Rotkohl

Rotkraut, Blaukraut, Rotkohl – egal wie man ihn nennt, im Herbst und Winter ist er in der saisonalen Paleo Küche nicht wegzudenken. Rotkohl ist (wie alle Kohlsorten) reich an Vitamin C, aber auch Vitamin K. Außerdem versorgt er uns mit einer Menge sekundärer Pflanzenstoffe. Ob eingekocht zu Rinder Rouladen, oder noch frisch und knackig als Coleslaw, der Rotkohl schmeckt und ist gesund.

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Alles rund um den Rotkohl

Kohl ist in aller Munde – vollkommen zu Recht, finden wir! Kohlgemüse ist nämlich nicht nur voller Nährstoffe, unkompliziert zu verwenden und günstig zu haben, sondern auch einfach unverschämt lecker. So auch der Rotkohl, der zusammen mit Weißkohl schon lange gerne - und seit kurzem auch kreativ - in der traditionellen deutschen Küche verwendet wird. Sei es als Rohkost-Salat, Gemüsebeilage oder auch zum zünftigen Schweinsbraten.

Doch Moment – hier hört der Spaß für den bayrischen Genießer auf, denn: „Blaukraut bleibt Blaukraut“, egal wie oft die „Preißn“ noch mit ihrem Rotkohlsalat daherkommen. Wo genau liegt eigentlich der Unterschied zwischen Blaukraut und Rotkohl, wtf ist Rotkraut, wieso sagt man fast überall jenseits des Weißwurst-Äquators Kohl anstatt Kraut und warum nennt das Ding eigentlich niemand Lilakohl, wo das benannte Gemüse doch ganz offensichtlich lila ist? Diese und andere Mysterien klären wir im Folgenden auf. Der Einfachheit halber sprechen wir in diesem Artikel übrigens von Rotkohl - an alle Bayern: Bitte souverän drüber stehen!

Wo kommt Rotkohl her?

Wie der Weißkohl stammt auch der Rotkohl vom Wildkohl ab, der zuerst an der europäischen Mittelmehrküste beheimatet war und schon von den alten Griechen und Römern als Heilpflanze verehrt wurde.

Erste Kohlköpfe aus Züchtungen gab es dann im Mittelalter. Aus diesen wiederum entwickelten sich die heute bekannten Kohlsorten im Laufe der Jahre durch Weiterzüchtungen. Rotkohl galt im Mittelalter als unkompliziertes Arme-Leute-Essen, das große Teile der Bevölkerung mit wichtigen Nährstoffen versorgte.

Mit der Einführung von Import-Gemüse aus südlicheren Gefilden und dem Beginn des Gemüse-Anbaus in Gewächshäusern verlor Rotkohl dann aber leider nach und nach seine Popularität und wurde von anderen "hipperen" Gemüsesorten verdrängt. Auch wenn er in einigen traditionellen Gerichten nach wie vor verwendet wurde, ist Rotkohl erst seit einigen Jahren wieder richtig im Kommen und das sogar bei Sterneköchen.

Rotkohl wird im europäischen Raum momentan vor allem in Deutschland, Polen, Österreich und Frankreich angebaut.

Wann ist Rotkohl Saison?

Rotkohl ist ein robustes Gemüse, das unkompliziert anzubauen und bei uns somit fast das ganze Jahr über erhältlich ist. Erste Frühsorten kommen im Mai in die Geschäfte, Sommer- und Herbstsorten sind bis Ende September erhältlich.

Über den Winter wird der sogenannte Dauerkohl angeboten. Er ist – wie der Name schon vermuten lässt – besonders lange haltbar. Und auch besonders lecker! Rotkohl Fans sollten also vor allem im Winterhalbjahr zuschlagen.

Rotkohl: Sorten & Geschmack

Weltweit existieren um die 400 Kohlsorten. Rotkohl hebt sich in dieser Vielfalt vor allem farblich hervor. Der Unterschied liegt dabei im Anthocyan, einem violetten Farbstoff. Im Vergleich zu Weißkohl ist Rotkohl außerdem etwas kleiner, hat eine festere Struktur und einen süßlicheren Geschmack.

Und nun zur alles entscheidende Frage: Was ist der Unterschied zwischen Rotkohl, Blaukraut und Rotkraut? Es ist einfacher als gedacht: Der Unterschied liegt in der Zubereitung – und in der Chemie!

In einem sauren Milieu färbt sich nämlich das im Rotkohl enthaltene Anthocyan rot und in einer Umgebung mit hohen pH-Werten blau. Nach bayrischer Tradition wird Rotkohl mit Zucker zubereitet - und färbt sich daher satt lila. Unter Zugabe einer zusätzlichen Prise Natron dann ganz blau. So wird Rotkohl in Bayern, Österreich und Baden-Württemberg verspeist.

In Norddeutschland dagegen wird Rotkohl mit Essig zubereitet. Folge: der Kohl färbt sich rot. So schätzen ihn vor allem Berliner und Brandenburger. In NRW werden – ganz in rheinländisch-toleranter Manier – beide Versionen verspeist: Rot- und Blaukappes, wie der Kohl hier heißt.

Achja, und dann gibt es da noch das Rotkraut, so zumindest heißt Rotkohl in Mittel- und Südwestdeutschland, in einigen Regionen Österreichs und der Schweiz.

Nährwerte: Wie gesund ist Rotkohl?

Rotkohl wächst in der Erde und nimmt dort wichtige Immunstoffe auf. Kein Wunder also, dass sich unser Immunsystem freut wenn wir Kohl essen. Aufgrund seiner Nährstoffdichte ist Kohl eine wahre Anti-Aging-Waffe: Er soll entgiftend, entwässernd und verdauungsfördernd sein und auch unsere Mitochondrien können vom Verzehr des leckeren Gemüses profitieren. Denn die im Kohl enthaltenen Anthocyane stärken unsere Zellen und schützen vor oxidativem Stress.

Kohl soll zudem die Gehirnleistung ankurbeln sowie stabilisierend auf die Schilddrüse und aktiv gegen Krebszellen wirken. Letzteres wiederum liegt an dem in Kohlgewächsen enthaltenen Senföl.

Neben Anthocyanen und Senföl punktet Rotkohl aber auch noch mit anderen Inhaltsstoffen: So strotzt er vor allem vor Vitamin C! Mit 200 Gramm Rotkohl pro Tag hat man bereits die empfohlene Tagesdosis Vitamin C erreicht. Dann also nichts wie losgeschlemmt!

Nährwertepro 100 Gramm
Kalorien31 kcal
Kohlenhydrate7 g
Proteine1,4 g
Fett0,2 g
Magnesium16 mg
Kalium243 mg
Kalzium45 mg
Vitamin C57 mg
Eisen0,8 mg

Rotkohl einkaufen und lagern

Beim Kauf von Rotkohl sind feste und knackige Blätter das beste Indiz für frische Ware. Ebenso sollte man auf einen frische und saftige Schnittkante achten. Kohl mit schlappen Blättern und dunklen Stellen gehört dagegen nicht in den Einkaufskorb.

Tipp: Je kleiner ein Kohlkopf ist, desto aromatischer und nährstoffreicher ist er! Große Kohlköpfe sind durch den Einsatz von Düngemitteln schneller gewachsen und daher oftmals nicht so hochwertig sowie weniger geschmacksintensiv.

Kohl ist sehr lange lagerfähig, besonders die im Winterhalbjahr geernteten Dauersorten. Dauersorten halten sich bis zu mehreren Monaten, wohingegen die frühen Kohlsorten maximal 3 Wochen gelagert werden sollten. Dann am besten im Kühlschrank oder an einem dunklen Platz im Keller.

Wie verwendet man Rotkohl?

Vor der Zubereitung des Kohls die äußeren Blättern abtrennen, den Kohlkopf kurz abbrausen und das Gemüse vierteln sowie die Strunke entfernen. Dann den Kohl entweder mit einem Gemüsehobel oder einem guten Messer in feine Streifen schneiden.

Kohl schmeckt gekocht, geschmort oder gedünstet hervorragend. Für den rohen Verzehr eignen sich besonders frühe Kohlsorten. Dann wird Cole Slaw zu einem echten Geschmackserlebnis!

Als Beilage eignet sich Rotkohl besonders für traditionelle Gerichte mit Wild, Rind oder Geflügel. Traditionellerweise wird er dann oft mit Äpfeln und Nelken zubereitet, in Bayern hingegen mit einem Klecks Johannisbeer- oder Preißelbeermarmelade verfeinert.

Kochen, Snacken, Backen: Unsere besten Rotkohl Rezepte

Ob in der klassischen Variante als Beilage zu Fleischgerichten oder in kreativen Salat-Variationen - wir finden: Rotkohl gehört definitiv öfter auf den Teller. Ihr auch? Dann nichts wie los! Wie lecker man Kohl zubereiten kann seht ihr in unseren Rezepten: