Weisskohl

Weißkohl – ein typisch deutsches Gemüse? Von wegen! Nicht nur wir “Krauts” lieben das vielseitige Gemüse: Kohl ist ein wahrhaft internationales Gewächs, das nach Tomaten weltweit am häufigsten angebaut wird.

Galt der Kohl früher als “Arme-Leute-Essen”, spielt er heute in der Superfood-Liga und bereichert die moderne Küche in erstaunlich kreativen neuen Varianten und beweist, dass da noch einiges mehr geht als nur Sauerkraut.

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Herkunft des Weißkohls

Wie alle anderen Kohlarten auch, stammt unser heutiger Weißkohl vom Wildkohl ab, der ursprünglich in der Mittelmeerregion beheimatet ist. Wildkohl ähnelte optisch eher dem Grünkohl und hatte noch nicht den für den Weißkohl typischen festen Kopf.

Bereits in der Antike wurde Kohl wegen seiner Heilwirkung verehrt und bei den Römern als Gartengemüse kultiviert. Im Mittelalter gelangte das vitaminreiche Gemüse schließlich nach Deutschland, wo es gerade im Norden mit den feuchten und nährstoffreichen Böden die optimalen Wachstumsbedingungen vorfand.

Schnell mauserte sich Norddeutschland zum Hauptanbaugebiet des (Weiß)kohls und so entstand die Legende, die Deutschen hätten den Kohl erfunden.

Im 19. Jahrhundert war der Kohl in Deutschland sehr beliebt und half der Bevölkerung als „Arme-Leute-Essen“ sogar über Notzeiten hinweg.

Ging nach dem zweiten Weltkrieg das Interesse am Kohl wieder zurück, so erlebt das Gemüse in Deutschland momentan ein Comeback und ist mittlerweile ein beliebtes Produkt in der gehobenen Küche.

Wann hat der Weißkohl Saison?

Der Weißkohl  -  auch Weißkraut, Weißkabis, Kappes, Kaps, Kappus, Kabis oder Kraut genannt -  ist eine Variante des Kopfkohls, das als typisches Wintergemüse gilt.

So hat der Weißkohl hierzulande in der kalten Jahreszeit Saison. In den Supermärkten können wir ihn aber das ganze Jahr über bekommen, da manche Sorten auch im Mai und Juni geerntet werden.

Da Deutschland in Europa das Kohl-Anbaugebiet Nummer Eins ist, handelt es sich bei der in unseren Geschäften angebotenen Ware größtenteils um regionale Produkte. Gerade einmal zehn Prozent der Ware wird aus anderen Ländern importiert.

Im Vergleich mit den anderen Kohlsorten ist Weißkohl hierzulande übrigens der Spitzenreiter wenn es um die Beliebtheit geht – von allen Kohl-Sorten wird er am meisten gekauft!

Weißkohl: Sorten & Geschmack

Der Weißkohl ist nur eine von etlichen Kohlsorten. Mit Brokkoli, Blumenkohl, Kohlrabi, Wirsing, Pak Choi, Rosenkohl, Rotkohl und Chinakohl verwandt, kommt der Weißkohl aus einer starken Familie.

Optisch ist der Weißkohl ein eher unauffälliger, aber sehr robuster Kandidat, der je nach Erntezeit seine Optik etwas verändert. Sein großer, runder Kopf besteht im Sommer aus eher locker angeordneten, grünlichen Blättern, während sich die Winterkohlsorten durch einen kompakten, gelblich-weißen Kopf auszeichnen. Ein Kohlkopf kann übrigens bis zu mehreren Kilos schwer werden!

Der typische und deftige Kohlgeschmack ist auf die im Weißkohl enthaltenen ätherischen Öle zurückzuführen. Je nach Erntezeit schmeckt Weißkohl mild bis würzig.

Nährwerte: Wie gesund ist Weißkohl?

Weißkohl ist eine richtige Vitamin-Bombe und hilft uns als Nährstoff-Quelle gerade im Winter über die kalten Monate hinweg. Besonders reich ist er an Vitamin C – mit nur 200 Gramm Weißkohl pro Tag deckt man beinahe den Tagesbedarf an Vitamin C ab.

Außerdem enthält Weißkohl eine Menge Vitamin K, sowie Selen, Magnesium und Kalium. Mit nur 125 Kalorien pro 500 Gramm, einem hohen Wasseranteil und etlichen Ballaststoffen ist das gesunde Gemüse auch noch ein regelrechtes Diät-Wunder!

Kein Wunder also, dass manch einer auf die sogenannte Kohlsuppendiät schwört. Beim Entgiften helfen zusätzlich die im Weißkohl enthaltenen Glukosinolate. Auch Darmerkrankungen beugt man mit einem regelmäßigen Verzehr von Weißkohl vor, denn er sättigt schnell und regt die Verdauung an.

Doch damit nicht genug: Weißkohl verlangsamt auch noch nachweislich den Alterungsprozess! Stoffe wie Chlorophyll und Phenole binden freie Radikale und schützen unsere Zellen.

Nährwertepro 100 Gramm
Kalorien25 kcal
Kohlenhydrate6 g
Fett0,1 g
Protein1,3 g
Magnesium12 mg
Kalzium40 mg
Eisen0,5 mg
Vitamin A98 IU
Vitamin C36,6 mg
Vitamin B60,1 mg

Weißkohl einkaufen und lagern

Frischen Weißkohl erkennt man an einen fest geschlossenen Kopf, knackigen Blättern, einer gleichmäßigen Färbung und einem leichten Glanz. Gemüse mit braunen Stellen hingegen gehören nicht in den Einkaufskorb.

Um beim Kauf sicher zu gehen, dass man es mit frischer Ware zu tun hat, kann man die Schnittstelle des Strunks inspizieren, die weder matschig noch vertrocknet aussehen sollte.

Der Weißkohl mag es gerne kühl und hält sich bei der richtigen Lagerung dementsprechend lange. Der Keller ist für die Lagerung der ideale Ort, aber auch im Kühlschrank bleibt er mehrere Wochen haltbar. Bereits angeschnittene Ware wickelt man am Besten in ein feuchtes Tuch, damit sie schön knackig bleibt.

Wie bereitet man Weißkohl zu?

Hierzulande ist Weißkohl ein fester Bestandteil der traditionellen Küche - ob als Sauerkraut, Krautsalat oder in Eintöpfen und Aufläufen. Ein deutscher Klassiker sind zum Beispiel Kohlrouladen, blanchierte Weisskohlblätter mit Hackfleisch gefüllt.

Doch auch abseits der traditionellen deutschen Küche ist Weißkohl beliebt und findet sich weltweit auf den Speisekarten. In der asiatischen Küche etwa ist er eine beliebte Zutat, in Norwegen kennt man Weißkohl im traditionellen „Fårikål“ (Lamm in Kohl) und die Amerikaner lieben ihren Cole Slaw, einen Salat aus Weisskraut, Karotten und Mayonnaise.

Vor der Zubereitung einfach die äußeren Blätter abtrennen, den Weißkohl in zwei Hälften schneiden und den Strunk keilförmig entfernen. Nach dem Waschen können die Blätter dann beliebig zubereitet werden.

Tipp: Weißkohl ist in Kombination mit Kümmel, Anis und Fenchel besser verdaulich und zusätzlich noch feiner im Geschmack!

Unsere besten Rezepte mit Weißkohl

Weisskohl ist langweilig? Von wegen! Wir lieben das supergesunde Gemüse in allen möglichen Varianten. Lasst euch inspirieren: