Barfuß laufen lernen – so klappt die Umstellung

Mehr Aufmerksamkeit auf die Füße lenken, den Fuß entspannen und stärken, die Schuhwahl überdenken – warum sich das lohnen kann, das haben wir bereits in einem anderem Artikel begründet.

Mit diesem Artikel möchten wir dich auf die Umstellung zum Barfuß Laufen vorbereiten. Denn mit der Anschaffung von Minimalschuhen allein ist es nicht getan – auch dein Fuß will vorbereitet werden, da er sich viele Jahre lang an sein bisheriges Schuhwerk angepasst hat.

barfuß unterwegs

Barfuß laufen lernen: Schritt für Schritt

Auf Paleo360.de dreht es sich um Gesundheit und das gute Leben. Und wir haben für uns erkannt: Gesundheit braucht ein gutes Fundament, und die Füße können als das Fundament des Körpers gesehen werden.

Doch wie gesund und funktional können unsere Füße sein, wenn wir sie in Schuhe stecken, die die Zehenfunktion einschränken, die natürliche Haltung verändern und den Fuß stützen, anstatt ihn selber arbeiten zu lassen.

Es ist mal wieder Zeit, den konventionellen Weg zu hinterfragen: das zu enge Schuhwerk, den Nutzen von Einlagen und/oder Pronationsstützen sowie den dauerhaften Einsatz von Absätzen (der übrigens auch bei “normalen” Sportschuhen vorhanden ist, hier eher Sprengung genannt).

Vielleicht denkst du dir jetzt: “Okay, dann wechsel ich auf Minimalschuhe und das Problem ist gelöst.”

Und hier ist, gleich zu Beginn, die wichtige Nachricht dieses Artikels: Dir “einfach” Barfuß Schuhe bzw. Minimalschuhe zuzulegen und darin zu gehen bzw. zu laufen wird dir nicht automatisch gesunde und funktionale Füße bescheren.

Fast alle Füße unserer Kultur sind an Schuhe angepasst. Viele Füße weisen aufgrund von Anpassungsprozessen über die Zeit an den Schuh angepasste, also schuhgeformte Füße auf. Hallux Valgus, Knickfuß, Senkfuß, Hohlfuß. Rückenschmerzen, Knieschmerzen, Nackenschmerzen – viele Erscheinungen im Körper können mit einem Blick auf die Füße erklärt werden. 

Falls du auch jemand bist, der sofort, von heute auf morgen alles anders machen möchte, folgender Hinweis: Um die Dysfunktionen zu beseitigen braucht es Zeit, es ist ein Prozess. Lass dich gerne auf die Veränderungen ein, schätze deinen derzeitigen Zustand und achte auf eine deinem Zustand angemessene Vorgehensweise. Ein zu schneller Umstieg auf mehr Zeit in Barfußschuhen und generell mehr Barfuss unterwegs kann zu unnötigen Schmerzen und Verletzungen führen (Übermüdungsbrüche, Plantarfaszitis, … wir sprechen aus Erfahrung ;-)). Skelett, Muskeln, Haut, du – brauchen Zeit für die Anpassung

Dies soll ein Artikel sein, den du dir gerne hin und wieder durchlesen kannst, so dass du Schritt für Schritt die gerade erforderlichen Änderungen in deinen Alltag einbauen kannst.

Für folgende Fragen findest du in diesem Artikel Antworten für deinen eigenen Prozess zu einer besseren Fußgesundheit:

  • Wie gehe ich vor, wenn ich meine Füße “befreien” möchte? Welche Tests helfen mir herauszufinden, wie es meinen Füßen geht?
  • Mit welchen Schwierigkeiten muss ich eventuell rechnen? Denn: die Umstellung ist nicht “einfach so” und von heute auf morgen möglich.
  • Welche Hilfsmittel gibt es um die Fußfunktion wieder herzustellen?
  • Welche fußtauglichen Schuhe gibt es? 

Die Praxis überwiegt im Folgenden – lies also gerne weiter, wenn du nach ganz konkreten Tipps suchst.

Wo stehst du?

Fangen wir doch auch direkt praktisch an :)

Das heißt, spätestens jetzt ziehst du deine Schuhe und Socken aus, falls das nicht eh bereits passiert ist.

Der Einbeinstand

Der Fuß ist die stabile Stütze deines Körpers. Und auch beim Gehen und Laufen ist immer wieder zwischenzeitlich ein Einbeinstand aufgebaut, ist dir das bereits aufgefallen? Umso besser, wenn diese Bewegung so stabil wie möglich ist.

Stelle dich etwa mit den Füßen hüftbreit geöffnet hin. Suche dir ein Standbein aus und hebe den anderen Fuß vom Boden ab, bringe das angehobene Bein gerne in eine angewinkelte Stellung.

Und nun halte, balanciere und beobachte. Kannst du diese Position mindestens 30 Sekunden lang stabil halten? Musstest du vorher deinen Fuß absetzen? Wie ruhig kannst du den Fuß und deinen Körper während dieser Gleichgewichts-Übung halten? Bemerkst du die Arbeit deines Standfuß und – beins?

Die Ansteuerung der Zehen

Deine Füße sind weiterhin etwa hüftbreit aufgestellt. Schaue nach unten zu deinen Füßen.

Presse den großen Zeh (lat. Hallux) in den Boden, bzw. in die Oberfläche auf der du stehst. Die kleinen Zehen hebst du an. Beobachte ob du wirklich nur die Zehen bewegst, oder ob auch dein Fuß bzw. Fußgelenk sich bewegt um dir das Heben der Zehen zu ermöglichen.

Presse nun die kleinen Zehen sanft in Oberfläche auf der du stehst. Die großen Zehen hebst du an.

Wie gut hat diese getrennte Ansteuerung der Zehen geklappt? Und keine Sorge – auch wenn sich jetzt bei dir noch nichts bewegt hat, der erste Impuls ist bereits wichtig und vielleicht klappt es in einigen Stunden oder Tagen besser. Übung macht den Meister :)

Es gibt auch noch weitere Übungen um die Ansteuerung der Zehen zu erleichtern, die werden im weiteren Verlauf des Artikels erwähnt.

Die Ausrichtung des großen Zehs (Hallux)

Dieser Teil der “Fußanalyse” ist optischer Natur.

Schau zu deinen Füßen und schaue dir die Stellung des großen Zehs (Hallux) an.

Der große Zeh ist ein wichtiger Anker für die Stabilität und Ausrichtung des Körpers. Wahrscheinlich hast du bereits von der Diagnose “Hallux Valgus” gehört. Die Diagnose beschreibt den Schiefstand der großen Zehe.

Wenn du bereits ohne weitere Analysetools sehen kannst, dass der große Zeh “auf Abwegen unterwegs ist” weißt du was du zu tun ist:)

Interessanterweise ist ein kleiner Hallux Valgus bereits zur normalen Wahrnehmung in unserer Kultur geworden. Selbst das ein oder andere medizinische Skelettmodell weist einen Hallux Valgus auf.  Den Hinweis auf passende Übungen gibt es weiter unten im Text.

Übrigens – diese Übungen sind inspiriert von der “My foot” App – von Joe Nimble. Du kannst diese Übungen also auch kombiniert und unterstützt mit der App machen und bekommst dann sogar visuell dargestellt, wie es um die Funktionalität deiner Füße steht.

Messen, nicht raten

Diese drei praktischen Tests konnten dir vermutlich einen ersten Einblick in die Funktion deines Fußes geben. Die Funktion und Ausrichtung der Zehen ist wichtig. Sowie auch die Stabilisationsfähigkeit deines Fußes.

Natürlich gibt es noch weitere Faktoren die es lohnt zu betrachten. Und an dieser Stelle können wir dir raten, jemanden zu Rate zu ziehen, der in diesem Gebiet bereits einen großen Wissens- und Erfahrungsschatz hat.

So kannst du deinen eigenen Lernprozess beschleunigen und auch aus den Fehlern von anderen lernen.

Hier zwei Hinweise an wen du dich für eine persönliche Analyse deines Fußes und deiner Gang bzw. Lauftechnik wenden kannst:

Functional Foot Map Practitioner können auch zu Rate gezogen werden, sie sind ausgebildet von Lee Saxby, eines seiner Prinzipien, die er lehrt – “Start assessing before guessing”.

Emanuel Bohlander, Gründer der Barefoot Academy, gibt selber Personal Coachings und hat auch bereits Menschen ausgebildet, vielleicht ist da jemand in deiner Nähe dabei.

Wo informiere ich mich weiter?

Lies dich in die Materie ein – und mach dir dein eigenes Bild! Und denke gerne daran, die Informationen die du liest auch auszuprobieren und umzusetzen. Informationen ohne dazugehörige Erfahrung ist nichts wert.

Wie immer  – du musst nicht alles lesen, um informiert zu sein. Fang bei den Inhalten an, die dich ansprechen. Jeder Autor, Lehrer und Coach hat seine eigene Art und Weise, und du findest intuitiv schon denjenigen der die Sprache spricht, die du gerade verstehst. Wir listen hier auf, wem wir im Laufe der Zeit so begegnet sind.

Es ist eine Liste zum immer wieder hin zurückkehren. Schritt für Schritt! Lies ein Buch, probiere Übungen und Änderungen aus und beobachte die Veränderungen.

  • Lee Saxby ist der Gründer des Functional Foot Map Systems, auch sein Instagram Profil ist informativ.
  • Emanuel Bohlander ist der Gründer der Barefoot Academy, in Düsseldorf und führt mit seinem Team einen informativen YouTube Kanal.
  • Strong und Flex, a.k.a. Toni und Rapha sind Personal Trainer aus Stuttgart und klären die deutsche YouTube Gemeinde auf, warum die Grundlagen so wichtig sind. Füße sind bei den beiden ein recht häufig angesprochenes Thema. 
  • Vivien Gläsel – sie hat einen Barfuss Kurs entworfen und ist auf Instagram mit einem informativen Profil aktiv. Falls der Kurs dich anspricht und du ihn buchen möchest, nutze auch gerne den Code Paleo360 für 5 % Rabatt. Vivien hat auch einiges über Kinderfüße zu berichten.
  • Vivobarefoot Läden – vor allem der sogenannte Flagship Store in Köln ist auf die Ausbildung und die Weitergabe von Wissen ausgelegt. Generell sind VivoBarefoot Läden bzw. deren Mitarbeiter auch in anderen Städten kompetente Ansprechpartner!
 
Zudem gibt es noch einige Bücherempfehlungen:
 
  • Katy Bowman – Gesunde Füße, step by step / Barfuss gehen: Katy hat ihre Vorliebe für die Biomechanik auf herzliche, direkt und liebevolle Weise umgesetzt. Wir schätzen ihre Arbeit sehr.
  • Christopher McDougall – Born to Run: Eine tolle Geschichte, gespickt mit wissenschaftlichen Details zur Evolution, Kennenlernen der Tarahumaras, ein indiges Volk aus Mexiko und viele Argumente dafür warum der Mensch zum Laufen gemacht ist.
  • Marco Montanez – Unfuck your feet: Er ist sich einen Namen als “Der große Zeh” gemacht. Auf humorvolle und ehrliche Art und Weise beschreibt Marco in diesem Buch, warum “normale” Schuhe wie Gefängnisse für unsere Füße sind und was du tun kannst, sie zu befreien.
  • Carsten Stark – Füße gut, alles gut: Carsten betreibt eine eigene Praxis in München, in dem er als Fußkartograph sich den Füßen seiner Patienten widmet. Spannender Ansatz und auch hier wird deutlich: Füße brauchen Bewegungsfreiheit!

Falls dir noch weitere hilfreiche und sinnvolle Quellen zum Thema bekannt sind, schreibe uns das gerne in die Kommentare!

Wie trainiere ich?

Du hast nun ungefähr eine Ahnung wo du stehst, wie der Zustand deiner Füße ist – und du möchtest etwas verändern.

Großartig! Du bekommst im folgenden Trainingshinweise und einige Werkzeuge vorgestellt, die dich auf dem Weg zu einem gesunden, funktionalen und beweglichen Fuß begleiten können.

Wer sich anfängt mit dem Training für Füße auseinanderzusetzen, darf direkt mit dem Begriff “Toega” bzw. Zehenyoga in Kontakt kommen.

Hier findest du Zehenyoga Übungen

Folgende Hilfsmittel helfen dir und deinem Fuß

  • Einen simplen (und effektiven) Werkezugkasten gibt es auf Myfoot.com – Foot Wedges (Keile) und ein Zehenband
  • Das Black Board – es ist ein weiteres Werkzeug um u.a. die Rotationsfähigkeit des Vorfußes und der Ferse zueinander zu erkunden und zu verbessern. Das kann auch nach dem Prinzip selbst gebaut werden. (Tipp auf Strong und Flex Videos gibt es den Hinweis zu einem 10 % Gutschein)
  • Kleine Faszienrollen und Faszienbälle, sowie LaCross Bälle und Golfbälle sind hilfreiche Werkzeuge um das Gewebe des Fußes zu mobilisieren. Auch erwähnenswert und für diejenigen interessant, die tiefen Zugang zu ihrem Gewebe und ihr Nervensystem wollen: die TMX Trigger.
  • Ein weiteres Hilfsmittel sind die Correct Toes – diese können dabei behilflich sein, die Zehenspreizung zu verbessern. Sie ersetzen nicht das aktive Training der Zehenfunktion, kann jedoch eine gute Hilfe dabei sein!
  • Und diese praktische Zusammenstellung darf an dieser Stelle erwähnt werden: Starter Kit Box von Joe Nimble beinhaltet: Zehenband, Correct Toes, Zehensocken, Informationsmaterial (auch ein guter Geschenktipp!)
  • Pedalo kümmert sich auch um coole Werkzeuge um mit dem Fuß zu arbeiten
  • Achte auch darauf, dass in deinen Socken genug Platz ist. Auch Socken können den Vorderfuß stark einengen und damit auch die natürliche Funktion der Zehen unterdrücken – vor allem wenn diese dauerhaft getragen werden. Injinji ist eine Marke die Zehensocken herstellt.

Die passenden Schuhe für deinen Fuß

Dieser Artikel hat dir bisher vermutlich bereits den Eindruck gegeben: Der Umstieg auf anderes Schuhwerk bedarf einen achtsamen Umgang mit deinem derzeitigen Fußzustand und sollte Schritt für Schritt, eben angepasst an den Zustand meines Fußes erfolgen.

Und das setzten wir auch gleich vorweg: Es gibt nicht DEN richtigen Schuh. 

Schuhwerk welches den Fuß in seiner natürlichen Funktion erkennt findest du unter dem Begriff Barfußschuhe, Minimalschuhe, Sandalen oder auch funktionelles Schuhwerk.

Das wichtigste Merkmal eines fußgerechten Schuhwerks ist die Zehenfreiheit. Die Zehenbox muss also groß genug sein, damit der große Zeh in seine natürliche Position kann und auch der kleine Zeh sollte Platz zum arbeiten haben. Von daher ist die richtige Breite des Vorderfußbereichs wichtig.

Ein weiteres Merkmal von fußgerechten Schuhwerk ist die Dicke und Flexibilität der Sohlen. Diese sind meist dünner und flexibler als von herkömmlichen Schuhwerk. Diese Eigenschaften sollen dir ermöglichen besseres sensorisches Feedback vom Untergrund zu erhalten. Je nachdem wie dein Zustand deines Fußes ist oder auch auf welchen Untergrund zu unterwegs sein möchtest, kann es jedoch auch sinnvoll sein die Dicke der Sohle dicker und unflexibler zu wählen. Dünner ist nicht unbedingt besser für dich persönlich!

Was fußgerechtes Schuhwerk auch ausmacht ist die Nullsprengung, auch Zero Drop genannt. Das heißt diese Schuhe haben keinen Absatz, der Unterschied zwischen der Erhöhung des Vorderfußes und der Ferse beträgt 0 mm. Auch hier ist wieder wichtig: Beachte den Zustand deiner Füße und deine bisherigen Gewohnheiten. Wenn dein Sprunggelenk gerade recht immobil ist (oft daran ersichtlich, dass du die Füße während des Gehens stark nach außen drehst) und du auch jahrelang Absätze getragen hast – kann es sinnvoll sein, sich langsam auf die 0 mm vorzuarbeiten. D.h. du startest erstmal mit kleineren Absätzen und reduzierst mit der Zeit immer stärker. 

Das Schuhwerk des Paleo360 Teams

Mit folgenden Schuhe und Marken haben wir persönlich schon gute Erfahrungen gemacht.

Luna Sandals bzw Shamma Sandals

Nico liebt seine Sandalen und hat außer im größten Schneechaos kaum andere Schuhe an – auch bei Hochtouren in den Bergen oder beim Trail Running. Allerdings haben die Luna Sandals inzwischen statt der reinen Verschnürung Plastik “Wings” zur seitlichen Stabilität. Seitdem läuft Nico lieber in Shamma Sandals, da die Wings bei ihm scheuern. Das muss jeder für sich selbst erspüren. Beide Sandalen gibt es bei gofreeconcepts.de zu kaufen.

 

Vivobarefoot

Vivobarefoot ist eine Marke, die sowohl Minimalschuhe für den sportlichen Bereich, als auch für den Alltag bereitstellt. Wir raten oft dazu, erstmal im täglichen Leben auf Minimalschuhe zu wechseln bevor man sich an die sportlichen Höhenflüge macht, die den Fuß nochmal ganz anders belasten. Also erstmal im Büro und beim Stadtbummel auf Minimalschuhe setzen und so den Fuß im Alltag an das neue Gehgefühl gewöhnen. Da ist es dann toll, dass es bei Vivobarefoot eine große Palette an Casual Schuhen gibt, die auf den ersten Blick ganz “normal” wirken. Direkt bestellbar online bei Vivobarefoot.

 

Joe Nimble

In Deutschland gibt es ein Familienunternehmen, das bereits seit über 35 Jahren dafür sorgt, dass Menschen mit Zehenfreiheit in Kontakt kommen können – Bär Schuhe. JoeNimble ist eine Weiterentwicklung von Bär Schuhen und ebenso in diesen Läden, so wie im Online-Shop, zu erhalten.

Bei dem Unternehmen stimmen Philosophie und Produkt über rein – und vor allem Anja schätzt das Werk der Bär Familie immer mehr und genießt es das funktionelle Schuhwerk bzw die Functional Footwear (auf diese Bezeichnung wird bei JoeNimble wert gelegt) im Alltag zu den verschiedensten Gelegenheiten zu tragen.

Das Konzept ist auf jeden Fall durchdacht und durch die Zusammenarbeit mit Lee Saxby wird das Schuhwerk fachlich abgestimmt und auch der Wissensbereich und der Übergang zu gesünderen Füßen gefördert. Die wichtige Nachricht die JoeNimble vermittelt: Menschen und ihre Füße sind unterschiedlich. Auf Grund der Anpassung unserer Gesellschaft an “normale“ Schuhe braucht es Zeit, Geduld und Übung bis unsere Füße wirklich bereit für’s Barfuss gehen und laufen sind. Auch nicht jeder Fuß ist derzeit bereit für Barfuss- und Minimalschuhwerk. Je nach Alter, Zustand des Fußes und auch Art der Beanspruchung kann es bspw. sinnvoll sein über mehr Dämpfung nachzudenken. Dafür bietet JoeNimble mit speziellen Einlagen Lösungen.

Auf der Webseite von JoeNimble lohnt es sich reinzuschnuppern, oder eben auch direkt einen Bär Laden aufsuchen. Wir können von Joe Nimble auch ein kleines Übersichtsvideo zur Geschichte der Schuhe und der Zehenfreiheit empfehlen:

Earthrunners

Cooles Konzept, coole Sandalen –  vor allem die dünneren Varianten der Sohle sind für geübte Füße zu empfehlen Es gibt drei unterschiedliche Typen von Sohlen und verschiedene Farben und Muster der Bänder zur Auswahl – und derzeit sind sie nur aus den USA bestellbar. Eine Besonderheit bei den Sandalen ist der Metallknopf in der Sohle und das eingewebte Metall in den Bändern – was eine leitfähige Verbindung zum Boden und damit Erdungsmöglichkeit verspricht.

Wildling

Mit Wildling gibt es eine Minimalschuh Marke, die sich dem Thema Nachhaltigkeit widmet und möglichst reine Naturstoffe wie Baumwolle, Hanf, Leinen, Kork oder Wollwalk verwendet. Das finden wir super. Noch dazu finden wir die Schuhe einfach sehr schick. Bei Wildling online zu kaufen. Nach längeren Praxistest finden wir jedoch schade, dass die Wildlinge weniger für Abenteuer in Nässe und Schlamm gemacht sind. Bereits eine Wanderung im Wald kann unter entsprechenden Umständen somit mit den Schuhen mit nassen Füßen enden. Michaela liebt ihr Paar Wildlinge, findet sie wunderschön – und empfindet es jedoch mehr als Sommer- und Stadtschuh und weniger praktikabel für die Region in der sie gerade wohnt.

Es gibt darüber hinaus natürlich noch viel mehr Unternehmen und Schuhmarken, die sich mit dem Thema auseinandersetzen – wie beispielsweise Leguano, Altra Running, Merrell, … .

Wahrscheinlich werden wir diesen Artikel nach und nach mit weiteren Erfahrungen mit anderen Schuhen erweitern. Also schaut gerne hin und wieder vorbei :) Der Artikel soll ja eh als Inspirationsquelle und kleines Nachschlagewerk für weitere Ressourcen dienen.

Lass uns gerne in den Kommentaren unter diesem Artikel wissen, worin deine Füße sich wohl fühlen.

Du bist nun informiert – vor allem die breite Zehenbox macht einen guten fußgerechten Schuh aus. Und nimm dir gerne die Zeit dich in das Thema reinzulesen und auch dich kompetent beraten zu lassen. Die Quellen die wir empfehlen, haben wir erwähnt.

Klar, sich diesem Thema zu widmen ist auf mehreren Ebenen eine große Investition – sowohl finanziell, nervlich als auch zeitlich.

Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass der Einsatz dieser Ressourcen besser zu früh als zu spät eingesetzt werden. Obwohl es auch bei dem Thema Fußgesundheit gilt, dass es nie zu spät ist. Es kommt ganz auf dich und deine Entscheidung an.

An die Füße, fertig, los!

Auch hier gilt: Eigenverantwortung steht an erster Stelle. Lerne auf dich, deine Bedürfnisse – ja deinen Körper zu hören! Schmerzen können eine wertvolle Landkarte sein. Mache kleine Schritte, diese dafür regelmäßig.

Wahrscheinlich haben dir bereits viele Menschen in deinem Leben etwas über Füße generell und deine Füße erzählt. Viele von uns begegnen im Verlauf ihres Lebens einer Diagnose – wie dem Knick Senk Fuß, dem Spreizfuß, Hohlfuss – und bekommen Einlagen und vielleicht sogar korrigierende Maßnahmen wie Operationen verschrieben. Einlagen und Operationen können sinnvolle Maßnahmen sein, sind jedoch meist recht kurzfristig gedacht und nicht daran ausgerichtet, dass du einen wunderbaren und regenerativen Stützapparat mit dir herumträgst – dich selbst.

Gehe an das Thema mit einem frischen Geist heran – als würdest du es nochmal von Grund auf neu lernen. Bilde dir deine eigene Meinung. Trage Verantwortung für dich selbst, triff Entscheidungen aus dir heraus – natürlich unter Zuhilfenahme des Wissens und der Erfahrung von anderen Menschen!

Beim Lesen des Artikels ist dir wahrscheinlich bereits aufgefallen, dass es nicht DIE Lösung gibt. Unsere Füße haben mit der bisherigen Schuhwahl bei den meisten Menschen schon einiges mitgemacht. Wir drücken dir die Daumen, dass du mit den Informationen aus diesem Artikel und auch wenn du dich weiter in das Thema hinein begibst, bessere Entscheidungen für dich und deine Füsse treffen kannst.

Für ein bewegtes und erfülltes Leben, voller Lösungen für die Probleme die dir begegnen.
 
Du hast es verdient und wir wünschen es dir von ganzem Herzen!
 
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Geschrieben von Anja

Anja ist Ernährungswissenschaftlerin und beschäftigt sich schon eine Weile mit dem Paleo-Lebensstil, welcher ihr mehr als nur Energie für Alltag und Sport bringt. Sie weiß, Paleo birgt für jeden die Möglichkeit seine individuelle Ernährung zu finden - mit dem Ziel eines neuen Körpergefühls und langfristiger Gesundheit. Und genau das ist ihre Motivation ihr Wissen an andere weiterzugeben.
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13 Kommentare

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  1. Walter //

    Danke für diesen differenzierten Artikel, der verschiedene Wege aufzeigt und sich nicht “die” ultimative Lösung versteift! Häufig werden beim Thema Barfuß modische und ästhetische Aspekte völlig außer Acht gelassen und Schuhe pauschal verteufelt.
    Es gibt im Netz einige “Barfuß-Communities”, die nur in ihrem eigenen, dogmatischen Saft schmoren, wo schon der Begriff Barfußschuh verpönt ist und die sich in endlosen Selbstbeweihräucherungen und in gegenseitiger Schulterklopferei ergehen und wo man sich gerne despektierlich über die dummen “Schuhträger” äußert, die den Stein der Weisen des wahren Barfußseins noch nicht gefunden haben. So erscheinen Barfüßer eher als verschrobene Spinner als als Trendsetter!

    Schön, dass dieser Artikel zeigt, dass es auch anders geht und es die ultimative, universal gültige Wahrheit nicht gibt.

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    • Anja Wagner //

      Hallo Walter, vielen Dank für deinen Kommentar :) Ich habe Hoffnung, dass nachfolgende Generationen sich eh weniger Gedanken um ihre Fußgesundheit machen brauchen, da die Lebensweise von Beginn an fuß- bzw. körperfreundlicher ist, als sie heute noch ist. Ab einen gewissen Zeitpunkt sind dann “Barfüßer” ganz normal – derzeit eben noch nicht :) Viele Füße unserer Kultur sind auf Grund der Zeitdauer in Schuhen und auf eintönigen Untergrund an eben diese Bewegungsmuster angepasst. Um diesen Zustand zu verbessern, brauchen wir einen differenzierten Ansatz, der mit dem mehrheitlich vorhandenen derzeitigen Fußgesundheitszustand der Menschen in unserer Kultur einhergeht. Möge dieser Artikel dazu beitragen! Es gibt glücklicherweise auch einige weitere Quellen zu diesem Thema, die den Blickpunkt auch anders setzen. Es bleibt spannend :) LG, Anja

      Antworten
  2. Dorothea Burkhard //

    Durch den Artikel entsteht der Eindruck, barfusslaufen wäre sehr kompliziert, man würde es nicht ohne Hilfe und vor allem nicht ohne Minimalschuhe schaffen – schade. In der Community „Hobby Barfuss Forum“ hat die Mehrheit der aktiven User den Umstieg ohne Experten geschafft und nutzt Minimalschuhe als gelegentlich sinnvolles Zubehör. Dort bekommt man auch viele praktische Tipps von sehr erfahrenen Barfüssigen, von Leuten, die wissen, worauf beim Umstieg sonst noch zu achten ist.
    Durch den vielen Raum, den vor allem ein selbsternannter Experte und vor allem die Minimalschuhe in dem Blogbeitrag einnehmen, kommt die Quintessenz gar nicht so richtig zur Geltung: nämlich dass es kein Patentrezept gibt und dass jede*r für sich selber schauen bzw. auf sich und seine / ihre Füsse hören muss, dass man mit einem frischen Geist drangehen und sich seine eigene Meinung bilden sollte. Schade.

    Antworten
    • Anja Wagner //

      Hallo Dorothea, danke dir für deinen ehrlichen Kommentar. Den Artikel habe ich vor allem basierend auf meinen Erfahrungen und Beobachtungen basierend geschrieben. Für einen Experten halte ich mich nicht und ich bin froh über weiteren Input, so wie auch den von dir.

      LG, Anja

      Antworten
  3. Hias //

    Zu guter letzt stehen doch wieder Empfehlungen für “Barfußschuhe” (Widerspruch in sich, der Begriff “Minimalschuhe” trifft’s besser). Also ob “barfuß” auch nur wieder mit der richtigen Ausrüstung möglich wäre. Warum nicht mehr Mut machen, ganz barfuß zu gehen? Solche Schuhe sind gut für Umsteiger*innen zur Eingewöhnung, gut bei Scherbenzonen, Winterkälte, oder wenn es irgendwie sozial unmöglich ist, barfuß zu sein, aber es sind immer noch Schuhe. Barfuß ist barfuß.

    Antworten
  4. Su //

    Meine Erfahrungen mit den „Wildling shoes „ sind durchweg positiv in Stadt und Land.

    Ich bin oft in der Stadt unterwegs und noch vieler öfter in Wald und Flur, da ich in einem Waldkindergarten tätig bin.
    Die Schuhe besitze ich in verschiedenen Ausführungen ( eine aktuelle Bestellung ist unterwegs), bei Wind und Wetter.
    Auch einen Paddelurlaub in Schweden haben sie gut überstanden.
    Ich liebe diese Schuhe:-)

    Antworten
  5. Nora //

    Wer den Schritt zum Barfußlaufen gehen mag, dem empfehle ich wärmstens Dr. med. Hans-Peter Greb: GODO – Mit dem Herzen gehen: https://godo-impuls.com/index.php/medien/videos und ein Start bei warmen (+15 Grad) Temperaturen.
    Hier wird die richtige und schonende Gangart erklärt.

    Vor 3 Jahren war mein Start und bin zu 99% Barfußläufer.
    In der ersten Woche gab es zwar einen Belastungsschmerz durch die Umgewöhnung, aber keinen Muskelkater oder gar Verletzungen.
    Seitdem lebe ich auf “freiem” Fuß mit mehr Balance und Gesundheit.
    Ein wahrer Augenöffner dieser Herr Doktor – lasst euch nicht vom Aussehen beeinflussen ;)

    Antworten
    • Anja Wagner //

      Oh, danke dir für diesen Tipp!

      Habe mir direkt ein Video von ihm angeschaut – und werde mich in sein Konzept mal weiter rein denken und auch ausprobieren. Hast du wichtige inhaltliche Unterschiede zu den Inhalten in diesem Artikel gelernt?

      Mir ist ein Unterschied generell zu dem Konzept von Herr Greb aufgefallen:

      In mir ist eher der Fersengang verankert, er zieht generell eher den Ballengang vor. Für mich ergab unter anderem auf Grund der Robustheit der Ferse ehrlich gesagt Sinn mit dieser auf dem Boden zuerst in Kontakt zu kommen (Calcaneus versus Metatarsalknochen des Vorfusses). Bemerke bei mir selber, dass die Schrittlänge und auch das Treffen des Fettpolsters bei der Dämpfung eine Rolle spielt. Für mich ist nicht nur die Ferse an der Dämpfung beteiligt, sondern der gesamte Körper. Und da darf auch Mobiltät der Wirbelsäule, der Hüfte und der Beine und Füße eben beachtet werden. Da habe ich viele Ideen und Ansätze u.a. auch von Strong und Flex, so wie Katy Bowman erhalten.

      Und je nach Schrittgeschwindigkeit (Schleichen, Gehen, Laufen, …) ist die Art und Weise des Auftretens bei mir einfach anders. Ich habe mich damals unter anderem von Emanuel Bohlander inspirieren lassen, mich vorrangig dem Fersengang zu widmen – und so wie er auch sagt, letztlich den eigenen Geh/Laufstil zu finden. Das mag für den einen der Ballengang, für den anderen der Fersengang sein. Bzw. ich denke es ist eh eine Variation zwischen all dem, je nach Situation auch.

      Die eine richtige und schonende Gangart gibt es meines Erachtens nicht, da eben viele Faktoren beteiligt sind.

      LG, Anja

      Antworten
  6. Silke //

    Ich bin auf der Suche nach Barfuß-Gummistiefeln! Konntet Ihr da schon Erfahrung mit machen?
    Ich bin bei jedem Wetter mit dem Hund unterwegs und finde Gummistiefel einfach praktisch. Nur leider finde ich keine in denen der Fuß den nötigen Platz und auch halt hat.
    Danke Euch , lieben Gruß Silke

    Antworten
    • Lia //

      Hallo Silke
      Schau doch mal unter http://www.zaqq.de
      Das ist ein sehr inovatives Duo die Barfußschuhe mit Kautschuksohlen herstellen, und sehr gute Qualität haben. Die sind auch sehr offen für Fragen .
      LG Lia

      Antworten
  7. Eva //

    Toll Euer Artikel!
    Wir vom Barfussblog haben zum Thema viele Informationen und Tipps veröffentlicht, z.B. einen Leitfaden für Barfuß-Einsteiger oder einen sehr ausführlichen Beitrag dazu, was man über die Fußhaut wissen sollte. Weitere Themen sind u.a. Fußpflege, Barfuß-Touren, Barfußschuhe, Pedale für barfüssiges Radfahren und viele Erfahrungsberichte von anderen Barfüßern. Schaut doch mal rein! barfussblog.de

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