Mein Paleo Erfolg: 1000 km Radmarathon Finisher

Aus der Reihe der Paleo360 Erfolgsgeschichten

Stefans Geschichte ist für alle interessant, die sich fragen, ob Paleo auch im Leistungssport Sinn macht. Er hat mit der Ernährung seine Leistungsfähigkeit deutlich steigern können. Auch wenn er zugibt, dass es manchmal schwer mit dem Trainingsplan kombinierbar ist und viel Zeit in Anspruch nimmt: Paleo zahlt sich aus.

“Paleo hat mir geholfen, einen 1000km langen Ultramarathon auf dem Rennrad zu bewältigen.”

Mein Paleo Erfolg - Stefan

Hier ist Stefans Geschichte:

Auf der Suche nach der idealen Sportart

Ich bin Stefan, 29 Jahre jung und wohne in der Hansestadt Lübeck. Hier habe ich Informatik studiert und war sportlich eher im Fitnesstudio unterwegs um Gewichte zu stemmen. Vor mittlerweile bereits vier Jahren habe ich dann meine Leidenschaft für die Bergwelt entdeckt und war seit dem in den Alpen, im Himalaya und am Kilimanjaro unterwegs. Auf diesen Touren habe ich recht bald gemerkt, dass Krafttraining im Fitnessstudio und Ausdauerleitung in den Bergen konträr zu einander stehen: die mühsam antrainierte Muskelmasse wurde durch die teilweise kräftezehrenden Bergtouren schnell wieder zunichte gemacht. Zudem sind ein hohes Körpergewicht eher hinderlich am Berg und schränken die Schnelligkeit und Flexibilität deutlich ein. So wuchs langsam aber sicher die Erkenntnis in mir, dass Ausdauertraining eigentlich besser zu mir und meinem Lebensstil passt. Doch es sollte noch eine Zeit lang dauern, bis der Funke endgültig übergesprungen ist.

Mein Paleo Erfolg - Stefan

Mit dieser Erkenntnis habe ich dann lange nach einer Alternative zu den Hanteln im Fitnessstudio gesucht. Ich wusste nicht so recht, für welche Sportart ich mich begeistern konnte und irgendwie fehlte mir auch die Motivation, um bspw. regelmäßig und wöchentlich zu joggen.

Das sollte sich dann Ende des Jahres 2012 schlagartig ändern: im Internet las ich von einer speziellen Form des Rad-Marathons, den sogenannten Brevets. Hier geht es darum, Distanzen von 200km bis Open End mehr oder weniger am Stück und in gewissen Zeitschranken zu absolvieren. Eine der wenigen Brevet-Regeln besagt, dass diese Distanzen autark und ohne geplante Unterstützung von außen, bspw. durch ein Supportfahrzeug bewerkstelligt werden müssen. Das bedeutet, dass man eigenständig Navigieren, sich eigenständig Verpflegen und Reparaturen am Rad ebenfalls selbst bzw. durch Hilfe von Mitfahrern durchführen muss. Diese Veranstaltungen finden jährlich als Serie statt und beginnen meistens im März mit 200km. Etwa alle vier bis fünf Wochen wird dann die Distanz auf 300km, 400km und 600km erhöht. Diese Strecken werden in der Regel ohne Schlafpause und in Zeiten unter 35Std (für 600km) gefahren. Hat man diese Serie erfolgreich absolviert, darf man sich ein Super-Randonneur nennen und anschließend an den wirklich langen Distanzen teilnehmen. So zum Beispiel an dem ältesten und alle vier Jahre stattfindenden Radmarathon Paris-Brest-Paris, welcher über eine Distanz von 1200km ausgetragen wird.

Ich konnte mir zu dieser Zeit beim besten Willen nicht vorstellen, dass Menschen solche Distanzen am Stück und unter völligem Schlafentzug bewältigen können. Dennoch war ich von dieser Idee so begeistert, dass ich im Januar 2013 beschloss erstmalig auf dem Rad zu trainieren und zu schauen, wie weit ich bei den Brevets kommen würde. Meine Motivation war gefunden. Nachdem ich dann im Frühjahr 2013 die ersten 200km erfolgreich absolviert hatte, war ich von den Eindrücken, den Menschen und dem Glücksgefühl im Ziel so überwältigt, dass ich von dieser extremen Ausdauersportart regelrecht infiziert wurde. Noch im selben Jahr habe ich die Serie zum Super-Randonneur erfolgreich durchgestanden.

Steinzeiternährung: der erste Versuch

Der Sport wurde innerhalb kurzer Zeit zu einem integralen Bestandteil meines Lebens und ich begann, mich mehr und mehr mit Trainingswissenschaften und einer gesunden Lebensführung zu beschäftigen. Im Grunde geht es hauptsächlich darum, seinen eigenen Körper kennenzulernen, auf ihn zu hören und ihm die Dinge zu geben die er braucht. Und das war bei mir grade in Bezug auf die Ernährung überhaupt nicht der Fall. Meine Essgewohnheiten waren noch stark durch mein Studentenleben geprägt und die Nahrungszubereitung sowie deren Aufnahme musste stets den drei Kriterien genügen: schnell, billig und viel. Inspiriert durch einen Freund startete ich im Frühling 2014 erstmalig den Versuch einer gesunden Ernährung nach dem Prinzipien der Steinzeiternährung. Dieser Versuch endete dann bereits nach sechs oder sieben Tagen, da die Umstellung für mich einfach zu extrem war: ich hatte zuvor nie wirklich Salat gegessen, mir nie selbst Gemüse zubereitet. Ja, ich musste sogar erst lernen, wozu das durchsichtige Schubfach ganz unten im Kühlschrank wohl gut sein kann. Es war alles viel zu neu, zu unbekannt für mich und ich wusste auch nicht so recht was ich eigentlich morgens, mittags, abends und zwischendurch essen wollte.

Steinzeiternährung: der zweite Versuch

Und genau hier kommt dann euer Kochbuch (Paleo – Power for Life, Anm. Redaktion) ins Spiel, welches mir letzendlich im zweiten Anlauf sehr geholfen hat mich paleokonform zu ernähren. Nach einer sehr harten Umstellung in den ersten drei Wochen hatte sich mein Körper endlich an die neue Form der Ernährung gewöhnt. Und die ersten positiven Veränderungen ließen nicht lange auf sich warten, grade im sportlichen Bereich habe ich dabei wirklich verblüffende Erfahrungen machen dürfen. Ich habe innerhalb von acht Wochen ungefähr sieben Kilogramm Körpergewicht verloren, gleichzeitig jedoch meine Leistungsfähigkeit gesteigert. Über die Wochen konnte ich meine Leistung auf dem Rennrad nochmals steigern. Kombiniert mit dem Gewichtsverlust nahm ich eine regelrechte Leichtigkeit auf dem Rad wahr, die ich so zuvor noch nicht erlebt habe. Durch die Ernährungsumstellung verzichte ich im Training mittlerweile fast vollständig auf Nahrungsergänzungsmittel, ich brauche bei meinen Ausfahrten nur noch Wasser und im Vergleich zu vorher nur sehr wenig Nahrung zu mir nehmen. Beispielsweise eine große Kartoffel für eine Distanz von 120 km. Ebenso haben sich meine Regenerationszeiten deutlich verbessert, ich bin nach harten Trainingseinheiten oder Brevets viel schneller wieder fit und kann somit mehr trainieren als zuvor. Ganz ohne Kohlenhydrate kommt man im Sport natürlich nicht aus. In diesem Zusammenhang kann ich das Buch ‘Das Paläo-Prinzip der gesunden Ernährung im Ausdauersport‘ von Joe Friel wirklich sehr empfehlen. Wenn man sich an die darin beschriebenen Empfehlungen orientiert, lässt sich intensiver Sport und Paleo sehr gut kombinieren.

Der verdiente Erfolg

Im August 2014 habe ich dann meinen bisherigen persönlichen Höhepunkt im Ultrasport erreicht: die erfolgreiche Teilnahme an einem 1000 km langen Radmarathon rund um Dänemark. Neben der intensiven Vorbereitung hat meines Erachtens die Ernähungsumstellung einen sehr großen Beitrag zur Erreichung dieses Ziels beigetragen. Mit der daraus resultierenden gesteigerten Leistungsfähigkeit, einem verbesserten Fettstoffwechsel und verkürzten Regenerationszeiten wurde es mir erst möglich, diesen Belastungen Stand zu halten.

Momentan steckt Stefan mitten im Training für seine diesjährigen sportlichen Herausforderungen. Im August möchte er an dem 1200 km langen Radmarathon Paris-Brest-Paris teilnehmen. Danach soll es im Dezember nach Südamerika gehen, um dort den 6962 Meter hohen Aconcagua zu besteigen, welcher als einer der Seven Summits den höchsten Gipfel auf der Südhalbkugel darstellt. Seine größte Herausforderung bei Paleo ist der (zeitliche) Aufwand, den man für das regelmäßige Einkaufen und Zubereiten frischer Mahlzeiten aufbringen muss.

Was ist deine Geschichte?

Schreib uns eine E-Mail mit deiner Geschichte und Bildern. Wir freuen uns, wenn du mit deiner eigenen Erfahrung andere motivierst auf einen langfristig gesunden Lebensstil umzustellen.

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Geschrieben von Michaela

Michaela ist die Naschkatze im Paleo360 Team und deswegen immer auf der Suche nach Paleo-konformen Süßigkeiten. Vielleicht hat sie auch deshalb die exzellente Fähigkeit entwickelt, exotische Salate mit diversen leckeren Früchten zu kombinieren. Auch sie ist ein großer Fan von Natur und dem Münchner Alpenvorland. Michaela schläft gerne lang, weswegen ihre Blogposts wohl öfter am Nachmittag veröffentlicht werden.
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