7 Jahre Paleo – Die Evolution unserer Paleo Definition

Vor über 7 Jahren kamen wird das erste mal mit der Paleo Ernährung in Berührung. Seitdem haben wir viel ausprobiert und gelernt. 

Unsere wichtigsten Phasen und Erkenntnisse haben wir jetzt endlich mal aufgeschrieben, so dass auch du von dieser Ernährungsreise etwas lernen kannst. Und eins vorweg: Es waren einige Umwege dabei und nicht immer alles 100% Paleo…

7 Jahre Paleo

Ist unsere Ernährung nach 7 Jahren Evolution überhaupt noch “Paleo”?

Dabei haben wir im Laufe der letzten Jahre, in denen wir uns viel mit einem gesunden Lifestyle beschäftigt haben, durchaus eine gewisse Schwankungsbreite innerhalb der Grundidee von „Eat Real Food“ erlebt. Vielleicht hast du ja sogar unser erstes Update gelesen: 4 Jahre Paleo Ernährung – was wir dazugelernt haben. Seitdem ist schon wieder Einiges passiert, denn wie vieles im Leben läuft auch die Ernährungsweise in Phasen ab.

Und wir finden es wichtig, euch daran teilhaben zu lassen wie sich unsere Gedanken und Einstellungen zum Thema Essen und Lifestyle verändern, denn der Blog bietet somit eine super Zeitreise um nachzuvollziehen wie wir uns entwickelt haben. Haben wir beispielsweise Getreide und Milch in frühen Artikeln gerne als „Feind“ bezeichnet, entfernen wir uns inzwischen auch sprachlich lieber von Absolutismen. Ganz so einfach ist es eben häufig nicht, das Thema ist komplex, der Mensch ist individuell und auch wir vertragen inzwischen unser selbstfermentiertes Sauerteigbrot gut. Hätten wir vor 2 Jahren noch nicht gedacht…

Abhängig vom eigenen Gesundheitszustand, dem sozialen Umfeld, der Flexibilität im Alltag, der Reiselust, neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und der eigenen Ausgeglichenheit haben wir in den letzten Jahren grob zusammengefasst folgende Phasen durchlaufen:

Phase 1: Die erste Erkenntnis – Ernährung ist eine Wahl

Ich zeige zum ersten mal Interesse an einer Ernährungsweise und stürze mich auf die Slow Carb Diät von Tim Ferriss. Qualität ist unwichtig, Hauptsache keine „schnellen“ Kohlenhydrate. Aber auch der ein oder andere Cheat-Day (Pizza, Pommes, Eis und Co) ist mal drin.

Phase 2: Es geht los mit Paleo

Heureka. Es klickt mit „Paleo“. Das evolutionäre Konzept leuchtet mir ein und ich bin total begeistert. Aber auch hier geht es am Anfang weniger um die Qualität als um die Art von Lebensmitteln. Vom konsequenten Kauf von regionalem Bio-Gemüse und Fleisch aus artgerechter Haltung sind wir noch ein Stück weit entfernt. Zum Office Lunch verzichte ich auf das Brötchen und esse die Billig-Salami und die hartgekochten Eier von Aldi (würg).

Phase 3: Qualität rückt in den Vordergrund

Mit dem Start von Paleo360 verstehen wir die Idee hinter der Paleo Ernährung immer mehr und bauen sie auch für uns weiter aus. Wir kaufen immer mehr Bio und geben auch für die Fleischqualität deutlich mehr Geld aus als vorher. Avocado und Kokosöl sind unsere neuen Heilsbringer. Und ohne einen Frucht-Nuss-Riegel gehen wir nicht mehr aus dem Haus. Ach ja, Gluten ist der Teufel. Und Milch sowieso.

Phase 4: AIP, Biohacking, Supplements

Jetzt wird’s extrem. Wir konsumieren Immer mehr Podcasts und Fachartikel von allen möglichen „Experten“. Es gibt sooooo viele Dinge die man noch optimieren kann. Ich probiere mich am intermittierendem Fasten (kein Frühstück), merke aber bald, dass es mir (in der damaligen Phase) eher schadet als nützt. Durch Michaelas Autoimmunerkrankung sind wir weiterhin auf der Suche und lassen uns schließlich auf das Autoimmunprotokoll (AIP) ein. 8 Monate lang (für Michaela) Paleo AIP (ohne Eier, Nüsse, Nachtschattengewächse, viele Obstsorten, Honig & den geliebten Kaffee). Eine wertvolle Erfahrung, die zeigt dass alles möglich ist und man auch auf alles (zumindest zeitweise) verzichtet werden kann. Außerdem regt es unsere Kochkreativität nochmal zu ganz neuen Höhenflügen an, wie ihr an unseren AIP Rezepten sehen könnt. Hat es geholfen? Darm und Immunsystem sind nach der AIP Phase gestärkt und robuster. Michaela verträgt mehr, ihre Blutwerte haben sich ebenfalls verbessert. Aber wir haben auch die Erkenntnis erlangt, dass das AIP dann helfen kann wenn es nicht noch ein zusätzlicher Stressfaktor ist – denn in einer Autoimmunerkrankung gilt es Stress zu reduzieren, nicht noch zu erhöhen.

In der AIP Phase vertrauen wir außerdem auf Nahrungsergänzungsmittel um den Heilungsprozess zu unterstützen. Kurkuma, Collagen, Magnesium, Vitamine A-Z, und und und. Von Freunden und Familie tritt uns öfters mal besorgtes Unverständnis und ab und zu fragen auch wir uns, ob wir auf dem Weg sind, eine Essstörung zu entwickeln. Allerdings machen wir uns immer wieder klar, dass das AIP kein Konzept ist, dass wir (bzw. Michaela) für immer beibehalten wollen und sollen. Für uns hat sich herausgestellt: Für kurze Zeit strenger zu sein um ein spezifisches Ziel zu erreichen kann absolut Sinn machen.

Phase 5: Ernährung ist nicht alles

Das AIP ist vorbei und wir „normalisieren“ uns wieder etwas hin zu den Paleo Grundsätzen, achten dabei aber zunehmend auf Regionalität und Saisonalität. Denn im AIP ist uns aufgefallen, wie häufig wir gewohnheitsmäßig auf importierte Lebensmitteln wie Kokos und Avocado zurückgreifen. Wir fragen uns häufiger beim Einkaufen ob das sein muss, ohne verbissen „perfekt“ sein zu wollen. Die Robustheit gegen ernährungstechnische Fehltritte nimmt zu und wir erlauben uns in den folgenden Monaten / Jahren auch mal wieder den ein oder anderen Cheat (z.B. ein Gedicht von einer Zimtschnecke in Norwegen) ohne gleich in Panik zu verfallen. Außerdem haben wir verstanden, dass Ernährung (auch bei Krankheiten) nur eine von vielen Säulen ist. Wir ahnen zunehmend wie entscheidend emotionale und psychische Komponenten sein können und welche Chancen in Meditation, Achtsamkeit und Atemtechniken liegen. Aber auch Schlaf, Erholung, Bewegung, Zeit in der Natur und mit Familie & Freunden sind bestimmt ebenso wichtig. Und einfach mal locker lassen. Was mir so schwer fällt ist dann, wenn es klappt, super hilfreich.

Phase 6: Nicht nur das Was, auch das Wie ist entscheidend

Unsere Ernährungsweise pendelt sich langsam ein. Ich nenne es mal Paleo 80/20. Die Basis ist mehr denn je viel regionales Gemüse, Obst, Fleisch und Fisch mit starkem Fokus auf Qualität und Nachhaltigkeit. Wir interessieren uns für traditionelle Zubereitungsarten, Fermentieren und ziehen auch etwas eigenes Gemüse auf unserem Balkon. Unsere Wertschätzung für Lebensmittel und aller am Prozess ihrer Entstehung Beteiligter ist hoch. Unser eigenes Sauerteigbrot aus Roggen, Hafer & Buchweizen vertragen wir gut und auch Bio-Käse und (Ziegen-) Joghurt landen häufiger in unsere Mägen. Gluten vermeiden wir nach wie vor, wenn es ohne großen Aufwand möglich ist. Unser Motto ist: So vielfältig wie möglich ernähren und Extreme vermeiden. Wir gehen entspannt essen und brauchen (fast) keine Extrawurst mehr, wenn uns Freunde zum Essen einladen. Es fühlt sich gut an und wir sind fit, robust und gesund.

Paleo360 entwickelt sich mit uns weiter

Es klingt fast so, als sei unsere Ernährungsreise zum Ende gekommen. Ich bin mir aber sicher, dass es auch in Zukunft wieder andere Phasen geben wird. Denn es werden neue Erkenntnisse auftauchen, wir werden weiter experimentieren und unser Körpergefühl wird sich verändern. Wenn ich heute auf meine Ernährung von vor 7 Jahren zurückblicke, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Und trotzdem war es für die damalige Zeit anscheinend der richtige Weg, der mich dahin geführt hat wo ich jetzt stehe.

Was lernen wir daraus? Auch wenn wir zu gewissen Zeitpunkten noch so überzeugt von bestimmten Konzepten oder Ideen sind, dürfen wir nicht vergessen, wie oft wir (oder die Generationen vor uns) diese in der Vergangenheit schon wieder über den Haufen geworfen haben. Wir nehmen uns inzwischen selber nicht mehr ganz so ernst und haben auch keinen „Missionierungsdrang“ mehr.

Das gilt auch für Artikel und Rezepte auf diesem Blog. Einige Aussagen würden wir definitiv so nicht mehr treffen. Da es aber unmöglich ist, jeden einzelnen Artikel immer auf dem neuesten Stand unserer Erkenntnisse zu halten sehen wir es als eine Art Dokumentation unserer Entwicklung. Und auch als Eingeständnis, dass wir in der Vergangenheit dachten wir hätten die (Ernährungs-) Weisheit mit Löffeln gefressen. Deswegen bitten wir euch (wie bei allen Informationen im Internet) immer alles kritisch zu hinterfragen was ihr lest und für euch persönlich zu interpretieren. Es gibt keine absolute Wahrheit.

Bestes Beispiel: gesättigte Fette. Unsere Großeltern aßen mit großer Lust Butter, Schmalz und Co. Klar, es schmeckt gut und macht satt. Dann wurden die ersten Stimmen laut, dass gesättigte Fette mit Herz-Kreislauf-Problemen assoziiert werden. Es folgte der Siegeszug von Halbfettmargarine und Magerquark. In den letzten Jahren wurden einige Studien widerlegt und das gesättigte Fett feierte ein Comeback in Form von Kokosöl, MCT-Öl und Co. Wir waren große Fans.

Ich persönlich schaufelte mir seit Beginn der Paleo Ernährung haufenweise Kokosöl und Butter in den Kaffee. Soll ja gesund sein und das Energielevel ist super. Durch diverse (Gen)Tests habe ich aber herausgefunden, dass gesättigte Fette für mich persönlich vielleicht doch nicht soooo vorteilhaft sind. Es hieß mal wieder Reflektieren und Anpassen. Wie gesagt: Nichts Extremes mehr.

Die Erkenntnis: Der menschliche Körper und sein Stoffwechsel sind komplex und vor allem individuell unterschiedlich. So können wir zwar Anregungen geben, welche Experimente interessant sein könnten und was für uns gut war – aber was für dich persönlich funktioniert, kann etwas ganz anderes sein.

Auf den eigenen Körper hören

Das einzige das unserer Meinung nach funktioniert, ist dem eigenen Körper zu lauschen. Dafür muss man auch Dinge ausprobieren. Wenn ich seit 35 Jahren nur Brot, Nudeln und Co. essen würde hätte ich z.B. keine Ahnung, dass es mir ohne besser gehen kann. Und um das herauszufinden ist das Paleo Konzept mit der 30 Tage Challenge nach wie vor gut geeignet. Der Fokus auf echte Lebensmittel und der (vorübergehende) Verzicht auf Allergene kann helfen, die individuell optimale Ernährung zu finden.

Deshalb stehen wir auch weiterhin voll hinter Paleo360, denn damit inspirieren wir Menschen (wie dich) sich mit der eigenen Ernährung überhaupt einmal auseinander zu setzen, den eigenen Körper kennenzulernen und möglicherweise einen natürlicheren Weg einzuschlagen. Besonders wenn man schon Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Autoimmunerkrankungen entwickelt hat. Und auch für „Neulinge“ ist ein simples (Paleo) Konzept hilfreich. Um einfach mal anzufangen. Welche Erkenntnis dann daraus folgt bleibt jedem selber überlassen. Unsere Missionierungsphase ist wie gesagt vorbei.

Es hat sich dagegen das Vertrauen festgesetzt, dass die Informationen, die wir auf Paleo360 bereitstellen, die richtigen Leser*innen zum richtigen Zeitpunkt erreichen. Wir freuen uns über das motivierende Feedback und wenn wir der ein oder anderen unter euch einen hilfreichen Anstoß geben durften.

Unsere wichtigsten Erkenntnisse

  • Wir sollten uns selber nicht zu ernst nehmen und auch mal locker lassen.
  • Jeder Mensch is(s)t unterschiedlich. Niemand sollte blind irgendwelchen Konzepten folgen.
  • Die größte Fähigkeit ist es, auf den eigenen Körper zu hören.
  • Es muss nicht immer alles „Paleo“ sein. 

Was sind deine Erfahrungen? Bist du schon bei deiner „perfekten“ Ernährung angekommen? Wir freuen uns über Feedback und Input.

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Geschrieben von Nico

Nico hat sich mit Paleo360 den Traum erfüllt, seine Leidenschaft zum Beruf zu machen. In seinem Alltag dreht sich sehr viel um Gesundheit und Fitness. Und da er auch ein Genießer ist, darf das Kochen natürlich nicht zu kurz kommen. Wenn die Möglichkeit besteht, verbringt er viel Zeit beim Wandern und Bergsteigen in den nahegelegenen Alpen.
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6 Kommentare

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  1. Jutta Meier-Gausmann //

    Mit Vergnügen und Erleichterung habe ich Dein Statement gelesen. Vor einigen Jahren war ich, auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken, auf das Buch “Weizenwampe” gestoßen. Neugierig las ich darin und erfuhr, dass Weizen das Bauchfett fördert und dieses wiederum für Entzündungen im Körper verantwortlich ist. Aha… Beim weiteren stöbern stieß ich auf ein Paleokochbuch und wurde immer neugieriger. Zu Hause angekommen durchstöberte ich das Internet nach Informationen und las in den nächsten 2 Monaten wirklich alles darüber, was ich finden konnte. Auf Aschermittwoch begann ich dann schließlich mit der 30Tage Challenge, zusammen mit meinem Mann, der begeistert mitmachte. Nun muss man wissen, dass wir beide eigentlich gesund sind und schlank dazu. Allerdings hatte ich immer wieder Entzündungen im Mund, sogenannte Aften, die sehr schmerzhaft sind. Und an meiner Figur habe ich nichts weiter zu mäkeln, ausser, dass ich leider ziemlich viel Bauchfett habe. Das war der Auslöser für unseren Versuch. Und was soll ich sagen: das Bauchfett schwand, die Entzündungen blieben aus, ich hatte tatsächlich mehr Energie und mein Mann schnarchte nicht mehr. Voller Erfolg könnte man sagen!
    Aber das drumherum ist schon lästig: die ständige Schnippelei, das ständige Kochen, das Unverständnis im Bekanntenkreis, die Meckerei in der Familie, das schlechte Gewissen…
    Irgendwann hatte uns der Alltag wieder und der innere Schweinehund gewonnen. Aber halt – so ganz sind wir nicht in alte Strickmuster verfallen. Wir kaufen seitdem viel bewusster ein. Bio und regional auf dem Markt, am liebsten Plastikfrei. Kennen uns in Bio-Supermärkten aus, haben viele neue Lebensmittel kennen- und liebengelernt. Verzichten weiterhin meist auf Weizenprodukte und Zucker. Und in der Fastenzeit ist für uns konkrete Paleozeit, ein Reset, dass uns einfach gut tut.
    Vielen Dank für Eure Inspiration und auch weiterhin für die Rezepte.
    Und dafür, dass ich nun kein schlechtes Gewissen mehr haben muss. Wir haben unsere Art der Ernährung gefunden und fühlen uns wohl dabei!

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    • Michaela Richter //

      Was für ein schöner Bericht, liebe Jutta. Danke für´s Teilen. Wir freuen uns dass ihr euren Weg gefunden habt. Ein schlechtes Gewissen hat in der Ernährung wirklich nichts zu suchen!

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  2. Tina Stavemann //

    Lieber Nico,
    angeregt durch meine Auseinandersetzung mit meiner Hashimoto Erkrankung bin ich bei Paleo und eurem Blog gelandet. Erst einmal vielen Dank für die tollen Rezepte! Das Blumenkohl-Couscous ist zu einem meiner Lieblingsrezepte avanciert und ich werde mich hier weiter durch eure Vorschläge testen.

    Ich bin dir sehr dankbar für diese ehrlichen Worte! Ich gehe absolut dáccord, dass, neben der Ernährung, Faktoren wie Achsamkeit, Meditaion und gesunde soziale Kontakte mindestens genauso wichtig sind.

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  3. Martin Auerswald //

    Sehr schön geschrieben, toll zusammengefasst! Auch wenn für viele der Paleo-“Trend” schon vorbei ist – der Grundgedanke stimmt auch weiterhin und ist eine natürliche Basis für die Gesundheit. Werde es auch so weiterempfehlen :)
    Martin

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  4. Matthias //

    Vielen Dank Nico für diesen sehr ehrlichen und offenen Beitrag! Er trifft aus meiner Sicht den Nagel auf den Punkt und auch das Dilemma, das wir aus meiner Sicht derzeit in Sachen Ernährung haben. Wie vielen Menschen geht es denn so: da wird aller halben Jahre eine neue (DIE BESTE!) Ernährungsweise postuliert, nach der sich ab sofort jeder ernähren sollte. Die Argumente sind stichhaltig, Studien haben sie erwiesen, Tausende Geheilte und viele Erfahrungsberichte können sie bestätigen…

    Doch so läuft das doch nicht! Jeder Mensch ist anders, jedes Verdauungssystem, jeder Darm… jeder verträgt etwas anderes. Was bei dem einen wirkt, führt beim anderen zu Problemen. Demzufolge kann es gar nicht DIE Ernährungsweise geben, Ernährung ist hingegen sehr individuell. Ja, man kann ein paar generelle Ratschläge geben (Industriefutter, Aromen, …), aber am Ende muss jeder seine ICH-Ernährung finden, die zu ihm passt. Das Dilemma des “absoluten” Ansatzes der einen richtigen Ernährung führt auch dazu, dass Ernährung “religionisiert” wird. Ihre Anhänger lassen keine andere Meinung zu als die ihrer Propheten und Apostel — wenn dann ein Prophet doch mal über den Tellerrand hinausschauen will, weil er erkennt, dass sein absoluter Ansatz vll. doch nicht der richtige ist, bricht für die Anhänger eine Welt zusammen (s. rawvana). Verstärkt durch Instagram und andere soziale Medien entsteht da ein enormer Druck auf alle Verfechter von bestimmten Ernährungsrichtungen, was dann bei denen allerdings eher dazu führt ihre Meinungen noch vehementer zu verteidigen.

    Umso grandioser finde ich dass ihr genau das nicht tut und so ehrlich seid, eure Ernährungsweise als Weg zu betrachten, auf dem man sich weiterentwickeln muss und genau das hier öffentlich mit uns zu teilen. Danke dafür! Die beschriebenen Stadien kommen mir irgendwie bekannt vor ;-) und ich denke jeder, der sich längerfristig mit dem Thema Ernährung beschäftigt, wird sie durchlaufen. Am Anfang hängt man vll. an einer Theorie und setzt sie für sich sehr strikt in die Praxis um, doch mit der Zeit merkt man, dass dies nicht der Weisheit letzter Schluss ist und einfach soviel mehr zu einer gesunden Ernährung und allgemein zu einem gesunden Leben gehört (was dann auch über die Ernährung hinausgeht) — denn am Ende ist es doch genau das, was wir wollen, oder nicht?

    Bleibt experimentierfreudig!

    Viele Grüße,
    Matthias

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