5 Gründe grünes Gemüse zu essen

Dies ist ein Artikel unserer Gastautorin Anna.

Grünes Gemüse, grüne Smoothies und Superfoods sind voll im Trend. Am besten stehen sie täglich auf dem Speiseplan. Was grün ist, ist besonders gesund. Ich persönlich fand grüne Pflanzen nie wirklich lecker. Bis ich heraus fand, dass unser heimisches Grün eine unglaublich gesundheitsfördernde Wirkung hat und sich – entgegen meiner Vorstellungen – richtig lecker und einfach in den Speiseplan integrieren lässt. Damit auch ihr gesund und munter bleibt, nenne ich euch jetzt meine 5 Gründe mehr grünes Gemüse zu essen.

grünes Gemüse

#1 – Grünes Gemüse enthält richtig viele Nährstoffe

An erster Stelle der Nähr- und Vitalstoffe in grünem Gemüse stehen Kalzium (wichtig für gesunde Knochen und Zähne) und Magnesium (wichtig für Nerven, Muskeln und unsere Enzymtätigkeit). Danach folgt eine Vielzahl an Spurenelementen, vitalisierenden Mikronährstoffen, wie Vitamin A, C und K, Folsäure, B6, Kupfer, Kalium, und essentiellen Aminosäuren.

Kohl und Brokkoli haben in vielen Studien gezeigt, dass sie kräftige Helfer im Kampf gegen Krankheiten wie Krebs sind – durch ihren hohen Gehalt am sekundären Pflanzenstoff Sulforaphan (aus der Familie der Senföle).

Übrigens enthalten alle Kreuzblütergewächse wie Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl, Radieschen, Weisskohl, Rotkohl, Kohlrabi, Meerrettich, Rucola, Kresse und Senf diese krebsvorbeugenden und -bekämpfenden Senfölglycoside.

Wenn Kornblüter (Endivien, Kopfsalat, Chicorée) oder Malvengewächse (Blätter von Malven, Linden und Hibiscus-Pflanzen) zur Verfügung stehen, unterstützt man mit einer Hand voll Grün Magen und Darm. Kornblüter sind gute Präbiotika und liefern Inulin, einen Nährstoff für die guten Milchsäure- und Bifidobakterien. Malvenartige Blätter bilden Schleimstoffe zum Schutz der Magenschleimhaut und liefern zusätzlich Vitamin C und ein sehr ausgewogenes Aminosäureprofil.

#2 – Grünes Gemüse ist reich an Chlorophyll

Chlorophyll ermöglicht Pflanzen Photosynthese zu betreiben. Also aus Wasser, CO₂ und Sonnenlicht Kohlenhydrate zum Leben und Wachsen herzustellen. Außerdem verleiht es ihnen die grüne Farbe – blaugrün bei Algen wie Spirulina, gelbgrün bei Grünalgen, Wildkräutern, Gräsern und allen anderen Landpflanzen.

Sehr interessant ist, dass Chlorophyll fast genau so aufgebaut ist wie Hämoglobin, unserem roten Blutfarbstoff. Das Chlorophyll enthält im Kern ein Magnesium-Molekül, unser Hämoglobin ein Eisen-Molekül. Deshalb sind sie gute Partner. Wer will schon blaues Blut, wenn er grünes haben kann! :)

Um unser Blut gesund zu halten, es zu entgiften und ausreichend mit wichtigen Mineralien zu versorgen, ist es daher wichtig, chlorophyllhaltige Nahrung zu sich zu nehmen. Nur so wird auch der Rest unseres Körpers – Muskeln, Knochen, Gewebe, unser Gehirn – durch unser Blut perfekt mit Nährstoffen versorgt.

 

#3 – Bitterstoffe in grünem Gemüse machen gesund und schlank

Klingt doch prima! Wer möchte nicht gesund und schlank sein? Allerdings gibt es nur wenig Menschen, die gerne bitter essen. Die schützende und heilende Wirkung von Bitterstoffen hat mich jedoch dazu bewegt, nach schmackhaften Bitterstoff-Kombinationen zu suchen.

Letztendlich kombiniere ich einfach Gewürze wie Kardamom, Kümmel, Gewürznelken, Zimt, Koriander, Fenchel, Lavendel und Majoran miteinander in meinem Gericht oder in weihnachtlichen Brownies, mixe Löwenzahn, Giersch und Ingwer in meinen Smoothie oder mische Walnüsse und Orangen unter meinen Endiviensalat, Radicchio oder Chicoree Salat.

Durch die enthaltenen Bitterstoffe in allen genannten Lebensmitteln wird das komplette Verdauungssystem angeregt, Enzyme, Gallenflüssigkeit, Magensäfte und Insulin produziert. Die Leber kann besser entgiften und man hat wirklich das Gefühl, schneller und länger satt zu sein.

#4 – Grünes Gemüse ist auch im Winter erhältlich

Im Sommer ist es einfach, saisonales Gemüse einzukaufen. Allerdings wird auch im Winter mehr geerntet, als man denkt. Grünkohl, Lauch und Wirsing kommen direkt vom Feld. Dazu kommen die vielen Gemüsesorten, die den Winter über gelagert werden können und die Kräuter und Gräser, die wir im Blumenkasten anbauen und draußen finden können.

Zwar wachsen die Pflanzen im Winter viel langsamer, aber ein Topf Gerstengras ist innerhalb von 2 bis 3 Wochen wieder hochgezogen. Geht auf den Markt oder zu eurem Bio-Dealer – regional und saisonal ist nach wie vor gesund und ökologisch. Man muss seine Nährstoffe also nicht einfliegen lassen und hat auch im Winter die Möglichkeit, Pflanzen zu essen, die vollständig ausgewachsen und reich an Vitaminen sind.

Zur Ergänzung könnt ihr auch getrocknetes grünes Gemüse kaufen. Spitzwegerich, Brennnesseln, Moringa, Gerstengras und Spinat gibt es bereits in jedem Bioladen. Sogar in Rohkostqualität.

#5 – Grünes Gemüse schmeckt!

Wenn ihr euch das erste Mal mit grünem Gemüse beschäftigt oder euch schon mehrmals daran trauen wolltet habt ihr vielleicht gedacht: ok, Nase zu und durch. Zugegeben, habe ich auch gedacht. Aber ich wollte unbedingt weitermachen und so viel Grün wie möglich in meinen Tag bringen. Dazu trinke ich morgens immer einen Smoothie. Es ist kein grüner Smoothie. Aber die Basis ist grün – Petersilie, Wildkräuter-Sammlungen vom Markt, Gerstengras aus dem Balkonkasten, getrocknete Algen, Feldsalat und immer ein paar Blätter Minze. Das ganze kombiniert mit eingefrorenen Beeren aus dem Sommer und 2 Datteln oder Banane.

Aber auch meine Brownies und Kuchen reichere ich mit Gräsern und Algen an.

Probiert es einfach aus! Stay green! :)

@ belchonock – depositphotos.com

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Geschrieben von Anna

Anna ist Gastautorin bei Paleo360.de und stieg früh in die Rohkost- und Paleo-Ernährung ein. Mit Gleem erfüllte sie sich den Traum, ihr Hobby zum Beruf zu machen und vollwertige Süßigkeiten aus den besten Zutaten anzubieten. Abends geht sie zum CrossFit oder Tango tanzen.
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12 Kommentare

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  1. Carlotta //

    Ich lebe vorwiegend vegetarisch, hie und da mal Rauchlachs, Fischfilets und Thon.
    Da ich sehr oft Tofu, Seitan esse und ihr in eurem Artikel schreibt, Hände weg von Soja, frage ich euch nun wie soll ich mich Paleo ernähren, wenn Hülsenfrüchte, spez.Tofu gemieden werden soll. Fleisch kommt für mich nicht in Frage. Danke für eure Antwort.

    Antworten
  2. Sandra //

    Hallo Anna,

    Ich finde Gerstengras, das Du in Deinem Artikel erwähnst, und auch Weizengras für grüne Smoothies sehr interessant, aber sind diese Paleo? Es sind doch Getreidegräser.
    Danke für Deine Antwort!

    LG
    Sandra

    Antworten
    • Malika Stenger //

      Hallo Sandra,

      Weizengras und Gerstengras ist ja erstmal nur das Gras aus dem später mal das Getreide wachsen kann.
      Sie enthalten noch keine Antinährstoffe, da diese erst später im Pflanzenwachstum als Pflanzenschutzstoffe ausbilden.
      Also kannst du sie weiter genießen!

      LG Malika

      Antworten
      • Sandra //

        Hallo Malika,

        Danke für die Antwort – habs schon angesetzt und werde es in ein paar Tagen ernten;-).

        LG
        Sandra

        Antworten
  3. Conny //

    Wie wahrscheinlich viele Menschen hab ich es bisher auch nicht so mit grünem Gemüse gehabt… Spinat mag ich, Rosenkohl auch – aber diese ganzen bitteren Salate? *schüttel* Aber nun mixe ich sie mir einfach in meinen täglichen Smoothie und bin selbst erstaunt, wie lecker das ist. Und zum Giersch: ich hab den auch jahrelang ausgerottet, aber inwzischen freue ich mich immer über frische grüne Blätter für den Smoothie :-)

    Danke für die vielen Tipps und Rezepte, es macht wahnsinnig Spaß, das alles auszuprobieren!!

    Antworten
  4. Alexander //

    Hallo,

    vielen Dank für diesen Beitrag!

    Wie ist das denn mit der Oxalsäure zu bewerten, die sich ja viel in grünem Blattgemüse finden lässt?

    Und noch eine Frage: Was ist besser? Weizen- oder Gerstengras?

    LG Alexander

    Antworten
    • Anna Gliemer //

      Lieber Alexander, danke für diese gute Frage. Natürlich kann ich keine ‚medizinischen‘ Empfehlungen geben, aber du brauchst zumindest keine Sorge wegen der Oxalsäure haben. Oxalsäure (auch Kleesäure) wie sie in Spinat, Mangold, Rhabarber, aber auch in Kakao vorkommt verbindet sich nach dem Essen im Körper mit EISEN und KALZIUM zu Oxalsalzen, die wieder ausgeschieden werden. Solltest du einen Mangel an Eisen und Kalzium haben, solltest du so wenig oxalsäurehaltige Lebensmittel wie möglich essen, um deine Vitalität nicht einzuschränken.

      Gersten- und Weizengras sind beides tolle Nährstofflieferanten. Sie schmecken auch beide sehr cremig und süßlich im Smoothie. Man sagt ihnen nach, dass Weizengras eher Energie gibt und kräftigend, Gerstengras dafür beruhigend und entspannend wirkt.
      Schau einmal, was am besten zu dir passt.

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  5. Beatrix Willius //

    Oh nein, Giersch. Und das noch essen. Das war einmal der Feind. Und da mache ich nur eines: ausrotten. Was hat mich das Zeug nur an Arbeit gekostet.

    Ansonsten ist der Artikel gut :-)

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    • Anna Gliemer //

      Haha. Beatrix, ich weiß was du meinst. Ich habe den Giersch vor Jahren auch immer aus dem Garten gezupft. Irgendwann dachte: warum eigentlich in die Tonne, lieber ab in den Mixer :)

      Green Greetings!

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  6. Vanessa //

    Hallo liebes Team von Paleo360,
    liebe Anna,

    auch ich trinke regelmäßig einen grünen Smoothie. Besonders frischer Spinat hat es mir angetan. Dazu kann ich auch Orange und Zitrone empfehlen. Ab in den Mixer und schon hat man einen gesunden Drink. Ich esse auch sehr gerne Gurken, besonders die Landgurken vom Markt.

    Liebe Grüße
    Vanessa

    P.S.: Macht weiter so!

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