamine, aber ist immer noch mehr drinnen als im Brot was dir mit dem Auszugsmehl herstellen), und Vitamin B bleibt noch im Brot drinnen.
    Ich habe vor 5 Jahren eine genetische Stuhlanalyse machen lassen, da war auch ein Zöliakie Wert dabei. Ich werde wieder den Test machen lassen, und dann nach einer Zeit, wo ich Gluten haltige Getreide frisch gemahlen verzehrt habe, mache ich den Test nochmal. Wir werden sehen was rauskommt. Du schreibt ja auch dass andere Getreidesorten auch für den Menschen giftige Stoffe drinnen haben.
    Die Wahrscheinlichkeit ist viel größer dass der Mensch seine eigenen gesundheitlichen Probleme verursacht als die Natur. Ja, ich glaube schon dass wenn die Lebensmittel verarbeitet, kaputtgemacht und verfälscht werden. Uns schaden können.

    Daher, wie gesagt, es ist nicht sicher dass das Gluten unser Problem ist.

    Und das Fleisch supa auf unseren Teller passt, ist auch nicht ganz sicher.

    Übrigens, 750 Gramm Getreide bekam jeder Römischer Soldat pro Tag. Sie hatten immer eine Getreidemühle mit, ein Drittel wurde roh mit Wasser gegessen, zwei Drittel wurde zu Brot verbacken. (Pr. Kollath) Diese waren, wie es aussieht, gesünder als jetzt und sogar viel haltbarer. Also ich werde auch frisch gemahlenes Weizen “roh” mit Wasser verzehren, und mit Früchten noch dazu damit es noch mehr schmeckt.

    Auch sehr interessant ist, dass unser Darmflora sich ständig neu aufbaut. Auch unsere Zunge passt sich den Bedingengen an was wir derzeit so essen. Darum, ich glaube man kann Unverträglichkeiten ausmerzen, und man verträgt wieder den gesunden Obst, Gemüse etc..

    Antworten
    • Walti //

      Hallo ‘Resistent’,
      auf diesen Widerspruch bin ich allerdings auch immer wieder gestossen. Ich habe die Bücher von Dr.Schnitzer auch gekauft, (Diabetes und Bluthochdruck). Was Schnitzer schreibt ist ebenfalls sehr verständlich, einleuchtend und ‘wissenschaftlich’, obwohl man ihm das abstreitet.

      Da ist alles sehr verwirrend und schafft grosse Unsicherheit. Schliesslich möchte man sich doch gesund Ernähren, aber verschiedene Gurus sagen und immer wieder, dies oder jenes darfst du unter keinen Umständen essen!

      Mein Frau ist Filippina und sie isst täglich Reis und kocht mit Kokosnussöl. Eigentlich müsste sie dann nach Paleo schwer krank sein! Ist aber nicht.

      Grüessli Walti

      Antworten
  25. fragant //

    Ich habe mal gehört das es Glutenfreie Haferflocken gibts… betreibe bodybuilding… das soll wenigstens erlaubt sein oder? aber ist ne teure angelegenheit 3,50-4 euro 500g
    Ich hole mir lieber die normale version von Haferflocken….. kenne ein der ist 88 und isst jeden tag nur haferflocken und ist echt ein profi und sau schlank und gesund

    Antworten
  26. Sarah //

    Hallo Geraldine, ich würde dein “Brot”-Ersatz-Rezept gerne mal testen. Könntest du bitte genaue Mengenangaben und Backanleitung posten? Das wäre super!

    Danke,
    Sarah.

    Antworten
  27. Geraldine //

    ich habe mit Weizen das erlebt, was in Eurem Blogpost beschrieben wird. Esse ich davon – egal welche Form von Getreide – ich erlebe unmittelbar Nebenwirkungen von Müdigkeit bis Hautausschläge und noch mehr. Esse ich davon nichts, geht das alles prompt weg.
    Ich habe als Alternative begonnen die Hafer- und Weizenkleie zu nutzen. ich mische sie mit Hefe und Quark und Waser und Salz und backe mir so mein “Brot”-Ersatz – Schmeckt lecker!

    Antworten

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